DFJV AG spart Papier

Die Kundenzeitschrift der Firma DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG, der „Fachjournalist“, hat sich in Bits aufgelöst. Das Unternehmen spart sich die Druckkosten für das Hefterl, das ich einst als „dröge Hauspostille“ zu bezeichnen mich erfrecht hatte, und füllt nur noch ein paar Webpages mit Content wie diesem. Da geht es um „mobile journalism“, aber das heißt nicht Reportage-Journalismus mit Recherche am Ort des Geschehens, sondern Smartphone-Journalismus ohne Kamera und Aufnahmegerät.

Update für alle, die sich für diese ungewöhnliche Aktiengesellschaft mit dem Namen eines Journalistenverbandes interessieren: „DFJV AG spart Papier“ weiterlesen

Gibt es immobile Reporter?

Journalisten sollten mit der Sprache umgehen können, in der sie schreiben. Ja, das ist natürlich viel verlangt, aber eine große süddeutsche Zeitung, die ich abonniert habe, hat mir ja jahrelang gepredigt: „Seien Sie anspruchsvoll.“

Ein Journalist, der in deutschen Texten mit Begriffen wie „Mobile Journalism“ oder gar „Mobile Reporting“ um sich wirft, offenbart Schwierigkeiten im Umgang mit seiner Sprache; zumindest fehlen ihm deutsche Worte für diese schon im Englischen höchst missverständlichen termini technici.

Jeder Reporter ist ein mobiler Journalist, ein immobiler Journalist kann kein Reporter sein. „Mobile Reporting“ ist also ein Pleonasmus, sofern man „mobile“ als Adjektiv versteht (und das tun schätzungsweise 99 Prozent der unbefangenen Leser). Dabei ist „Mobile“ hier das amerikanische Kurzwort für „mobile phone“. „Gibt es immobile Reporter?“ weiterlesen

1 Gigabyte für 62 Cent – und die Leute jammern

GEMA nachrechnen!

Als wir Anfang der Achtziger Tonbandkassetten im Zehnerpack kauften, BASF CrO2 Maxima C90 oder TDK-SA 90, wusste niemand, wieviel vom Kaufpreis an die GEMA ging. Es interessierte auch niemanden. Hauptsache, die Kassetten waren nicht so teuer. Damals kostete eine Kassette 6,50 Mark, ein 10er-Pack 59,50 Mark.

Ich gestehe, dass ich 1985 nicht einmal mitbekommen habe, dass eine Leerkassettenabgabe eingeführt wurde. Bis dahin war nämlich nur für den Kassettenrekorder selbst eine Abgabe fällig gewesen, nicht aber für die Tonträger. „1 Gigabyte für 62 Cent – und die Leute jammern“ weiterlesen

ACTA und kein Durchblick

„Als die EU-Kommission Acta jedoch während einer Sitzung ihres Ausschusses für Fischerei und Landwirtschaft im vergangenen Dezember neben Fangquoten und Importregeln für Zitrusfrüchten einfach so durchwinkte, schienen alle Befürchtungen bestätigt.“

Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung vom 4. Juli – vor der parlamentarischen Ablehnung des Abkommens

Von der Meinungsseite der SZ hätte ich jetzt etwas mehr Durchblick erwartet. Es war weder ein Ausschuss noch die Kommission, sondern der Rat der Europäischen Union, der auch als Ministerrat bezeichnet wird, weil er sich je nach Bedarf aus Ministerpräsidenten/Kanzlern oder eben aus Ministern zusammensetzen kann. „ACTA und kein Durchblick“ weiterlesen

Rätsel um Akku-Kraftwerk gelöst?

Unter dem Titel „Kurzschluss“ hatte ich in der brandeins 5/2012 über das Berliner Startup DBM Energy geschrieben, das mit Lithium-Akkus für Elektroautos Schlagzeilen gemacht hatte, aber nach eigener Darstellung auch ins Geschäft mit Pufferspeichern für Wind- oder Solarparks einsteigen wollte.

Ein Projekt sollte im Treuenbrietzener Ortsteil Feldheim laufen, der sich als Bioenergiedorf feiert. Von Betreiberseite erhielt ich unter Berufung auf ein Non-Disclosure Agreement (Stillschweigevereinbarung) keine Auskünfte. Man wollte wohl keine Konventionalstrafe riskieren (siehe unten).

Jetzt stellt sich heraus, dass der Bürgermeister Michael Knape auf dem 17. Thüringer Bioenergietag 2011 von einer „NAS-Batterie“ gesprochen hat. Dabei dürfte es sich also um NaS-Akkus handeln, die mit Natrium und Schwefel – also nicht mit Lithium – funktionieren. Nun wundert mich die Verschwiegenheit gar nicht mehr. (Allerdings hätten die mir schon einen Tipp geben können, dass es da in Thüringen einen interessanten Vortrag gab, von dem auch eine Powerpoint…)

Vielleicht mag ja jemand von der Lokalpresse im Kreis Teltow-Mittelmark der Sache nachgehen?

 

Aus den AGB der DBM Energy, Stand: November 2009.