Google an die Spitze geschrieben

Der Große Vereinfacher von der Süddeutschen hat heute wiederzugeschlagen, in einem Kommentar „Zwischen den Zahlen“:

„Keiner verkauft so viele Alleskönner-Handys wie die Suchmaschine Google.“

Das ist natürlich Unsinn. Die zu kommentierende Nachricht lautete nämlich: Das Google-Betriebssystem Android – also die Software – hat sich an die Spitze gesetzt. Als Hardware-Wiederverkäufer macht Google bislang keine gute Figur – wie der Große Vereinfacher in der eigenen Zeitung hätte nachlesen können.

DLD dumm didel-di

Hubert Burda ist ein Fuchs. Er weiß, wie man in andere Medien kommt. Man gibt der Avantgarde der digitalen Parallelwelt eine Bühne für den großen Auftritt, und schon kommen wir Trittbrettfahrer von der Analogpresse angelaufen. (Nun gut, wir stimmt nicht ganz, denn ich habe mir die DLD-„Konferenz“ dieses Jahr verkniffen.)

Die Berichterstattung treibt dann schon mal Blüten wie diese (über Google-Chairman-in-spe Eric Schmidt)…

Eigentlich sagt schon der Name MICROsystems, dass Sun das Gegenteil von Großrechnern baute.

oder jene:

Bei Ray Charles sollte sich Jack auf die Straße (Road) schlagen, nicht auf die Reihe.

Richtig manipulieren

Gerade entdecke ich in meiner PR-Box – dem Mail-Ordner für Waschzettel von PR-Agenten – ein…

ARTIKELANGEBOT

zum Thema

„Wer wirken will, muss wissen wie!“

Der Absender, ein Herr Brockmann, will mir wohl eine Freude machen, indem er mir gratis einen Artikel zum Abdruck anbietet. Leider wusste er nicht, wie er damit auf einen freien Journalisten wirkt, der es grundsätzlich nicht toll findet, wenn Redaktionen ihre Seiten mit kostenlosen „Artikeln“ füllen, die einem PR-Menschen aus der Tastatur gequollen sind, statt mit qualifizierten Texten unabhängiger Journalisten. Der so genannte Artikel trägt den Namen eines Verkaufs- und Körpersprachetrainers mit dem Künstlernamen Jan Sentürk, der eigentlich Hasan Can Sentürk heißt und seit bald fünf Jahren auf einer These herumreitet, die da lautet:

„Fachwissen ist uninteressant“

In den beiden ersten Hörbüchern der so betitelten Reihe maßt sich dieser Herr an, uns über die „Grundregeln erfolgreicher Kommunikation“ zu belehren und uns „professionelle Gesprächsführung“ beizubringen. In Teil drei erklärt er dem Hörer, wie man sein Gegenüber „Richtig manipulieren“ kann. Sorry, aber bei solchen Titeln fallen mir spontan Finanzprodukteaufschwätzer ein, die für eine Provision die eigene Oma über den Tisch ziehen.

Ich habe Herrn Brockmann und seinen Geschäftspartner auf die Schwarze Liste gesetzt, so dass ihre Mails künftig ohne Umweg im Spam-Ordner landen, und Herrn Brockmann über seine Wirkung aufgeklärt. Hier zur Info seine Mail und meine Antwort:

„Richtig manipulieren“ weiterlesen

Inzwischen tun’s längst alle immer

Eine SZ-Wirtschaftsredakteurin offenbarte gestern in einem Fünfspalter mit dem wahnsinnig einfallsreichen Titel „Abkassiert“ über Ebay und Paypal ihre Wissenslücken in Sachen elektronischer Zahlungsverkehr:

„Der Bezahldienst ist längst mehr als der virtuelle Geldbeutel, in den die Internetnutzer immer dann greifen, wenn sie in Ebays virtuellem Auktionshaus etwas ersteigern. Auch andere Bestellungen im Internet lassen sich inzwischen über Paypal abwickeln.“

Längst? Inzwischen? Als wenn es je anders gewesen wäre. Paypal gab es schon seit vier Jahren, als die Gründer 2002 den Laden an Ebay verkauften.

Grober Unfug sind in diesem Kontext natürlich auch der bestimmte Artikel „die“ und das Wörtchen „immer“. Zum einen ist die Zahlungsart bei Ebay nicht den Auktionen vorbehalten, es gibt sie auch beim Sofortkauf. Zum anderen bieten weder alle Verkäufer Paypal-Zahlung an noch sind alle Käufer Paypal-Kunden.

Unglaublicher Stuss ist zudem die Aussage:

„In Deutschland gehen etwa 35 Millionen Menschen für ihre Besorgungen ins Internet statt ins Kaufhaus.“

Kein Mensch geht für „seine Besorgungen“ „ins Internet“  „Inzwischen tun’s längst alle immer“ weiterlesen

Samsung-Tabletten im Babelblog

Wer sagt, dass Blogger ihr Mitteilungsbedürfnis nur in ihrer Landes- oder Muttersprache ausleben dürfen? Es gibt doch den freundlich-kostenlosen Dolmetscher Google mit seiner babelfishigen Übersetzungsprosa.

Unter dem seltsamerweise nicht in koreanischem Besitz befindlichen URL samsung-galaxy.de toben sich seit August ein paar vermutlich britische Nichtnativegermanspeaker aus. Dabei kommen faszinierend kryptische Gesamtkunstwerke heraus wie diese Overscriptures, äh… Hauptlinien, ich meine Headlines:

LG’s G-Schiefer, während 4G Nur in den USA, Großbritannien heimsuchen könnten in anderen Geschmacksrichtungen „Samsung-Tabletten im Babelblog“ weiterlesen