Liebe Kandidaten der Kauferinger Mitte, …

…langsam, aber sicher bedaure ich Euch/Sie. Ich weiß ja, was zumindest den einen oder die andere von Euch bewogen hat, in dieser namensmäßig recycleten Wählervereinigung mitzumachen: Wenn man das Gedankenspiel wagt, die Politik Klaus Bühlers von seiner Person zu trennen, kann man ja durchaus zu dem Schluss kommen, es sei genug Substanz übrig für ein sinnvolles Engagement im Gemeinderat. Natürlich ist eine Idee oder ein Konzept nicht dadurch verbrannt, dass die falsche Person sie gut findet.

Ein Problem ist es aber, wenn eine Person dermaßen große Schatten auf die politischen Inhalte wirft, dass man letztere kaum noch wahrnimmt. Und Bühler fehlt jegliches Talent, sich auf seine alten Tage noch jene Qualitäten, Fähigkeiten und Eigenschaften anzueignen, die jetzt gefragt sind, als da wären: Selbstkritik, Bescheidenheit, Reue, Demut, Respekt. Angesichts der rechthaberischen Art, in der er der keineswegs überzogenen Berichterstattung und Kommentierung in den lokalen Printmedien begegnet, spuckt mein Gehirn zwei Namen aus: Wolfgang Wöller und Jakob KreidlBeide Vergleiche mögen böse und unfair erscheinen, da es im Vergleich zu dem fiktiven Bürgermeister von Kaltental oder der real existierenden Schande der Landratszunft in Kaufering eindeutig nur um Petitessen geht.

Aktualisierung 28. Februar:

Heute kam erneut Post von der  Kauferinger Mitte. Nach dieser Darstellung soll es sich mit dem über die Gemeinde abgerechneten Essen anders verhalten haben, als bisher berichtet wurde. Ich hätte gerne einen Link auf dieses Rundschreiben gesetzt, bisher ist es aber auf der Website noch nicht abrufbar. Deshalb habe ich mir erlaubt, den Text unten in die Kommentare zu kopieren. Allerdings frage ich mich schon, warum die „Mitte“ – angesichts ihrer sonst sehr offensiven Öffentlichkeitsarbeit – mit dieser Darstellung erst jetzt kommt.

In dem Text ist von „Maulwürfen“ in Ratskreisen die Rede. Da ich weder weiß, wer damit gemeint ist, noch Informanten an der Hand habe, die damit gemeint sein könnten, kann ich derzeit nur feststellen, dass Aussage gegen Aussage steht. Deshalb sind nachfolgend einige Sätze durchgestrichen.

Bitte lesen Sie meinen Kommentar, der sich an die Wiedergabe des Statements der Kauferinger Mitte anschließt.

UJF

Aber so rattert die Assoziationsmaschine in meinem Kopf nun mal. A propos Petit-Essen: Wer bitte kommt auf die Idee, seinen 65. Geburtstag mit der Ehefrau auf Sylt zu feiern und die gemessen an Anlass (und Ort!) des Diners ausgesprochen maßvolle Rechnung (111,40 Euro laut Kreisbote) bei seinem Arbeitgeber einzureichen?

Will sagen: Ein langjähriger Bürgermeister darf gerne erwarten, dass der Gemeinderat ihm zu Ehren an seinem 65. ein Festessen veranstaltet, sofern das keine Kreidlschen Dimensionen annimmt, bei denen man drei Nullen anhängen müsste. Aber wenn er sich angesichts des bereits schief hängenden Rathaussegens entschließt, den Jubeltag so weit weg von der Heimat (und den hiesigen Gesichtern) wie innerhalb Deutschlands nur möglich zu verbringen, dann bitte auch als Privatmann.

„Privates Geld hat mir nie viel bedeutet.“

Klaus Bühler laut Kreisbote vom 26.2.2014

Dieses schöne Zitat ist schon deshalb als Eigentor zu sehen, weil es dem Leser den Umkehrschluss förmlich aufdrängt: „Das Geld der Gemeinde hat mir immer mehr bedeutet.“ Sonst hätte der Guteste ja wohl kaum die Stillosigkeit, nein: die Unverschämtheit besessen, die Rechnung einzureichen. Unverschämt, das heißt: ohne jedes Schamgefühl. Schamlos. Ich bin kein Bayer, vermute aber, im hiesigen Idiom würde man das so zu kommentieren haben: A Hund isser, a ganz a ausgschamter. Ausgschamt heißt doch, dass sich einer ein für allemal ausgeschämt hat, oder? Der gibt sich mit so was Überflüssigem wie Genieren gar nicht mehr ab. „Hund“ wiederum mag in Bayern ein Ehrentitel sein, aber doch wohl nur unter denen, die Gerissenheit für die wichtigste Charaktereigenschaft halten (womit wir ganz zwanglos wieder bei der Amigomentalität angekommen wären). Hunden im bairischen Sinne ist stets eine gute Portion Scheinheiligkeit zu Eigen, wie sie exemplarisch in der Darstellung Bühlers zum Ausdruck kommt, er werde mit „Dreck“ beworfen und sei Opfer einer „Schlammschlacht“.

So kann man es natürlich sehen – nur sind es halt die eigenen Schlammbatzen, die zurückgeflogen kommen. Bühlers rhetorisch durchsichtige Empörung ist die eines Mannes, der jemanden, der das Nest säubern will, als Nestbeschmutzer hinstellen möchte. Die Medien haben in seinem Weltbild offenbar die Aufgabe, die Affäre zu beschweigen, weil er doch das Geld zurückgezahlt hat. Dass sie ihren Job machen und sich nicht dafür hergeben, die Informationen unter den Teppich zu kehren, ist aber uneingeschränkt zu loben. Gerade weil Leute wie unser Ex-Bürgermeister meinen, dem Überbringer unliebsamer Nachrichten eins drüberbraten zu müssen. Das war schon in der Antike keine kluge Idee.

Toni Schwaiger und sein Team (Respekt, Janina!) liefern zur Zeit übrigens wieder mal den Beweis, dass auch Anzeigenblätter sich mehr erlauben können als harm- bis zahnlosen Gefälligkeitsjournalismus.

Deshalb, liebe Kandidaten und Kandidatinnen, nutzt doch bitte die Kommentarfunktion dieses Blogs und verratet den Wählerinnen und Wählern, was für ein Verein die Kauferinger Mitte wirklich ist:

Handelt es sich wirklich um eine Gemeinschaft gleichberechtigter Gleichgesinnter, bei der Herr Bühler lediglich primus inter pares ist?

Wenn ja: Warum sieht man das Eurem Wahlkampfmaterial nicht an?

Nach welchem Schlüssel teilt Ihr Euch die Kosten des nicht gerade unaufwendigen Wahlkampfs?

Gibt es einen großzügigen Hauptspender? (Wenn ja, wer ist es? Beziehungsweise: Warum will er nicht, dass wir wissen, wer er ist?)

Zahlt Herr Bühler den Druck seiner Rechtfertigungstraktate aus eigener Tasche?

Solltet Ihr nicht klar trennen zwischen gemeinsamen politischen Anliegen und der persönlichen Reputationsmanagementkampagne des Herrn Bühler?

Wie sieht die organisatorische Verbindung zur Landkreis- und Landsberger Mitte aus?

Ich bin sehr gespannt. Bislang sieht diese Liste nämlich aus wie ein Sack, auf dem die Gesichter von 20 Katzen prangen – während das Miauen, das aus ihm dringt, verdächtig nach einem einzigen alten Kater klingt.

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7 Antworten auf „Liebe Kandidaten der Kauferinger Mitte, …“

  1. Guten Morgen Herr Froitzheim,
    dann rudere ich gerne ein Stück zurück. Ich meinte mit „Ihre letzten Artikel und Kommentierungen“ Ihre Wortmeldungen (dann nenne ich das jetzt mal so) im LT unter Ihrem Pseudonym UJF und Ihre letzten Blogeinträge. Grundsätzlich finde ich Meinungsäußerungen unter Pseudonym sowieso grenzwertig, da hinter solchen Masken oft der größte Unsinn verbreitet wird. Aber das ist ein anderes Thema. Da Sie beruflich andere Maßstäbe an sich legen als in Ihren Blogeinträgen, bin ich jetzt beruhigt. Dann nehme ich das Ganze einfach nicht mehr so ernst (also vielen Dank für den Hinweis).
    Allerdings wäre es ohne Ihre jetzt erfolgte Klarstellung schon schwer eine Unterscheidung hinzukriegen, wann Sie etwas als Journalist schreiben und wann Sie als normaler Bürger Ihre Meinung kundtun. Das heißt für mich: Ich lese jetzt nur noch Ihre echten Artikel , die Sie durch Ihren Blog anscheinend ja auch irgendwie promoten wollen. Sonst könnte ich Sie auf Ihrer Homepage ja gar nicht finden.
    Dass Sie Ihre Blogeinträge und Kommentare als Aufforderungen zum Dialog verstehen, hat dann allerdings auch bei mir zu einer kleinen Schmunzelattacke geführt. Denn ich hatte Ihre Verhaltensempfehlung zuerst schon so verstanden, dass ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung gefälligst einschränken soll, weil ich jetzt von Herrn UJF in Sippenhaft genommen werde. Dass Sie mit mir nur in einen Dialog treten wollten – sorry da hab ich Sie jetzt echt mißverstanden (mein Fehler) 😉
    Dass die Situation in den letzten Jahren im MGR verfahren war, ist auch richtig. Und natürlich sind an solchen Entwicklungen immer mehrere Personen beteiligt. Ich denke ganz Kaufering hat diese Entwicklung satt. Daher bin ich froh, dass jetzt Wahlen anstehen. Es ist natürlich schön, wenn ein Rat ordentlich zusammenarbeitet. Aber es sollte auch nicht der vorrangige Selbstzweck eines MGR sein, in vollkommener Harmonie dahinzudäuseln. Zuerst muss es um die Sache gehen und persönliches sollte hinten an stehen. Bei vielen, die im jetzigen MGR vertreten sind, war dies aber anders herum. Vielleicht waren bei Einigen die geschlagenen Wunden aus verlorenen Wahlgängen zu tief. Aber wer das nicht abkann und den Blick für die Sache verliert, der ist auch nicht wirklich geeignet dafür Kaufering voran zu bringen. Ein positives Beispiel ist der ehemalige MGR Hans Koch (SPD). Trotz verlorener Wahlkämpfe um das Amt des 1. Bürgermeisters hat er weiterhin sachliche Arbeit im MGR abgeliefert. An ihm können sich viele der verbliebenen MGR ein Beispiel nehmen. Zuletzt wurde er aber im MGR isoliert. Solche Entwicklungen können Sie auch sehr gut in den öffentlichen Sitzungen mitbekommen. Das Argument, dass die wirklich wichtigen Dinge in nichtöffentlicher Sitzung besprochen werden, stimmt nicht.
    Dazu kommt, dass Sie sich kein echtes Bild von einer Person machen können, wenn Sie nie jemanden real sprechen hören oder ihn beobachten, wie er sich in einer Situation verhält. Hierfür sind öffentliche Sitzungen auch gut geeignet.
    Ich denke, dass das Wahlprogramm der Kauferinger Mitte mit sehr vielen ehrlichen Details aufwarten kann, z.B. auch zur der Finanzierbarkeit von Projekten. Warum sollten neue Ideen und engagierte Bürger, die sich um ein Mandat bewerben, schlecht für Kaufering sein? Was soll an einem hohen Erfahrungsschatz schlecht für Kaufering sein? Wenn Sie die Personen nicht kennen, dann gehen Sie doch aktiv auf Sie zu (z.B. an den Ständen) oder gehen Sie auf echte Dialogangebote ein, anstatt Personen vorab schon auf bestimmte Eigenschaften zu reduzieren (…z.B. Sohn von…).
    So ich glaube das war es jetzt erstmal mit der Kommentiererei. Ich werde in den nächsten Tagen nochmal über Subjekt und Objekt nachdenken 😉 und mir mal einen von Ihren echten Artikeln gönnen.
    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

  2. Sehr Schade, dass sich Herr Huber für so etwas her gibt. Dieser Text wurde meiner Meinung nach von Herrn Bühler verfasst. Diese Argumentationskette könnte aus dem Kindergarten stammen. Weiter gedacht müsste bei zukünftigen Verfehlungen jedweder Art immer erst geprüft werden was hat die Person in seinem Leben geleistet. Und stehen die Kosten zur Aufklärung im Verhältnis zur Tat. Jede Verkäuferin an der Supermarktkasse müsste sich keine Gedanken mehr machen wenn Sie einen Pfandflaschenbon unberechtigterweise einlöst. Ein Bundespräsident wird nicht mehr 2 Jahre ohne Rücksicht auf die Kosten 2 Jahre verfolgt. Herr Bühler verkennt hier vollständig das es hier nicht um die Summe sondern um die Art und Weise wie er und Herr Sepp damit umgehen geht. Alle die in den letzten 28 Jahren Herrn Bühler als Gegner hatten wissen zu welchen Mitteln er und sein Kollege Sepp zu greifen im Stande sind. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Demokratieverständnis wurden eigene Weisheiten durchgepeitscht. Zurück geblieben ist ein Gemeinderat der zu oft mit diesen Mitteln mundtot gemacht wurde. Die Gemeinderatsmitglieder haben dieses Amt als Ehrenamt und können nicht davon leben. Aus diesem Grunde wurde vieles totgeschwiegen. Das Risiko das sich Widerspruch auf das berufliche, gesellschaftliche und private Leben auswirkt ist es nicht wert. Man sollte Leserbriefschreiber befragen die negatives geschrieben haben welchem Terror diese teilweise ausgesetzt waren. Einige gaben klein bei und relativierten ihre Aussagen wieder. Diese Herren Bühler,Sepp und Rapp`s schmeißen mit Schmutz wo es geht. Hätten wir in Landsberg und Kaufering einen investigativen Journalismus stünde Landsberg und Kaufering nicht vor diesen Schuldenbergen. Herr Sepp schreit Judas als die Dinge an Tageslicht kommen. Und Herr Bühler schreibt nur mit Hilfe des 2 Bürgermeister konnte er die Summe um die es geht erfahren. Hier muss Herr Sepp aus der nichtöffentlichen Sitzung geplaudert haben. Daran kann man die Gedankenwelt dieser Herren erkennen. Sie meinen über dem Gesetz zu stehen.

  3. Dieses Schreiben kam heute morgen als Hauswurfsendung.

    An die Mitbürgerinnen und Mitbürger in Kaufering

    „Was uns noch auf dem Herzen liegt“

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

    zur Kultur einer gut geführten Gemeinde gehörte bisher auch, für verdiente Mitbürgerinnen und Mitbürgern Feste auszurichten und mit zu feiern. So hat unser damaliger 1. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler seinem geschätzten Vorgänger, Herrn Ehrenbürger Fritz Jung (1923-1995) zu dessen 65. und 70. Geburtstag würdige Festlichkeiten bereitet. Auch für Herrn Ehrenbürger H.O. Mattes (1922-2005) hat er zu entsprechenden Festivitäten zu dessen 70., 75. und 80. Geburtstag eingeladen. Jede dieser hoch verdienten Würdigungen hat spürbar mehr als 1.000 € gekostet; das war aber nie Stein des Anstoßes.
    Herr 2. Bürgermeister Norbert Sepp hat 2009 seinen 70. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 43 Jahre Gemeinderat, davon 11 Jahre 2. bzw. 3. Bürgermeister. An der Ausgestaltung seines Festabends hat sich der Markt Kaufering mit 1.000 € beteiligt.
    Unser 1. Bürgermeister Dr. Klaus Bühler konnte 2009 seinen 65. Geburtstag feiern. Um dem zu erwartenden Trubel mit den üblichen Feierlichkeiten zu entkommen, ist er in den Urlaub an die Nordsee gefahren. Der Markt Kaufering hat ihm € 1.000.- geschenkt. Als Überraschung für ihn hatte Gemeinderat Dr. Börries Graf zu Castell ein Abendessen an seinem Geburtstag in einem alten Nordseelokal organisiert (Kosten 111 €). Die entsprechenden Gelder sind inzwischen zurück bezahlt worden. Die Frage, ob die Zahlungen in ihrer Höhe angemessen waren, wird im Rahmen der laufenden Verfahren unaufgeregt geklärt werden.
    Stutzig machen allerdings die vier nachstehenden Fragen:
    • Ist es purer Zufall, dass Vorgänge aus dem Jahr 2009 vier Wochen vor einer Kommunalwahl auf den Tisch kommen?
    • Wie kommt es, dass ausgerechnet von den beiden Tagesordnungspunkten, an denen unsere beiden Spitzenkandidaten beteiligt sind, die Unterlagen durch „Maulwürfe“ – trotz der aufsichtlich angeordneten „Nicht-Öffentlichkeit“ – der Presse zugespielt wurden?
    • Warum werden die Personen, die es betreffen mag, nicht vorher gehört, bevor juristische Schritte eingeleitet werden?
    • Kann es den Mitgliedern des Marktgemeinderates wirklich um eine sachliche Prüfung gehen, wenn sie gar nicht die Sichtweise und die Argumente der angegriffenen Personen interessieren?
    Geprüft wurde vom örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss, dann vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV) und jetzt ist ein Rechtsanwalt eigens dafür engagiert worden, um zu suchen, wo Schadenersatzforderungen erhoben werden können. Diese Beauftragung eines Rechtsanwaltes ist an der Rechtsaufsicht am Landratsamt vorbei vollzogen worden. Die Verfahrenskosten (Sitzungsgelder und Anwalt) dürften jetzt schon ein Mehrfaches des Streitwertes ausmachen. Und das alles, ohne die Argumente der handelnden Personen zu kennen!
    Stück für Stück können wir aus der Presse erfahren – und nicht aus dem Rathaus -, was der Marktgemeinderat in nicht-öffentlichen Sitzungen zum Thema „Geschenke“ so alles beschließt: Denn das Feuerchen darf bis zur Wahl am 16.03.2014 nicht ausgehen!
    Fazit für die „Gestaltungsmehrheit“ im Marktgemeinderat: Ziel erreicht, Bühler und Sepp von hinten mit Dreck beworfen, dabei die Rechtsaufsicht – mit Landrat Eichner und Verwaltungsdirektor Graf an der Spitze – lächerlich gemacht und die Gemeindeordnung vorsätzlich mit Füssen getreten.
    Dabei hätte die „Gestaltungsmehrheit“ schon in der Vergangenheit so viel Gutes bewirken können. Wenn sie sich nicht gesperrt hätte, dann könnten wir jetzt eine dritte Freiflächenphotovoltaikanlage in Richtung Penzing mit jährlich rd. 300.000 € Gewinn betreiben. Und dies auf die Dauer von 20 Jahren! Zusammen mit dem um 2 Jahre verzögerten Einbau eines BHKW (2×150.000 €) für das Biomasseheizkraftwerk und den Mehrkosten für die Mehrfachplanungen (rd. 70.000 €) ergibt sich ein Barwert in Höhe von rd. 4 Mio €. Dieser Betrag ist praktisch „verplempert“ worden.
    Gerne hätten wir Ihnen und uns einen Wahlkampf gewünscht, der allein über Inhalte geführt wird. Bei aller Toleranz anderen gegenüber: Wir können uns des Eindruckes nicht erwehren, dass hier anstelle eines sachlichen Wahlkampfes systematisch versucht wird, Kandidaten der „Kauferinger Mitte“ madig zu machen. Aber so sieht wohl der so oft gepriesene Neuanfang von 2012 in Wirklichkeit aus.
    Wir bitten Sie aber trotz der „unschönen Begleiterscheinungen“ bei dieser Wahl: Vergleichen Sie bitte die Programme der einzelnen Gruppierungen mit unseren Vorschlägen und Absichten und kommen Sie bitte auf uns zu, wenn Sie Fragen haben. Wir diskutieren sehr gerne mit Ihnen! Profitieren auch Sie von unserem Leitspruch:
    Zukunft braucht Können. Können braucht Erfahrung. Wir wissen wie.
    Mit den besten Wünschen – auch für eine gute Wahl
    Ihr Team der kauferinger mitte
    ViSdP: M. Huber, Ludwigstr. 29, 86916 Kaufering

    1. Hier meine Anmerkungen dazu:
      1.) Dass ein Bürgermeister (mit Zustimmung des Gemeinderats) ein Fest zu Gunsten seines Vorgängers oder eines Ehrenbürgers ausrichtet, ist selbstverständlich legitim. Es begründet aber keinen Anspruch darauf, dass ihm selbst vergleichbare formale Anerkennung zuteil wird. Diese Entscheidung obliegt den de jure dafür zuständigen Mandatsträgern. Jeder Fall ist für sich zu betrachten.
      2.) Ich habe nirgendwo gelesen, dass jemand den Festabend zu Herrn Sepps 70. Geburtstag moniert hätte. Ist mir da etwas entgangen? Oder ist das die vorsorgliche Verteidigung gegen einen noch nicht erfolgten Angriff?
      3.) Dass sich Herr Bühler 2009 nicht feiern lassen wollte, war zweifellos sein Recht. Damit hat er aber „A“ gesagt. Folgerichtig hätte er auch „B“ sagen müssen. Aus dem Text geht leider nicht hervor, welche juristische oder natürliche Person mit „der Markt Kaufering“ gemeint ist, sprich: ob der Gemeinderat oder der 2. Bürgermeister die Schenkung der 1000 Euro beschlossen bzw. verfügt hat. Diese Information wäre jetzt hilfreich.
      4.) Die Sache mit dem Sylter Festessen sieht so mehr nach einer Ungeschicklichkeit aus. Wenn es so war, dass Herr zu Castell den Bühlers im Namen des Gemeinderats das Menü spendiert hat, sei es ihnen gegönnt. Ich frage mich jetzt, warum a) Klaus Bühler das Geld überhaupt zurückgezahlt hat und b) kein einziges der damaligen Gemeinderatsmitglieder bei Bekanntwerden der Causa die Sache richtiggestellt hat.
      4.) Zu der rhetorischen Frage, warum Vorgänge aus dem Jahr 2009 erst jetzt auf den Tisch kommen: Ich vermute mal, das hat damit zu tun, dass nach Herrn Bühlers Verabschiedung und einigen unschönen Auseinandersetzungen niemand mehr nachtreten wollte. Diese Rückkehr zu einem friedfertigen Miteinander darf man durchaus als honorige Verhaltensweise werten. Als der Ex-Bürgermeister sich wieder auf der politischen Bühne zurückmeldete – in einer durchaus kämpferischen Weise –, dürften einige Ratsmitglieder diese Zurückhaltung nachträglich als politischen Fehler angesehen haben. Wer die Auseinandersetzung sucht, darf nicht erwarten, dass seine politischen Kontrahenten dann auch noch beide Augen zudrücken.
      5.) Der Schuss gegen die Maulwürfe geht nach hinten los. Es ist schlimm genug, wenn auch nur versucht wird – von welcher Seite auch immer – den Wählern Informationen vorzuenthalten, die für ihre Wahlentscheidung relevant sind. Wenn aus juristischen Gründen wie etwa Persönlichkeitsrechtsschutz eine Sitzung nicht öffentlich sein darf, muss aber wenigstens nachträglich ein Ergebnisprotokoll veröffentlicht werden. Dass gar keine Informationen herausgegeben werden, geht nicht an.
      6.) Presseschelte ist kein guter Stil in der politischen Auseinandersetzung.
      7.) Zum eigentlichen Wahlkampfthema – Investitionen in Erneuerbare Energien – mögen sich bitte die Kandidaten der anderen Listen äußern. Das interessiert mich sehr. Ich schalte ihre Kommentare auch schnellstmöglich frei.
      8.) Ich kann nur für mich sprechen, aber ich will nicht die Kandidaten der Mitte madig machen. Mich stört nur das Verhalten von zwei Herren. Ja, es gibt eine Polarisierung und eine zu emotionsgeladene Auseinandersetzung. Aber nach einem Vierteljahrhundert Bürgermeister Bühler dürfte wirklich jedem Kauferinger klar sein, dass daran nicht allein die anderen schuld sind.

      P.S.: Laut Impressum der Website der Kauferinger Mitte ist deren offizieller Sitz Landsberg. Daraus lässt sich schließen, dass der Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt des presserechtlich Verantwortlichen, also Klaus Bühler, tatsächlich noch nicht wieder Kaufering ist. Eine solche exterritoriale Kandidatur scheint legal zu sein, denn sonst wäre die Liste wohl nicht zugelassen worden. Aber einen wirklich guten Eindruck macht das nicht.

      1. Hallo Herr UJF,

        wenn ich mir Ihre letzten Artikel und Kommentierungen so ansehe, dann scheint ein „Journalismus unter Druck“ nicht gerade für Qualität zu stehen. Qualitätsjournalismus und Zeitdruck schließen sich geradezu aus. Niveau und Zeitdruck hätten sich dahingegen nicht ausgeschlossen – aber auch hieran fehlt es in Ihren letzten Abhandlungen gewaltig.
        Lassen Sie mich das an Ihren letzten Anmerkungen deutlich machen:
        Zu Ihrer Anmerkung 2): Ja, Sie haben anscheinend den Artikel des Kreisboten nicht oder nicht aufmerksam genug gelesen (kann unter Druck schonmal vorkommen). Apropos: Wenn niemand den Festabend von Herrn Sepp’s 70. Geburtstag und die Kostenbeteiligung der Marktgemeinde daran moniert hätte, wie kommt dann der Marktgemeinderat darauf, evtl. Schadensersatzansprüche von einem externen Rechtsanwalt prüfen zu lassen?
        Zu Ihrer Anmerkung 3): Wieso wäre dies hilfreich? Wenn die Gemeinderäte hierzu einen Beschluss gefasst hätten, wäre dieser ebenso angreifbar, wie wenn der 2. Bürgermeister als Organ der Gemeinde in eigener Zuständigkeit angeordnet hätte. Es ist nämlich so, dass der Bürgermeister über Geldbeträge in dieser Höhe selbst entscheiden kann. Dies wird nur dadurch eingeschränkt, dass es anscheinend einen Rahmen gibt, innerhalb dessen Geldgeschenke als angemessen gelten. Diese Vorschrift, die sich anscheinend nur aus der herrschenden Meinung in der Literatur zum Verwaltungsrecht ergibt und einzelfallabhängig ist, kannte aber weder der Kämmerer, der Bürgermeister und höchstwahrscheinlich auch nicht der Gemeinderat.
        Zu Ihrer Anmerkung 4): Da Sie sich jetzt fragen, warum mein Vater auch das Geld für das Überraschungsessen zurückgezahlt, frage ich mich: Was ist daran falsch? Sind Sie enttäuscht, dass dieses Verhalten nicht zu dem rechthaberischen Charakter passt, der nur auf Geld aus ist, den Sie in Ihren vorhergehenden Artikeln versucht haben zu skizzieren? Natürlich könnte er jetzt darauf bestehen, dass er dieses Geld nicht zurückzahlen muss. Aber warum sollte er dies. Dass es ihm nie um Geld ging, hat er doch sehr deutlich gemacht. Wenn er jetzt nach 5 Jahren erfährt, dass ein Geburtstagsgeschenk, über das er sich sicherlich auch gefreut hat, mit Hilfe eines Anwalts zurückgefordert werden soll , ja glauben Sie im Ernst, dass man ein solches Geschenk behalten will? Für die Rückzahlung hätte es bestimmt auch keinen Anwalt gebraucht. Viele dieser Punkte, die man ihm jetzt versucht vorzuwerfen, hätte man auch vorher klären können. Aber dann gäbe es auch weniger zu enthüllen 😉
        Mich verwundert es ehrlich gesagt nicht, dass Herr Graf zu Castell in der Sitzung anscheinend nicht den Mut gehabt hat, zu erläutern, wie es zu dem Abendessen gekommen ist. Vielleicht hat er sich gedacht, dass ihm das jetzt mit seiner ausdrücklichen Distanzierung im Namen der UBV von vor 2 Wochen etwas ungelegen kommt. So gesehen hat er sich ja damals schon unbemerkt von sich selber distanziert – ist wahrscheinlich Deutschlandweit auch einmalig.
        Zu Ihrer zweiten 4. Anmerkung (passiert unter Druck schonmal): Das ist ja nett. Nachdem der CSU-Ortsvorsitzende Puchmayr mit seinen beiden Anzeigen, in denen er beim Staatsanwalt auch noch um Anonymität gewinselt hatte, grandios gescheitert ist und auch das weitere Nachschieben einer Anzeige von GAL-Ratsmitglied nichts gebracht hat, ist die Gestaltungsmehrheit im Marktgemeinderat dann ganz zahm geworden. Hier merkt man, dass Sie selten in öffentliche Sitzungen gehen. Alles was mit dem Namen Bühler in Zusammenhang gebracht worden ist, war nämlich immer ganz schlimm und verwerflich. Der Marktgemeinderat hat sich weiter an meinem Vater abgearbeitet und ihm ein Diziplinarverfahren beschert, ohne mal seine Sichtweise auf die Dinge zu erfragen. Wozu auch? So kann man sich als Kläger und Richter gebären. Und der, den es betrifft, kann sehen wie er dann falsche Anschuldigungen wieder aus der Welt schafft (das war kein Nachtreten – gewiss nicht). Ja, sehr honorig das Ganze.
        P.S. Mein Vater hat seine Wahlkämpfe immer über Argumente geführt und war daher auch so erfolgreich. Die Kauferinger Bürger sind nämlich nicht dumm.
        Den Tenor aus Ihren Anmerkungen 5.), 6.) und 7.) fasse ich mal eben zusammen: Sie beschweren sich über Presseschelte, über mangelnden Stil in der politischen Debatte und dass es eine emotionsgeladene Debatte gibt.
        Ich finde es ziemlich unglaubwürdig und erst recht stillos, wenn Sie sich über Presseschelte beschweren und mich, da ich mit Nachnamen Bühler heiße, dazu auffordern zu schweigen und mich zu schämen. Ich darf Ihre LT-Online Kommentierung hierzu zitieren:
        „Wenn ich Bühler mit Nachnamen hieße, würde ich einfach nur betreten schweigen und mich für meinen Vater schämen – weil der nicht einmal mehr merkt, dass er selbst es ist, der hier mit voller Kraft daran arbeitet, seinen Ruf endgültig zu ruinieren.“
        Ich glaube Herr UJF, in Stilfragen und Sachverhaltsverdrehungen machen Sie keinem etwas vor. Gerade die schlecht aufbereiteten und mitunter manisch wirkenden Artikel von Ihnen (kann unter Druck schonmal vorkommen) laden doch die Debatte mit Emotionen erst richtig auf. Sie sind bisher nur einmal auf Inhalte (Anmerkung 8) eingegangen. Das ist schon schwach, in Anbetracht der Unterschiede, die sich in den Wahlprogrammen widerspiegeln.

        Vielleicht lassen sich sich bei Ihrem nächsten Artikel etwas mehr Zeit. Oder Sie sprechen mal persönlich mit den Betroffenen. Ich würde mich freuen.

      2. Hallo Herr Bühler,

        bevor ich zur Sache komme, ein paar Vorbemerkungen.
        – Mein Name ist, wie oben klar zu lesen, Froitzheim. Wenn Sie mich lieber bei meinem Kürzel rufen, dürfen Sie das „Herr“ weglassen. „Hallo UJF“ ist nach der Netiquette völlig okay. Der Titel „Froitzheims Wortpresse“ spielt übrigens mit dem Namen des populären Blog-Programms WordPress, mit dem ich diese Seiten erstelle, und zugleich mit deren wichtigstem, aber eben nicht einzigen Sujet: Journalisten sind heute einem recht hohen Arbeitsdruck ausgesetzt. Ich würde also Ihrer These, dass Zeitdruck dem Qualitätsjournalismus nicht gut tut, gar nicht widersprechen.
        – Sie monieren die Qualität von „Artikeln“ – und damit liegen Sie falsch. Sie befinden sich hier auf einem Blog, dessen Betreiber zwar zufällig Journalist ist, sich aber mit der hiesigen Kommunalpolitik ausschließlich in seiner Eigenschaft als Bürger dieser Gemeinde auseinandersetzt. Über die Kauferinger Politik schreibe ich nicht beruflich, ich verdiene damit kein Geld, es sind schlichte Blogbeiträge. So wie ein bloggender Studienrat oder Elektriker mache ich mir meine Gedanken zu dem, was ich aus allgemein zugänglichen Quellen erfahre. Als Privatautor hätte ich gar keine Chance, bei staatlichen und kommunalen Stellen einen Auskunftsanspruch geltend zu machen (den ich hätte, wenn ich beruflich schriebe). Kurzum: Das hier ist keine Konkurrenz zum Tagblatt und soll auch kein Pendant zum Landsbergblog werden. Für so ein Projekt fehlt mir allein schon die Zeit.
        – Im Gegensatz zu journalistischen Artikeln sind Blogbeiträge meist Reaktionen auf Veröffentlichungen, in diesem Fall auf die Papierflut in meinem Briefkasten im Vorfeld der Wahl, und sie sind ihrerseits immer ein Angebot zum Dialog, zur Reaktion, zum Widerspruch. Daher musste ich etwas schmunzeln über Ihren Satz: „Oder Sie sprechen mal persönlich mit den Betroffenen.“ Die Betroffenen hatten das erste Wort, ich antworte online, erhalte Feedback online. Wie man an Ihrem Kommentar sieht, klappt das ja auch.
        – Da Sie nun den Unterschied kennen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn sie künftig darauf verzichten würden, hier durch pauschale Unmutsbekundungen auch meine berufliche Arbeit schlecht zu machen, denn auf dieser Website befindet sich auch mein umfangreiches Archiv mit echten Artikeln, die in respektablen Magazinen erschienen sind. Ich äußere mich ja auch nicht über die Qualität Ihrer beruflichen Arbeit.

        Nun zu Ihren Kritikpunkten:

        2) Es stimmt, dass ich nicht jede Ausgabe des Kreisboten von vorne bis hinten lese und das Blatt auch nicht archiviere. Man kann als Bürger schon mal den Überblick verlieren, was für Ausgaben und Aufwendungen da alle geprüft werden. Grundsätzlich halte ich es aber für legitim, wenn ehrenamtliche Ratsmitglieder, die nicht alle Juristen sind, fachlichen Rat einholen. Schließlich tragen sie Verantwortung. (Natürlich ist es immer besser, sich vorher schlau zu machen.)
        3) Mich interessiert das nicht aus juristischen Gründen. Es ist politisch ein himmelweiter Unterschied, ob es sich um einen einstimmigen Beschluss, einen knappen Mehrheitsentscheid oder den Alleingang einer Person gehandelt hat, die ihrerseits in den Genuss vergleichbarer Zuwendungen gekommen ist.
        Geldgeschenke halte ich grundsätzlich für mit unserer politischen Kultur schwer vereinbar – und gegenseitige Geldgeschenke schon gar nicht. Deshalb ist es aus meiner Sicht unerheblich, ob eine Zahlung unter bestimmten Umständen gerade noch rechtlich vertretbar gewesen sein könnte. Und wenn ein Amtsträger meint, Bargeldgeschenke machen zu müssen, ist es das Mindeste, dass er sich vorher über die maximal zulässige Höhe informiert. Wenn man nicht sicher weiß, dass es legal ist, lässt man es am besten bleiben. Für meine Wahlentscheidung heißt das: Ich kann zwar jemanden wählen, der mit einer guten Begründung einem Sachgeschenk von angemessenen Wert oder einer Festivität in angemessenen Rahmen zugestimmt hat. Ich werde aber niemanden wählen, der Bargeld aus der Gemeindekasse verteilt. Falls der versammelte Gemeinderat so etwas tut, bekommt keines der Mitglieder meine Stimme.
        4) Wie sie darauf kommen, ich hätte Ihrem Vater unterstellt, er sei nur aufs Geld aus, ist mir ein Rätsel. Ich bin ja ausdrücklich darauf eingegangen, dass er aus freien Stücken Bürgermeister geblieben ist, obwohl er auf seinem vormaligen Karrierepfad eine höhere Besoldungsstufe hätte erklimmen können. Jemand, dem es wirklich nie ums Geld geht, würde so etwas allerdings gar nicht erwähnen, sondern von sich aus öfter mal sagen: „Nein danke, das kann ich jetzt wirklich nicht annehmen.“
        Was den Herrn zu Castell angeht: Dass sich jemand von sich selbst distanziert, ist ganz gewiss nicht bundesweit einmalig. Man braucht maximal bis zur bayerischen Staatskanzlei zu schauen.
        4) Jaja, erwischt. Hat aber mit Druck nichts zu tun. Eher damit, dass Fehler auf dem Bildschirm nicht so gut auffallen wie auf Papier. Zum Inhalt: Ich habe keine Zeit, um mir Ratssitzungen anzutun, zumal das Interessante offenbar eh immer nicht-öffentlich verhandelt wird (okay, keine Kauferinger Spezialität, diese Unsitte). Aber Sie brauchen auch nicht so zu tun, als stecke der gesamte Gemeinderat dahinter, wenn das eine oder andere seiner Mitglieder in einem Konflikt die Dinge auf die Spitze treibt. Und in einem Punkt scheint es ja doch fraktionsübergreifenden Konsens zu geben: Aus dem Miteinander entwickelte sich in den letzten Jahren der Amtszeit ihres Vaters ein Einer-gegen-Alle/Alle-gegen-Einen. Die Erfahrung lehrt, dass daran nie eine Seite alleine schuld ist.
        Wir Kauferinger Bürger sind tatsächlich nicht alle dumm, und deshalb mag auch niemand, den ich kenne, noch lesen, wie der frühere erste Bürgermeister mit seiner vermeintlichen Opferrolle kokettiert.
        Zu Ihrem Crosspost aus der LT-Kommentarspalte: Ich habe nur geschrieben, wie ich mich an Ihrer Stelle oder der Ihres Bruders verhalten würde. Niemand hätte daran gezweifelt, dass die Familie Bühler zusammenhält. Die Rückkehr Ihres Vaters in die Kommunalpolitik hilft aber weder Kaufering noch ihm. Wenn die Wahlperiode endet, wird er 75 sein, und die sechs Jahre bis dahin wären zweifelsohne stressig für alle Beteiligten (denn die Mitte wird ja wohl kaum die absolute Mehrheit im Rat erobern). Mir hat noch niemand erklären können, warum er sich das antut. Können Sie es?
        Lassen Sie mich mit der Bemerkung abschließen, dass ich nicht die Absicht hege, irgendwem in punkto Sachverhaltsverdrehungen etwas vorzumachen, auch Ihnen nicht, und es richtig lustig finde, dass Sie nicht geschrieben haben, mir mache in diesen Dingen niemand etwas vor. Und Subjekt und Objekt zu vertauschen, kann ja schon mal vorkommen, wenn man unter Druck steht. Irgendwie beruhigend, dass nicht nur Journalisten den aushalten müssen.

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