Die Deutsche Journalistenschule schickt ihre Absolventen zurück in die Schulen – anlässlich des heutigen Welttags der Pressefreiheit. Ich bin in Landsberg am Lech dabei, am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG). Das war zwar nicht meine Penne, aber die, auf die meine Kinder gegangen sind. Ich vertrete dort den DZG- und DJS-Absolventen Philip Kosak, der terminlich verhindert ist. Hier sind die Links zum Thema, die ich für die SchülerSchülerinnen und Schüler Lernenden 😉 zusammengestellt habe.
Mit Baseballschläger und Schraubenschlüssel: Neonazis attackieren Journalisten
Zwei Journalisten hatten Aufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Heise gemacht. Sie wurden von Rechten überfallen, verletzt und beraubt. Von Matthias Meisner, Tagesspiegel
Vor acht Tagen hatte ich mich hier und auf Facebook mit dem Landsberger Tagblatt angelegt. Heute lesen Sie mein Update – geschrieben nach einem längeren Gespräch, zu dem mich Lokalchefin Alexandra Lutzenberger vorige Woche in die Redaktion eingeladen hatte. Die Kollegen in Landsberg weisen zwar meinen Vorwurf zurück, sie drückten sich um ihre Aufgabe, kritisch zu berichten, und verpennten Themen. Sie geben aber zu, dass etwas gründlich schief gelaufen ist, sowohl mit dem Foto, das gerade nicht das zeigte, was das Thema ist (Warntafeln sind hinter Bäumen versteckt, Bürger wurden nicht informiert, bevor ihre Straßen über Nacht in ein weiträumiges Rechts-vor-links-Gebiet einbezogen wurden), als auch mit der Headline und der Unterzeile, die suggerierten, irgendwelche Querulanten gingen wieder mal gegen ganz normales Bürokratenhandeln auf die Barrikaden. „Wie ich in die Zeitung kam“ weiterlesen
Kürzlich hatte ich an dieser Stelle über ein Fake-Jubiläum geschrieben, darüber, dass es vor 20 Jahren mitnichten einen Deutschen Fachjournalisten-Verband gab und heute nur eine Aktiengesellschaft, die sich erstaunlicherweise so nennen darf.
Diese Firma beruft sich ja seit jeher darauf, Rechtsnachfolgerin des Vereins zu sein, der von 1999 bis 2006 unter diesem Namen auftrat. Dies sei sie im Wege der Singularsukzession geworden, sprich: der Einzelrechtsnachfolge.
Das klingt oberflächlich betrachtet gut, bei näherem Hinsehen abenteuerlich. Erstens ist die Singularsukzession per definitionem ein Vorgang, der sich nur auf ein einziges Rechtsverhältnis bezieht; typische Fälle finden sich im Erbrecht. Wenn der alte DFJV e.V. beispielsweise drei Angestellte hatte, die danach für die DFJV AG tätig wurden, gab es drei Singularsukzessionen. Also quasi Sukzession im Plural. Der Mietvertrag für die Geschäftsstelle war dementsprechend eine weitere Singularsukzession.
Interessant wird es bei Tausenden von Vereinsmitgliedern: Wenn wir mal der Einlassung folgen, es sei überhaupt möglich, die Rechtspflichten eines Vereins gegenüber einem Mitglied 1:1 auf eine Kapitalgesellschaft zu übertragen, hätte es sich hier um Tausende Singularsukzessionen gehandelt. Wo es aber nicht einen einzelnen Vorgang gab, muss auch jeder Einzelfall getrennt betrachtet werden. Damit bricht die öffentliche Darstellung des vermeintlichen Rechtsformwandels wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
Wie aber soll, bitteschön, ein Apfel – d.h. die Vereinsmitgliedschaft – per Singularsukzession überhaupt zur Birne (oder besser zum Pullover oder Wienerschnitzel oder was auch immer) – d.h. zum Kundenverhältnis – werden können? „Nachtrag zur märchenhaften Verbands-AG DFJV“ weiterlesen
ich höre und lese ja immer wieder, dass Bürger uns Journalisten vorwerfen, wir machten unseren Job nicht richtig. Es heißt, dass wir Themen verpennen, dass wir nicht schreiben, was Sache ist oder dass wir mit Fotos manipulieren. Das schmerzt mich, und als Vorstandsmitglied des Bayerischen Journalisten-Verbandes kann ich dem nicht gleichgültig gegenüberstehen.
Heute muss ich leider in meiner Eigenschaft als Bürger der Gemeinde Kaufering konstatieren, dass an diesen Vorwürfen manchmal etwas dran ist, und ich muss es Ihnen anlasten. In der Samstagsausgabe berichten Sie unter der Überschrift „Jetzt sind die Schilder da“ über die überstürzte Verwandlung unseres Orts in eine faktisch flächendeckende Rechts-vor-links-Zone völlig verspätet mit einem die Wirklichkeit wissentlich verfälschenden Foto und einem Text, der wesentliche Sachverhalte nicht korrekt rüberbringt.
Der Autofahrer war aufmerksam. Er fuhr langsam genug, um den Text auf dem halb von Bäumen verdeckten Schild rechtzeitig zu lesen. Aus dem Landsberger Tagblatt wusste er nicht, dass hier rechts vor links gilt.
Zur Sache: Ich bin einer von Tausenden Kauferingern, die sich vorige Woche ohne Vorwarnung, im wahrsten Sinn des Wortes über Nacht, in einer Tempo-30-Zone wiederfanden. Am Mittwochmorgen radelte ich durch die Eschenstraße – für Ortsfremde: das ist ein winziges, beschauliches Nebensträßchen – und staunte nicht schlecht, als ein von links kommender Autofahrer meinetwegen anhielt (siehe Foto, ich kam von rechts). Er fuhr auf der Kolpingstraße – für Ortsfremde: das ist DIE Nord-Süd-Verbindung, zugleich DIE Einkaufsstraße mit Supermärkten, anderen Läden und weiterem Gewerbe auf der Ostseite (im Bild links) sowie Wohnhäusern auf der Westseite. Hier gibt es viel Lieferverkehr, auch mit großen Lastzügen. „Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.“ weiterlesen
Es war einmal ein eingetragener Verein, der nannte sich „Deutscher Fachjournalisten-Verband e.V.“, kurz DFJV. Kaum länger als sieben Jahre nahm der Verein dieses Namens Mitglieder auf, vom Sommer 1999 bis zum Herbst 2006…
Da eine märchenhafte, aber wahre Geschichte zu erzählen ist, die im 21. Jahrhundert spielt, muss ich von der Grimmschen Erzählweise leider abweichen. Es gibt kein „und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er wohl noch heute“. Unser „Er“ ist mausetot, seit 2007 schon, und das ist amtlich unwiderlegbar dokumentiert. Er wurde aus kühlem Kalkül vorsätzlich liquidiert – von seinen eigenen Funktionären, die zuvor sämtliche Mitglieder hinauskomplimentiert hatten, ohne ihnen ein Mitspracherecht auch nur anzubieten. Doch wie von Hexenhand entstand über ein Jahr vor dem Exitus des Vereins ein Gebilde, das ihm frappierend ähnelt und seinen Namen trägt, obwohl es keine Mitglieder haben kann und nicht die Kriterien für einen Berufsverband erfüllt. Haben wir es etwa mit einer Art Schrödingerscher Katze unter den Journalistenverbänden zu tun?
Für Eingeweihte war die unlängst aus Berlin eintrudelnde Kunde, „der DFJV“ feiere sein 20-jähriges Bestehen, vielleicht irritierend, aber fast zu erwarten. Schließlich gab es zehn Jahre zuvor ein ebenso fiktives Zehnjähriges. Inszeniert wurde dieses angebliche Jubiläum von einem vor elf Jahren gegründeten Wirtschaftsunternehmen, dessen Name in voller Länge „Deutscher Fachjournalisten-VerbandAktiengesellschaft“ lautet und im Handelsregister unter HRB 104390 B zu finden ist.
20 Jahre? Nix da. Der Name DFJV war beim Erscheinen des „Fachjournalist“-Jubiläums-Hefts erst 18 Jahre alt, die Firma gerade mal 11.
Der kommerzielle Wiedergänger des liquidierten Vereins gibt sich seit jeher alle Mühe, sich die AG-Eigenschaft nicht mehr als unbedingt nötig anmerken zu lassen. Wobei einiges für die Ansicht spricht, es sei mehr nötig, zum Beispiel hier bei der Schulungs-Tochterfirma:
Seine Kunden – eigenen Angaben zufolge rund 12.000 Menschen – nennt das Unternehmen „Mitglieder“. Eine bemerkenswerte Wortwahl, denn Mitglieder haben in Aktiengesellschaften doch eigentlich nur die Vorstände und Aufsichtsräte, oder? Selbige bezahlen allerdings keine Beiträge, sondern erhalten Vergütungen. Allenfalls bei Krankenkassen und Fitnessstudios sind „Kunde“ und „Mitglied“ Synonyme. Das Wort ist ergo ein Marketing-Euphemismus, eine klassische Werbelüge. „Verband“ auch. What You See Ain‘t What You Get. „DFJV kann das Märchenerzählen nicht lassen“ weiterlesen
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