’s Täschli und die Redak-Toren

Nennt die Schweizer Journaille die Affäre um die Zürcher Boutique, in der Oprah Winfrey ihren Pretty-Woman-Moment erlebte, wirklich „Täschligate“? Das ist dann dumm, zu dumm jedenfalls, als dass der stern (von gestern) dies hätte nachplappern müssen.

Erstens: Watergate war der Name eines Hotels, das Tatort einer politisch motivierten Straftat war. Geht es hier um ein Hotel oder eine Straftat? Nein.

Zweitens: Hatte die Straftat etwas mit Wasser zu tun? Nein, wenn man davon absieht, dass das Hotel wohl Zimmer hatte, von denen aus man den Potomac River sehen konnte.

Drittens: Hat Gate – also Pforte, Schleuse oder einfach Tor – mehr mit der Straftat zu tun als das Wasser? Wieder nein.

Viertens: Kandidiert Oprah Winfrey für das Amt der amerikanischen Präsidentin und gehört die Trois-Pommes-Boutique Barack Obama? Auch das nicht, jedenfalls nach allem, was man als Nicht-NSA-Mitarbeiter weiß.

Das einzige, um was es hier geht, ist eine Verkäuferin, die sich wohl krass daneben benommen hat (dass ihre selbstbekundeten Erinnerungen, die denen von Mrs. Winfrey widersprechen, Schutzbehauptungen sind, ist zumindest plausibel, denn die Prominente hätte keinen Grund, so etwas zu erfinden).

Darum sei heute und für alle Zukunft konstatiert: An irgendein Wort „gate“ als Suffix anzuhängen, um besagtes Wort in einen Skandalkontext zu stellen, ist nicht witzig, sondern bescheuert. Ein Journalist, der „Gate“ so verwendet, ist selber einer: ein Tor. Er handelt redak-töricht.

P.S.: Gerade lese ich bei Techdirt in einem Leserkommentar „Prismgate“. Es ist eine Sucht. Addictiongate.

SZ mit Verkleinerungslupe

Geniale Innovation bei sueddeutsche.de: Man klickt auf die Lupe und kann sich das Bild in klein ansehen. Chapeau!

Verkleinerungsglas

Hommage an Funke-Qualitätszeitung anno 1979

Ganz sicher bin ich mir nicht, aber es müsste die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) gewesen sein. Die WAZ hatte, wenn ich mich recht entsinne, ein anderes Layout.

Papst

Krauts und Krauter

Wolfgang Blau mag für die Briten einer von diesen „Krauts“ sein, und wir freien Journalisten sind für manchen arroganten Gehaltsempfänger vielleicht auch Krauter. Die Twitter-Assoziationsmaschine fasst das wie folgt zusammen:

Krauts

Man sagt ja nicht Böing 787, gell, Handelsblatt?

Die Rechtschreibspezialisten aus Dusseldörf haben wieder zugeschlagen. Schreib wie du sprichst. Man sagt Bo-ing, nicht Bö-ing. Na also.

BoingBoing