Es gibt Geschäfte, da zahlen wir drauf…

…da muss es dann die Masse bringen.

An dieses Kaufmanns-Bonmot erinnert eine Passage im Wirtschaftsteil der Süddeutschen vom 4. Dezember:

„…Lambertz … fertigt auch Artikel, die Handelsketten unter ihrem Logo verkaufen. Das sorgt für einen Ausgleich in dem knapp kalkulierten Geschäft mit Saisonartikeln. „Bei manchen Handelsmarken ist die Marge für die Hersteller nahe null“, klagt Hans Strohmaier, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes Sweets Global Network.“

Noch mal zum Mitdenken: Obwohl der Hersteller an Hausmarken-Produkten praktisch nichts verdient, gleicht er damit die geringen Gewinne aus, die er mit dem unter Originalmarke verkauften Weihnachtsgebäck erzielt?

Das wirkt ähnlich überzeugend wie die Behauptung, „Es gibt Geschäfte, da zahlen wir drauf…“ weiterlesen

Steuer aufs Dienstfahrrad?

Seltsame Neuigkeiten waren am Dienstag der Süddeutschen zu entnehmen:

„Bekommt ein Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber ein E-Bike oder Fahrrad gestellt, dann muss er es nur noch mit einem Prozent des Preises versteuern, um die Privatnutzung abzudecken. Die Ein-Prozent-Regelung galt bislang nur für Dienstwagen. Der Mitarbeiter muss zudem beim Dienstrad die Anfahrt ins Büro nicht versteuern.“

aus dem Nutzwert-Text „Umsatteln, bitte!“ im Wirtschaftsteil der SZ vom 4.12.2012

Um zu verstehen, was damit gemeint sein könnte: Die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs, in diesem Fall eines Dienstfahrrads, ist ein „geldwerter Vorteil“. Die vom Dienstauto bekannte 1-Prozent-Regel würde bei einem 1000-Euro-Fahrrad bedeuten, dass der Arbeitnehmer jeden Monat 10 Euro als unbaren Gehaltsbestandteil versteuern müsste. „Steuer aufs Dienstfahrrad?“ weiterlesen

Neue Wasserkraft-Quelle entdeckt

Aus dem Immobilienteil der Süddeutschen Zeitung von heute.

Gleitschirmlärm

Aus einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung von heute.

Pressefoto Bayernklischee

„Bayern – Land und Leute“ heißt traditionell eine der Kategorien des Wettbewerbs „Pressefoto Bayern“, der vom Bayerische Journalisten-Verband ausgerichtet wird. Jedes Jahr verstehen das einige Teilnehmer absichtlich falsch als Aufforderung, landwirtschaftliche Motive einzureichen, die mehr den Lederhosen- als den Laptop-Freistaat abbilden. Es vergeht auch kaum ein Jahr, in dem der Betrachter des Katalogs oder der Besucher der Wanderausstellung nicht mindestens eine Kuh zu sehen bekommt. Nur: Auf dem Siegertreppchen landet man mit solchen Werken normalerweise nicht. Sie sind, wie so manches belanglose Schmunzelbild, nur Grundrauschen.

Dieses Jahr ließ sich die Jury hinreißen, einige sehr vertraut wirkende Rindvieh-Fotografien sogar mit dem Preis für die beste Serie zu würdigen. So bekommt das Ochsenrennen in Münsing, das alle Schaltjahre wieder ausgetragen wird, schöne Publicity. Dass man den Bildern nicht ansieht, ob sie 2012, 2008, 2004 oder noch viel früher aufgenommen wurden, kann man dem Urheber nicht anlasten, der handwerklich sauber gearbeitet hat, wohl aber der Jury. Wer das Klischee vom rückständigen Bajuwaren bedient, indem er sich ein touristisches Ereignis ausguckt, das nur alle 1461 Tage mal etwas mit einer örtlich sehr begrenzten Lebenswirklichkeit zu tun hat und dann wieder vier Jahre nichts mit bairischem Leben, der sollte nicht gerade mit einem solchen Preis belohnt werden. Pressefoto Bayern wurde mal gegründet, um der Bevölkerung zu vermitteln, wie wichtig die Arbeit von Bildjournalisten ist, um die Entwicklung des Landes und seiner Gesellschaft zu dokumentieren. Zeitlose Postkartenmotive mögen gefällig sein, aber sie sind: journalistisch irrelevant.