
Wenn das mal keine gute Nachricht ist: Nicht nur für Ernährungsberater, auch für Psychotherapeuten floriert der Markt.
Der Bayerische Journalisten-Verband (dem ich seit 30 Jahren angehöre) hat seit Jahren ein Maulwurfsproblem: Immer wieder lanciert irgendwer, der dem Landesvorstand angehört oder einem Vorstandsmitglied nahesteht, Interna an Personen, von denen man nicht genau weiß, ob man sie im französisch-schweizerisch-deutschen Dreiländereck oder in der Berliner/Potsdamer Ecke verorten soll. Es handelt sich jedenfalls um Personen, die ständig nach Informationen suchen, mit denen sie – am liebsten auf dem Klageweg – dem BJV oder dem Bundesverband DJV schaden können.
Solche Intriganten und Plaudertaschen unter sich zu wissen, ist ärgerlich, keine Frage, und ich wäre der Erste, der applaudiert, wenn sie enttarnt und achtkantig rausgeworfen werden. Es gibt auch ganz gewiss Themen, bei denen der Landesvorstand einer Gewerkschaft sogar gegenüber den eigenen Mitgliedern Vertraulichkeit braucht – zum Beispiel, wenn es um Personalia oder Arbeitskampfpläne geht.
Eine Überreaktion ist aber, sich komplett hinter einer Festungsmauer zu verschanzen. „BJV: Geheimnisse vor den Mitgliedern“ weiterlesen
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Rechtsstreit, der offenbart, wie tief manche Medien gesunken sind (falls sie im speziellen Fall nicht schon länger dort unten waren, wo man sie jetzt sieht) – und welche Ahnung manche Richter von Presserecht und -kodex haben. Nämlich so gut wie keine.
Es geht um einen gealterten Münchner Stenz namens Roberto B., der seit Jahrzehnten in Symbiose mit der Tratschpresse lebt. „Münchner Richter empfiehlt „freundliche Berichterstattung““ weiterlesen
Bernd Graff von der Süddeutschen hat den irights.informanten Till Kreutzer interviewt. Dieser liegt allerdings in wesentlichen Punkten falsch. Ich zitiere mal – und gebe meinen Senf dazu.
Kreutzer: „Es sagt keiner, dass die geltenden Gesetze obsolet sind und dass Rechtsbruch plötzlich legitim ist.“
Es gibt durchaus Leute, die das sagen. Einfach mal googlen oder in Foren schauen, dann findet man welche.
Wenn man wie ich an der Ruhr aufgewachsen ist, blättert man natürlich ein Heftchen durch, das den Titel „RUHR.2012“ trägt und einem aus der Zeitung entgegenpurzelt – auch wenn der Untertitel „Das Magazin der Metropole Ruhr“ das Schlimmste ahnen lässt. Ein Fluss kann ja keine Metropole sein.
Leider erfüllt der Inhalt die Ahnung. Betulich-zeilenschinderische Texte, die mit „Content“ noch liebevoll umschrieben sind, stehen neben platten Werbeparolen und Bildunterschriften aus der Mottenkiste. Pars pro toto möchte ich nur dieses Beispiel herausgreifen, das aus einem Beitrag über einen „Nostalgie-Trip mit dem Roten Brummer“ stammt – eine „Schienenkreuzfahrt“ mit dem Uerdinger Schienenbus, den ich aus meiner Kindheit kenne:

Eine solche Bildzeile hat das Foto des Essener Fotografen Ralph Lueger wirklich nicht verdient. „Das hat das Revier nicht verdient“ weiterlesen