Der Rote Rupert oder warum Elsevier & Co. entmachtet gehören

Der britische Zoologe George Monbiot, Kolumnist des Guardian, greift im Freitag die Praktiken wissenschaftlicher Fachverlag an. Gegen ihr Geschäftsgebaren komme ihm Rupert Murdoch wie ein Sozialist vor:

„Das Wissensmonopol hat so wenig Berechtigung und ist so anachronistisch wie die britischen Korngesetze des 19. Jahrhunderts. Es wird Zeit, diese parasitären Lehnsherren loszuwerden und die Wissenschaft zu befreien, denn sie gehört uns allen.“

 

Kauderhafter Umgang mit dem Urheberrecht

CDU-MdB Siegfried Kauder blamiert sich gerade mit seiner hinterschwarzwäldlerischen Website. Der Rechtsexperte der Union, der uneinsichtigen Musikdieben gerne den Online-Zugang kappen würde, hat peinlicherweise seinen Webmaster nicht gefragt, wo der eigentlich die Schmuckbilder her hat, mit denen er Kauders Wahlkreisseiten verziert hat. Jetzt hat Kauder hämische Piraten am Hals und verhaspelt sich mit seltsamen Einlassungen zu dem, was er für geltendes Urheberrecht hält.

Außer den bereits veröffentlichten Beispielen fielen mir noch diese beiden eigenmächtigen Leihnahmen auf: Diese Ansicht der Stadtmitte von Sankt Georgen findet sich hier wieder, der Brunnen am Münsterplatz von Villingen landete dort.

(via André Vatter bei Google+)

Ja, aber, Kollege Schumacher

Die hier wiedergegebenen Thesen sind zwar nicht namentlich von V.i.S.d.P.-Herausgeber Hajo Schumacher gezeichnet, dürften aber seine Meinung sein. Ein bisschen Einspruch muss sein:

1. Recht auf Internet

Wer nicht online ist, nimmt nicht am öffentlichen Leben teil und kann sich nicht demokratisch eine Meinung bilden – so einfach ist das heute. Zugangserschwerungsgesetz? Internet sperren? Das ist so absurd wie Zeitungs- oder Fernsehverbot.

Nein, so einfach ist das nicht. Nonliner nehmen sich zwar selbst etwas weg, aber mit guten Printmedien und den richtigen Radio- und Fernsehsendungen kann man sich weitaus besser informieren, als ginge man immer nur auf niveaulose oder agitatorische Websites. In der Lokalpolitik gibt es ohnehin nur eins: selber hingehen. „Ja, aber, Kollege Schumacher“ weiterlesen

Linke Piraterie bei Springer

„Die Verleger wollen für ihre Unternehmen ein bedingungsloses Grundeinkommen.“

Kollege Mario Sixtus aus Düsseldorf zum Thema „Leistungsschutzrecht für Verlage“

Facebook als Urheberunrechtshehler?

Endlich mal ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich das angelsächsische Copyright vom kontinentaleuropäischen Urheberrecht unterscheidet: Die Daily Mail weist für dieses Foto eines Londoner Plünderers, der seine Beute stolz im Internet zeigt, ein Copyright von Facebook aus – so, als habe das Social Network ein Bild, das ihm nicht gehört (Facebook hat sich lediglich die Nutzungsrechte gesichert), an die Zeitung verkauft.

Bei einer deutschen Zeitung stünde da „Foto: privat/oh“ – oh wie „ohne Honorar“.