Der Bayerische Journalisten-Verband hat bereits einen sehr großen Landesvorstand. Der wird jetzt – trotz kräftig sinkender Mitgliederzahl – noch größer. Statt 26 sitzen künftig 27 Menschen im Konferenzsaal in der St.-Martin-Straße in Giesing beieinander. Damit haben wir nun drei Entscheider mehr als der DJV-Gesamtvorstand mit seinen 24 Stimmberechtigten und vier mehr als der Verwaltungsrat der VG Wort, der nicht über ein Budget von 2,4 Millionen Euro, sondern eines von mehr als 100 Millionen Euro wacht. Immerhin sind wir von Düsseldorfer Verhältnissen weit entfernt: In den vierteljährlichen Gesamtvorstandssitzungen unserer Kollegen in NRW haben 39 Funktionäre volle und weitere 22 beratende Stimme.
Gelegenheiten, aneinander vorbeizureden und sich über echte oder vermeintliche Partikularinteressen in die Wolle zu kriegen, gab es in München jedenfalls schon bisher mehr, als dem Verband gut tat. Was Unternehmen längst begriffen haben, ignorieren wir geflissentlich: Je mehr Interessenvertreter mit unterschiedlichen Agenden in einer Runde sitzen, desto mehr leidet die Produktivität der Vorstandsarbeit. Wir haben dennoch am Samstag die Erweiterung beschlossen – mit überwältigender Mehrheit, um des lieben Friedens willen. Wir schaffen aber nur deshalb neue Pöstchen, weil wir keinen echten Umbau hinkriegen. Man kann das für absurd halten, für masochistisch oder nachgerade schizophren… tja, so sind wir wohl.
Immerhin haben wir auch für einen trostpflaströsen Versuch gestimmt, wenn schon nicht die Effizienz, so doch wenigstens den Output der Gremienarbeit zu steigern. Ab nächstem Jahr muss der Vorstand uns Mitgliedern jeweils im Mai ein Arbeitsprogramm vorlegen, dessen Umsetzung wir dank unserer Eigenschaft als Oberster Souverän dann wiederum ebendiesen Vorstandsmitgliedern (als Vertreter der von ihnen geleiteten Untergremien) aufs Auge drücken dürfen. „BJV 2014: „BJFrau“ und das eigentliche Problem dahinter“ weiterlesen


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