Staatsanwälte als Verfassungsfeinde

Das ist ja der Hammer! Künftig werden Pressefotografen auf Demos wohl vorsorglich verprügelt oder ihre Kameras zerstört. Sie gelten dann ja als potenzielles Auge des Gesetzes, äh, Auge der gesetzlosen Verfassungsfeinde im Staatsdienst, die sich für Juristen halten, aber weder das Grundgesetz kennen noch denken können.

Kress meldet heute:

Zeitungsverleger kritisieren Polizeieinsatz:
Razzien bei Pressefotografen „völlig inakzeptabel“

Zehn Monate nach der Attacke auf einen Polizisten bei der Blockupy-Demonstration in Frankfurt sind an diesem Mittwoch bundesweit Pressefotografen-Wohnungen durchsucht worden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ist nach eigenen Angaben auf der Suche nach Beweismaterial gegen die unbekannten Angreifer. Je eine Wohnung in Frankfurt, Baden-Württemberg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sowie sechs Wohnungen in Berlin wurden durchsucht. Die betroffenen Fotografen habe man dabei als unverdächtig eingestuft, sie könnten aber eine Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Einsatzkräften im Bild festgehalten haben.

Akkordcontent

Werden Studentenjobs auch heute noch in Papierform ans Schwarze Brett gepinnt? Scheint so. Und der Stundenlohn ist kaufkraftbereinigt auch bestenfalls frühe Achtziger: 8 Euro.

Moment mal: Stundenlohn? Stimmt gar nicht. Es ist ja ein Stücklohn für Leute, die es schaffen, Stunde für Stunde 300 Wörter rauszuwürgen. Mit Cut&Paste geht deutlich mehr, ohne Cut&Paste ist das unmöglich, jedenfalls wenn man selbst recherchieren und diesen Ausstoß kontinuierlich erbringen muss, um auf das avisierte studentische Zubrot von 400 Euro zu kommen.

Natürlich geht es nicht um Journalismus, nur um Content-Massenproduktion im Akkord. Leider verstopft der Infomüll, der bei so prekären Produktionsbedingungen zwangsläufig entsteht, die Suchmaschinen, und er verführt die Dumpfnasen, die auf solche Jobangebote hereinfallen, dazu, sich das Zeug im Web zusammenzuklauen, vielleicht bei Bloggern, womöglich auch bei Profi-Journalistinnen.

Das Gute ist: Man braucht den Jungunternehmer, der sich mit so einer antisozialen Geschäftsidee unter dem poststalinistischen Namen „Kombinat für digitale Medien UG“ selbständig gemacht hat… „Akkordcontent“ weiterlesen

SZ und die Smartphones: Mitreden ist alles

Was ist die olympische Idee? „Schneller, höher, weiter“ oder „Dabeisein ist alles“?

Die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen bringt beides fast zusammen. Der Kommentar auf der ersten Ressortseite ist übertitelt mit „Smartphones – Schneller, höher, stopp“, ist aber geschrieben im Geiste der Devise „Mitreden ist alles“.

Mit rund zehn Jahren Verspätung hat die junge Autorin bemerkt, dass der Handymarkt sehr schnelllebig geworden ist. Diese Beobachtung bringt sie dann fälschlicherweise mit Smartphones in Verbindung, und nebenbei offenbart sie noch eine erschreckende Unkenntnis des Netzbetreibergeschäfts:

„Früher haben die meisten Menschen ein neues Handy gekauft, wenn das alte kaputt ging. Nun wechseln sie das Gerät spätestens, wenn nach zwei Jahren der Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter ausläuft.“

Offensichtlich ist der Kollegin entgangen, dass das größte Problem von Vodafone, T-Mobile und O2 der besonders von der E-Plus-Gruppe ab etwa 2006/2007 betriebene Trend zu Discounttarifen ist, bei denen sich der Kunde eben nicht mehr auf zwei Jahre bindet. „SZ und die Smartphones: Mitreden ist alles“ weiterlesen

Nicht nett, diese Blogware

Gemein: Das WordPress-Template des neuen impulse-Inhabers Nikolaus Förster hält mich für gedankenlos.

Nein, ich mag keine künstliche Intelligenz! 😉gedankenlos

Nachhilfe in Sachen Kreativwirtschaft

Berthold Seliger führt eine Art Doppelleben – als Konzertagent und als Autor. In letzterer Funktion schreibt er gerne über die Musikbranche, etwa für den Freitag (hier ein aktuellerhier ein älterer Text) oder Konkret.

Nun gibt ihm ein Branchenkollege, Musikproduzent Stefan Herwig, kontra. Seine Kritik offenbart: Wenn es um Urheberrechte und die Kreativwirtschaft geht, sind manche Redaktionen nicht sattelfest.