Irgendwas mit Fotos

Bildunterschriften hatten früher mal was damit zu tun, was auf dem Foto zu sehen war.

Das Foto zum Interview mit Hermes-Paketdienst-Boss Schneider im Handelsblatt Online ist weder ein Screenshot noch kommt es von Lancome.

Was die Berliner Zeitung uns unter die Fotos zur „Kanzler-U-Bahn“ U55 schreibt, ist reiner Dadaismus.

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Gleitzeichig

Wenn die Staatsanwaltschaft die Polizei zwecks Razzia zu mehreren Verdächtigen an mehreren Orten schickt, was ist dann wichtig, damit kein Halunke einen anderen warnen kann? Dass die Durchsuchung überall exakt gleich lange dauert, egal wann sie begonnen hat? Also so, wie es das Handelsblatt schreibt?

Am Dienstag durchsuchten die Wettbewerbshüter zeitgleich neun Hersteller und Händler von Matratzen.

Oder  legen die Fahnder nicht vielleicht doch Wert darauf, dass die einzelnen Razzien alle zur gleichen Zeit stattfinden, also simultan?

Okay, Latein ist unzumutbar. Aber auch die deutsche Sprache hatte für solche Fälle mal ein Wort. Es hieß

gleichzeitig.

Leider steht es in praktisch allen deutschen Redaktionen auf dem Index. Die Kollegen DÜRFEN es nicht mehr benutzen. Wahrschweinlich gilt es als Schweinkram. Nach langjähriger empirischer Beobachtung und detektivischer Kleinarbeit bin ich jedenfalls zu dem Schluss gelangt, dass die Rechtschreibkorrekturprogramme alle so eingestellt sind:

Für den Fall, dass Sie das Wort genauso sehr vermissen wie ich, habe Ihnen ein paar Exemplare gerettet. Sie dürfen sich gerne eines davon kostenlos ausleihen. Bitte sehr:

Gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig

Venceremos, Perry!

98,8 bzw. 99,02 Prozent

Anteil der gewerkschaftlich organisierten Zeitungsredakteure in Bayern, die bei der Urabstimmung für Streik gestimmt haben (erste Zahl BJV, zweite Zahl ver.di).

„Wenn Erich das noch erleben könnte!“

Stoßjauchzer von Hans Werner „Perry“ C., Chef-Funktionär des „Deutschen Journalisten-Clubs“ a.k.a. DJV-Landesverband Brandenburg, zur bayerischen Urabstimmung

100,0 Prozent

Zustimmungsquote zu sämtlichen Anträgen und Wahlvorschlägen auf der Hauptversammlung des DJV-Landesverbandes Brandenburg Deutscher Journalisten-Club e.V. am 3. Oktober 2007 auf dem Fahrgastschiff  „MS Sonnenschein“ auf der Havel bei Rathenow

Venceremos!

Humorvoller Gruß, mit dem der Brandenburger Wahl-Elsässer Perry gerne Mitteilungen unterzeichnet, in denen er über Funktionäre des Deutschen Journalisten-Verbandes herzieht, die seiner Meinung nach dem Marxismus-Leninismus huldigen. Also fast alle außer ihm.

Maximo lidér

Passender Ehrentitel für alte Herren vom Oberrhein, auf deren Wahlergebnisse Erich, der alte Dachdecker aus dem Saarland, stolz gewesen wäre.

Klebewohl, schlechter Journalismus!

Tom Scott, britischer Digital Native, brauchte keinen Murdoch-Skandal, um zu merken, was in der Presse des Landes nicht stimmt. Er dachte sich Aufkleber aus, mit denen subversive Leser die Käseblätter verzieren und heimlich wieder ins Zeitungsregal zurücklegen können (Scott ging es ursprünglich wohl um Zeitungen, die in der U-Bahn herumliegen).

Seit Oktober 2010 gibt’s eine deutsche österreichische deutschsprachige Version, die ich leider heute erst entdeckte (via Markus Kirchmair). Leider sind die zehn verschiedenen Sticker alle gleich häufig auf der Druckvorlage. Von mir aus könnten es von diesen beiden gerne ein paar mehr sein (bei manchen Texten wären ja auch Mehrfachnennungen angezeigt):

WARNUNG
Dem Journalisten mangelte es an Fachkenntnis zu diesem Thema. 

WARNUNG
Dieser Artikel ist eigentlich eine abgeschriebene Pressemitteilung.

Diesen Aufkleber gibt es in mehreren Sprachen

Hauptsache keine Ahnung

Wer wissen will, was sich in der IT-Branche tut, sollte lieber nicht die Süddeutsche lesen. Heutiges Glanzstück: ein Text mit der Überschrift „Hendrix, hilf“ und der Unterzeile:

„Das Softwarehaus Adobe will bei Geschäftskunden zulegen – und verspricht Programme, die die Arbeit so spaßig wie Gitarrenmusik machen“

Die Autorin ist zum Beispiel der Ansicht, Photoshop sei ein Produkt für Hobbyfotografen; Adobe mache nur „etwa ein Drittel des Jahresumsatzes … mit Geschäftskunden“.

Ein Drittel? Adobe lebt von den „Privatnutzern“? Geht’s noch? „Hauptsache keine Ahnung“ weiterlesen