Internet = Emoticon + Enquete ?

Die Enquete-Kommission des Bundestages zur staatlichen Reglementierung des Internets hat ihre Empfehlungen ausgesprochen – und nicht das gesagt, was Schwarzgelb wollte. Es geht um wirklich ernsthafte Fragen, zum Beispiel auch ums Urheberrecht.

Aber: Es geht ums Internet. Da braucht eine Zeitung Links, die man dazustellen kann. Irgendwelche Links, Hauptsache etwas, das der Laie mit „Online“ verbindet, am besten was Unterhaltsames, denn die Leser eines Handelsblattes wollen sich ja unterhalten und nicht bilden oder informieren.

Irgendwas mit Internet

Na gut, bei dem diese Links umgebenden Text ist es vielleicht auch gut, wenn Infotainment von ihm ablenkt: „Internet = Emoticon + Enquete ?“ weiterlesen

Hallo, Herr Freinetz!

Dass Herr Grube mit Vornamen Bahnchef heißt, wusste ich. Dass es einen Herrn Freenet gibt, der mit Vornamen Vilanek heißt, nicht. Danke, liebes Handelsblatt.

Nachtrag vom Donnerstagabend: Der „Unternehmenschef Vilanek Freenet“ kam vorhin zum dritten Mal über den Handelsblatt-Newsticker. Das bestätigt meinen lang gehegten Verdacht, dass da niemand mehr aufs Knöpfchen drücken muss, um die Contentschleuder auszulösen. Da ist ein Roboter am Werk, und da Roboter nichts gegenlesen, geht derselbe Fehler immer wieder raus.

Nachtrag vom Samstagabend: Falls Sie nachsehen möchten, wie lange sich so ein Fehler hält, ohne dass es einer merkt: hier der Link.

 

dpa macht fast Milliardenumsatz – äh, wie?

Die Deutsche Presse-Agentur mag groß sein, aber nicht so groß, wie H. P. Siebenhaar vom Handelsblatt sie macht. Kann ja mal passieren, dass an der Tastatur das Komma klemmt, das zwischen 87 und 8 gehört hätte. Also: Es waren 87,8 Millionen Euro.

Quelle: Handelsblatt online, 29.6.2011

Nachtrag 30. Juni, abends: Obwohl seit 22 Stunden ein Kommentar vorliegt, der auf den Fehler hinweist, hat noch niemand reagiert. Der verzehnfachte Umsatz ist immer noch online. Das heißt: Die Redakteure werden nicht automatisch benachrichtigt, wenn jemand ihre Meldungen kommentiert, und offenbar gibt es auch niemanden, der diesen Job gesammelt für die Kollegen übernimmt. Kommentare sind nur für die anderen Leser da; der Redaktion sind sie schnurz. Handelsblatt Online: eine Einbahnstraße.

Nachtrag 2. Juli, abends: Nein, niemand bemerkt den Lapsus. Wenn Sie nachsehen möchten: hier der Link. Sollten Sie entdecken, dass der Fehler korrigiert wurde, hinterlassen Sie bitte hier einen Kommentar. Danke. (Wenn die das in drei Wochen immer noch nicht geändert haben, petze ich bei Niggemeier. ;-))

Die Telekom pennt nicht

Soso, Google – das Unternehmen, das ungeniert Landkarten mit zehn Jahre alten Fotos ins Internet stellt und neue Bundesstraßen auch nach zwei Jahren noch nicht zur Kenntnis nimmt, ist wach, aber die Telekom schläft?

Was für ein schönes Vorurteil, Herr SZ-Kollege und Google-Fan! Dummerweise war die Telekom – so wenig man sie mögen muss – schon vor zwei Jahren an dem Thema dran, jetzt kommt die praktische Umsetzung.

Nachzulesen in der brandeins 9/2009: „Die Telekom pennt nicht“ weiterlesen

Es gibt keinen Loha, nur Lohasen

Liebe SZ-Wirtschaftskollegen, ich weiß ja, alle machen das instinktiv falsch: LoHaS ist kein Plural, der für die Freunde des „Lebensstils der Gesundheit und Nachhaltigkeit“ stünde. Darum gibt es den „Loha“ nicht, so gern Ihr auch dem grünsozialen Konsumenten dieses Etikett anhängt. Das wäre nämlich der „Lifestyle of Health and“. And? Und was?

Für mich ist ein Anhänger des LoHaS ein „Lohase“, und davon kann man ganz leicht einen korrekten Plural bilden – Lohasen.