Vorsicht, Raumfähre nicht zu heiß bügeln!

„Nasa untersucht beschädigtes Hitzeschild“

aus dem Handelsblatt; seit dem 21. Mai hat’s keiner bemerkt.

Experteria

Das Expertentum im Fernsehen nervt die Zuschauer – aber wie.

Wie verdient man Geld mit Texten?

Diese nicht ganz unberechtigte Frage stellte die Süddeutsche am Wochenende im Stellenannoncenteil. Eine Leserin, von Beruf Lektorin, sucht nach der Erziehungszeit wieder einen Vollzeitjob als Angestellte, vielleicht etwas Lukrativeres. Die Antwort gab eine „Berufsfinderin“ namens Uta Glaubitz.

Hier die schönsten Phrasen der „Expertin“ (SZ), die mit solchen nutzwertlosen Text(baustein)en tatsächlich Geld zu verdienen scheint:

„In der Branche des Textens, Schreibens, Kommunizierens kann man sehr viel und sehr wenig verdienen. Eine erfolgreiche Kinderbuchautorin zum Beispiel kann Millionärin sein. Die Juniortexterin einer kleinen Werbeagentur dagegen verdient vielleicht nicht mal Hartz IV.“

Hallo? Schon mal ’ne fest angestellte Joanne K. Rowling gesehen?

„…laufen Sie Gefahr, immer ein kleiner Fisch im großen Teich zu bleiben. Strategisch aber ist es besser, ein großer Fisch im kleinen Teich zu sein. „Wie verdient man Geld mit Texten?“ weiterlesen

Was will uns die Autorin sagen?

„Noch vor 20 Jahren wurden Hühnchen in Deutschland im Ganzen verkauft. Heute wird das Huhn in Teile zerlegt. Brust und Keule werden verzehrt… Der Rest – Hals, Innereien, Schenkel – können hierzulande kaum noch verkauft werden.“

Süddeutsche Zeitung, 23.5.2011, „Die Reste für Afrika“

Vom falschen Plural einmal abgesehen: Hühnerbrust und Hähnchenschenkel waren auch 1991 schon im Handel, ganze Poularden sind immer noch zu haben. Und was bitte soll der Unterschied zwischen Schenkel und Keule sein?

„urbanes Liftsystem in der Favela“

Süddeutsche Zeitung, 21.5.2011, „Im Anfang war der Lehm“

Bei diesem gut gemeinten Beitrag über Architekten in der Dritten Welt fiel der Redaktion wohl gerade das Wort „Seilbahn“ nicht ein, oder es war ihr zu simpel und verständlich. Die dazu abgebildete Favela in Caracas ist übrigens weder in sprachlicher noch in städtebaulicher Hinsicht eine Favela, „Was will uns die Autorin sagen?“ weiterlesen

Journalisten und die VG Wort II

Noch mal Nachlese zu den VG-Wort-Gremienwahlen am Freitag und Samstag: Ich danke den Kollegen von ver.di und den Freischreibern, dass sie bei der Delegiertenwahl auch die DJV-Kandidatin Livia Syttkus unterstützt haben. Auf den Bayerischen Journalisten-Verband konnte sie leider nicht zählen: Dessen Vorstand hatte nicht nur seine Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl für dieses Wochenende anberaumt. Die Kollegen waren mit sich leider so beschäftigt, dass sie (bis auf drei Ausnahmen) trotz E-Mail-Erinnerung vergaßen, dass sie in München verbliebenen Kollegen ihre Stimmen hätten übertragen können. Schade.