Klimaschutz Landsberger Art (Blaue Tonne I)

Es war einmal eine Firma Remondis, die stellte allen Bürgern, die das wollten, eine große Mülltonne mit blauem Deckel gratis vors Haus. Die konnte man mit alten Zeitungen, zerlegten Pappkartons und Reißwolfschnitzeln vollstopfen und gratis leeren lassen. Das aber missfiel dem Kreistag von Landsberg am Lech, und so beschlossen die Volksvertreter, damit müsse wieder Schluss sein. Das Altpapier und die Pappe der Bürger sind nach Auffassung des Landkreises dessen Eigentum, welches der Bürger an einem der dafür bereit gehaltenen Wertstoffhöfe abzuliefern hat. Statt eines einsamen Lastwagens, der sich nur alle paar Wochen in den Gemeinden blicken ließ, fahren jetzt wieder Tausende Privatautos durch die Gegend, machen Lärm und Abgas, Bürger vertun Zeit und verpulvern Geld für Sprit.

So ist das hier bei uns: Die Firma, die mir kostenlos eine umweltfreundliche und ausdrücklich erwünschte Dienstleistung erbrachte, wird verjagt, während die Behörden tatenlos zusehen, wie uns irgendwelche dubiosen Lumpensammler regelmäßig grässliche Plastikwaschkörbe vor die Haustür schmeißen, in die wir aber bitte nur gut erhaltene Schuhe oder Textilien legen sollen.

Und jetzt frage bitte niemand, wer in unserem Kreistag die Mehrheit stellt. Wir leben in Bayern.

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2 Antworten auf „Klimaschutz Landsberger Art (Blaue Tonne I)“

  1. Ja, dieser Schwachsinn hat Methode…bei uns in Buchloe sammeln zwar drei Vereine alle 2 Monate Altpapier (Rotes Kreuz, Kolping, Eisstockschützen), doch die Termine stehen nur in der lokalen Zeitung – wer die nicht hat, kann sie noch auf der Gemeindewebsite nachlesen, aber da stehen sie manchmal auch nicht oder falsch…und dann kann man das Papier wieder in die Garage räumen…oder zum Wertstoffhof fahren (wobei Papier auch irre schwer ist), wo es schon mit Fensterumschlägen stets Ärger gab, und wenn da 3x drauf steht „ich gehöre ins Altpapier“.

    Vor 2 Jahren kam nun endlich die blaue Tonne von einem privaten Unternehmer (für den Grünen Sack gibt es gar keine Möglichkeit außer Wertstoffhof), und schon ging die Diskussion hier auch los…

    Noch dürfen wir aber unsere blaue Tonne haben, bis 2012 auf jeden Fall, und ich hoffe, das bleibt auch so. Aber die Gefahr besteht auch hier…

  2. Treffend beschrieben und nichts dazu erfunden!!!

    Das die Blaue Tonne in den Nachbarlandkreisen von Landsberg verwendet wird, zeigt welch Schildbürgerstreich dahintersteckt! Das der Wegfall des Holsystems die Schwachen trifft liegt auf der Hand. Mobilitätseingeschränkte Menschen, Großfamilien, Berufstätige und viele andere müssen zu festgelegten Zeiten Mülltourismus betreiben. Wenn sie Glück haben, sind die Container nicht überfüllt!

    Wir wollen die „Blaue Tonne“ zurück, da

    o sie die Entsorgung der nicht unbeträchtlichen Mengen erleichtert
    o Fahrtkosten und Zeitaufwand für die Fahrten zur Wertstoffsammelstelle reduziert werden können
    o die CO2-Bilanz positiver ausfällt
    o die Erfassungsmenge erhöht und die Restmüllmenge damit reduziert werden kann
    o nicht in jeder Kommune eine Papiersammlungen durch Vereine stattfindet
    o nicht jeder Bürger in der Nähe eine Sammelstelle hat

    Bitte unterstützt die AKTION „Mein Altpapier auch in die Blaue Tonne“ unter pro-blaue-tonne-landsberg@arcor.de

    Danke Elke und Thomas

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