Nein, man muss die Computermarken One (Brunen IT) und Hyrican wirklich nicht kennen. Es mag Zufall sein, dass es zwei Fabrikate sind, deren Vorstellungen von Qualität und Service mit meinen nicht in Deckung zu bringen sind (aber das sind ein bis zwei andere Geschichten). Dass ich die Existenz dieser Anbieter zur Kenntnis nehmen muss, hängt vor allem damit zusammen, dass sie mit ein paar anderen Unternehmen einen neuen Branchenverband gegründet haben, weil sie nicht einsehen, dass sie den Verwertungsgesellschaften 13,65 Euro Urheberabgabe pro PC bezahlen sollen. „PC-Discounter gegen VG Wort“ weiterlesen
Sind Intertextuelle pervers…
…oder nur die Situation, in der sie leben und schreiben Bücher volltexten? Dass mir diese Frage durch den Kopf geht, habe ich – wenn man der jungen Dame Göre Frau auch sonst für nichts dankbar sein kann – Helene Hegemann zu verdanken.
Auf der Suche nach einer nicht dumm klingenden Ausrede für ihre eigenmächtige Selbstbedienung im intellektuellen Supermarkt namens Web blieb die SchriftZusammenStellerin an dem Wort Intertextualität hängen, das perfekt zu ihrem Faible für auftoupierte Formulierungen passt, mir aber bislang gänzlich ungeläufig war.
"Ich habe das nicht einfach munter abgeschrieben. Es geht hier nicht um Plagiarismus, sondern um Intertextualität – ein Arbeitsverfahren, das sehr viele Künstler benutzen."
Helene Hegemann, hier abgeschrieben aus der ZEIT
Ich habe es bis 2010 ohne diese Vokabel durchs schreiberische Berufsleben geschafft, obwohl ich etwa knapp* dreimal so alt bin wie die Altklugschwätzerin Helene H. Aber mein Vater war auch nicht beim Theater. (* Als das Axolotl erschien, war HeHe erst 17.)
Ein anderes geschwollenes Wort, „Sind Intertextuelle pervers…“ weiterlesen
Digital-naiver Maoismus
Es ist doch immer wieder schön, wenn man sich eine nicht ganz mehrheitsfähige Meinung gebildet hat, diese so bescheiden wie beharrlich vertritt – und plötzlich ganz überraschend ein Prominenter auf den Plan tritt, der viel weiter geht, der viel radikaler denkt, der viel stärker pointiert und polarisiert.
Deshalb bin ich Jörg Häntzschel und der Süddeutschen Zeitung dankbar, dass sie im Feuilleton der Printausgabe (wenn auch leider nicht auf der Aufmacherseite) einen Fünfspalter mit der Headline „Google ist das Äquivalent zur Kommunistischen Partei“ publiziert haben: ein Interview mit Jaron Lanier, einem amerikanischen Intellektuellen, Künstler und Unternehmer, der schon im Cyberspace unterwegs war, als die so genannten Digital Na(t)ives unserer Tage noch nicht mal am analogen Schnuller genuckelt haben. Den ersten Text über ihn bekam ich vor 20 Jahren „Digital-naiver Maoismus“ weiterlesen
Transparenz in eigener Sache
Was Qualitätsjournalismus ist, will der DJV Brandenburg vom Bundes-DJV wissen . Nun ja, dazu gehört auf alle Fälle gute Recherche. Die hätte zum Beispiel dazu geführt, dass der DJV Brandenburg sich folgenden populistischen Verbesserungsvorschlag in dieser Form verkniffen hätte:
Tantiemenabführung durch DJV-Funktionäre
DJV-Mitglieder oder -Funktionäre, die Mandate des DJV in anderen Organisationen wie Gremien von Rundfunkanstalten, Verwertungsgesellschaften, Versorgungswerken, Versicherungen, etc. ausüben, haben ihre damit verbundenen Einkünfte (Tantiemen) zu 90 Prozent und unverzüglich nach Zufluss an den DJV abzuführen.
Antrag E 29 an den DJV-Verbandstag 2009, eingebracht vom Landesverband Brandenburg
Die Verwertungsgesellschaft Wort, in deren Verwaltungsrat ich (DJV-Mitglied) sitze, funktioniert ganz anders „Transparenz in eigener Sache“ weiterlesen
Aktualisiert: Ich hab‘ doch nur zitiert, sprach der Blogger
Original-Post (1.11.): Habe vorhin mal wieder bei Bluelectric vorbeigeschaut und habe gemerkt, dass man nicht mal einen Tag offblog sein kann, ohne eine Diskussion zu verpassen, bei der man sich ans Hirn zu langen fast gezwungen ist.
Es geht um eine freie Journalistin, die von Manhattan aus Reiseberichte und Bücher schreibt sowie tazblogt und sich auf etwas brachiale Art gegen Urheberrechtsverletzer wehrt.
Es ist ziemlich anstrengend, sich durch die endlosen Kommentarspalten bei Niggemeier, Spreeblickjohnny, Carta, Freischreiber & Co. zu kämpfen. Aber wer eine Master Thesis im Fach Kommunikationswissenschaft über die kommunikativen Gräben zwischen erwerbsmäßigen Journalisten und Hobbybloggern schreiben will, findet sicherlich reiche Ausbeute.
Und hier ein bisschen Senf von mir.
Nachtrag (3.11.): Den Senf hätte ich mir sparen können. Niggemeier-Leser schreiben lieber als zu lesen. Argumente? Ach, egal. Wir haben doch schon eine Meinung. Und es gibt doch noch so schöne Off-topic-Aufreger: Die Autorin aus New York/Berlin hatte tatsächlich die Chuzpe, ihr eigenes Buch per Kundenrezension bei Amazon zu bewerben und sich fünf Sternchen zu geben nehmen. Das ist so dreist, dass es fast schon wieder genial ist. Und Hand aufs Herz: Würde irgendein Autor sein eigenes Buch mit nur einem Stern bewerten? 😉 Jedenfalls hat dieser Fauxpas ein "Möbchen" (Detlef Gürtler) auf den Plan gerufen, das jetzt die positiven Fremdrezensionen des Buchs in den Orkus zwonullt – man darf annehmen: ohne das Buch gelesen zu haben. Ein Mensch hat sich sogar die Mühe gemacht, einen kleinen Verriss zu schreiben – mit ganz offener Anspielung auf die skandalöse "Schleppnetzfahndung" der Autorin nach harmlosen Plagiatoren.
World Wide Kindergarten oder was?
Nachtrag (6.11.): Johannes Boie von der Süddeutschen hat von Eva Personanongrata Schweitzer erfahren, wie die Schleppnetzfahndung zustandekam. Ein Lehrstück darüber, dass man als Journalist um Abmahnjuristen besser auch dann einen Bogen macht, wenn sie vorgeben einem helfen zu wollen. Dennoch bleibt festzuhalten: Viele, die Eva Schweitzer vorwärts, seitwärts und rückwärts durch den Sauermilchkakao schleifen und dann noch in Kaba pudern, zeichnen sich aus durch ein Rechtsverständnis, das mindestens ebenso befremdlich ist wie das ihrige.
Noch ’ne Metapher? Voilà: Stefan Niggemeier hätte eine Menge Arbeit, wollte er die Scherben aller Glashäuser wegfegen, die seit dem 30. Oktober in seiner Kommentarspalte zu Bruch gegangen sind.

