
Sie haben es gemerkt!

Gestern (11. August) meldete die Online-Süddeutsche um 15:08 Uhr:
„Krawalle in London
Baseballschläger werden in Großbritannien zum Verkaufsschlager“
Dabei beruft sich die Autorin auf Angebot und Nachfrage bei amazon.co.uk.
Bereits um 8:52 Uhr hatte der Guardian gemeldet:
„UK riots: Amazon withdraws truncheons after bumper sales
Sales of baseball bats, Kubotans and other self-defence items soar inaftermath of rioting in English cities“
Wie SZon-Leser(in) snoook schreibt, war aber Felix von Leitner früher dran, nämlich schon am 10. August:
„Da wird Fefe sich aber freuen, dass er von Euch zitiert wird „Wer hat’s (zuerst) gefunden?“ weiterlesen
„Die Londoner Polizei beklagte, dass die Lage auch deshalb außer Kontrolle geraten sei, weil sich viele Randalierer in sozialen Netzwerken abgesprochen hätten, vor allem mit Hilfe des sogenannten Black Berry Messengers.“
Süddeutsche Zeitung, 10.8.2011, Seite 1
Wie war das noch? Journalisten sind Leute, die anderen einleuchtend Dinge erklären, die sie selber nicht verstanden haben? Zum Glück gibt es die zweite Seite, und dort wurde dann zumindest halbwegs klar, was wirklich los war: Der „Messenger“ alias BBM ist keine Zugangsplattform für Facebook, Myspace oder Google Plus. Der Kurznachrichtenservice BBM ist das „soziale Netzwerk“, das hier gemeint ist. Tatsächlich sind die Blackberry-Smartphones, die bei uns als Manager-Spielzeuge gelten, bei britischen Jugendlichen äußerst populär, weil der BBM günstiger ist als SMS und ganze Gruppen von Empfängern auf einmal erreicht.
Der britische Mobilfunkmarkt unterscheidet sich also erheblich vom deutschen. Wenn man das nicht richtig erklärt, führt man insbesondere die Leser, die sich unter einem „Blackberry“ etwas vorstellen können, in die Irre.
Endlich mal ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich das angelsächsische Copyright vom kontinentaleuropäischen Urheberrecht unterscheidet: Die Daily Mail weist für dieses Foto eines Londoner Plünderers, der seine Beute stolz im Internet zeigt, ein Copyright von Facebook aus – so, als habe das Social Network ein Bild, das ihm nicht gehört (Facebook hat sich lediglich die Nutzungsrechte gesichert), an die Zeitung verkauft.
Bei einer deutschen Zeitung stünde da „Foto: privat/oh“ – oh wie „ohne Honorar“.
Erstaunlich, was es in Deutschland so alles gibt. Beim Hermes. Laut Handelsblatt.
In der Praxis verlassen sich die meisten Dienstleister für den Transport eines Pakets zum Empfänger weitgehend auf Subunternehmer. Die besitzen in der Regel 20 bis 50 Mitarbeiter, die meist als Einzelfahrer rechtlich selbstständig sind.
Immerhin kriegen die Sklaven Lohn: „Leibeigene bei Hermes“ weiterlesen