Sind Blogger käuflich?

Nein, ich interessiere mich nicht für Kooperationen mit Unternehmen, jedenfalls nicht in dem Sinn, in dem es hier gemeint ist. (Natürlich sind Verlage auch Unternehmen, und Firmen, die Kundenzeitschriften herausgeben, sowieso. Aber die unten stehende Grafik kann man nur so verstehen, dass Blogger gerne bereit seien, sich vor einen Werbekarren spannen zu lassen.)

Nicht einmal jeder elfte Blogger legt Wert auf Unabhängigkeit? „Sind Blogger käuflich?“ weiterlesen

Lügner am Tagesschau-Mikrofon

Als ich klein war, hießen die Tagesschausprecher Köpcke, Stöck, Veigel, Dombrowski und Wieben, und sie sagten nichts als die Wahrheit. Heute darf man raten, welcher ihrer Epigonen nur „Lügner“ oder sogar „Lügner und Heuchler“ ist.

Zucker für die Affen

Weiß irgendjemand hier noch nicht, dass es ungesund ist, viel Zucker zu essen und große Mengen süßer Getränke in sich hineinzuschütten? Ah, brav… alle wissen es, sie halten sich nur nicht dran. Dann ist das mal geklärt. Damit zum stern vom Donnerstag und seiner Titelstory:

Die Zuckermafia

Das Blatt, vom Gründer Henri Nannen einst als Lieschen Müllers Wundertüte konzipiert, springt seinen Lesern diese Woche mit einer ziemlich unverschämten Aufmachung ins Gesicht: ein knallroter kandidierter Apfel am Stiel, wie man ihn von Wiesn, Wasen und Dom kennt. Um ans Gesunde zu kommen, muss man sich durchs Ungesunde beißen, eine Kruste aus Kristallzucker, ein wenig Zitronensaft und reichlich Lebensmittelfarbe. Was will uns diese Text-Bild-Schere sagen? Dass Jahrmarkttandler alle Mafiosi sind? Nein, es geht um „die raffinierten“ (was sonst) „Methoden der Industrie“, ums  „Tricksen, Täuschen, Tarnen“ und die Aufklärung, wieviel Zucker „in unserem“ Essen steckt.

Wie es scheint, verfügt die Redaktion über weniger Raffinade Raffinesse als die Industrie. Sonst hätte vor der Imprimatur jemand gemerkt, dass der rote Apfel die mit Abstand offenste, ehrlichste und trickloseste Art darstellt, Menschen zum Zuckerkonsum zu verführen: Weniger kann man das süße Gift nicht verstecken. Das Cover konterkariert also die Story, die es verkaufen soll. Um diese Titelgeschichte wäre es allerdings nicht schade, denn wer mit Fakten trickst, Unwissenheit tarnt und Leser täuscht, sind die beteiligten Redakteure.

Da wäre zum Beispiel eine willkürlich zusammengestellte Auswahl von Lebensmittel-Markenprodukten, in denen der Zucker laut Bildunterschrift „gut versteckt“ sein soll, „Zucker für die Affen“ weiterlesen

Schmarotzer sollen ihren Willen bekommen

„Wer illegale Inhalte aus dem Internet herunterlädt wird gerne als Schmarotzer bezeichnet, der sich an keinerlei Gesetze und Regeln halte und obendrein noch den Produzenten und Künstlern jener Inhalte schade.“

Nicolas Fennen auf Netzpolitik.org

Na gut, wenn diese Leute sich gerne so bezeichnen lassen, möge ihnen dieser Wunsch erfüllt werden. Ich mache mit – und zwar gerne.

P.S.: Ich stelle dem Herrn Fennen gerne kostenlos ein paar überzählige Kommata zur Verfügung: ,,,,,

Allerdings habe ich gerade leider kein Mittel gegen abstruse Formulierungen oder Denkfiguren parat (wie „Künstler eines Inhalts“).

„Der totalitäre Rechtsstaat“…

…lautete schon 2006 die Überschrift eines nie veröffentlichten Essays, das ich gegenlesen durfte. Der Autor war ein hochrangiger Beamter und traute sich dann leider nicht, den Text zu publizieren. Das kürzlich verabschiedete Gesetz zur Bestandsdatenabfrage passt genau in das damals skizzierte Bild eines Staates, dessen Exekutive und Legislative der Versuchung nicht widerstehen können, die heutigen technischen Überwachungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Wir sind aber bis heute nicht an einem Punkt angekommen, an dem die „Mainstream“-Medien diese Tendenzen durch Wegschauen billigen würden, wie es einige Leserbriefschreiber und Forendiskutanten gerne unterstellen. Hier sind einige Links, die das Gegenteil belegen:

„„Der totalitäre Rechtsstaat“…“ weiterlesen