10 € aus PeXing

Vorhin klingelt das Telefon, Hamburger Nummer. Ein leitender Angestellter der Abteilung Quality & Security, wie bei Xing der Werkschutz heißt, ruft mich zurück. Kleines Geplänkel darüber, was sich ein zahlender Premium-Kunde gefallen lassen muss und was nicht. Ich will das nicht vertiefen, aber man kann nicht sagen, dass wir uns wirklich einig geworden wären. Ich petze jetzt einfach mal, dass er meinte, er könne meinen Ärger mit einer Zehn-Euro-Gutschrift wieder gutmachen (zzgl. MwSt.). Zwei Monate gratis.

Zumindest betrachtet mich Xing derzeit nicht mehr als Sicherheitsrisiko.

Um mich wieder zu einem wirklich zufriedenen Kunden zu machen, der seinem Dienstleister voll und ganz vertraut, müssen die mehr tun. Viel mehr. Wenn ich mal einen Tipp geben darf für den nächsten Kunden, bei dem man sich für etwas entschuldigen möchte: Es kommt gut, wenn ein Mitglied der Geschäftsführung anruft.

Sie sind der oder die 3407. Leser/in dieses Beitrags.

5 Antworten auf „10 € aus PeXing“

  1. Ist ja wirklich eine spannende Story. Insbesondere für mich als ‚offizieller XING Trainer‘ in Österreich. Ich stehe hier wie des öffteren auf dem Verständnis-Schlauch:

    „Warum mussten Sie den Inhalt denn letztendlich rausnehmen bzw. warum war/ist es dann letztendlich OK für Sie“ …?

    aktuelle # Interessen: Viele Leser auf meinem Blog.

    Grüsse aus Wien
    Ihr http://www.MiSha.at

    1. Warum ich den Inhalt rausnehmen musste?
      Weil man mich dazu genötigt hat und ich keine Lust hatte, meinen Account auf dem Weg einer Einstweiligen Anordnung wieder online zu kriegen, solange das auch friedlich geht.
      Angeblich hatten sich Mitglieder über meine Seitenhiebe im Feld „Interessen“ beschwert. Einen Beleg für diese Behauptung blieb der „Support“ schuldig, vielleicht sind ja die verantwortlichen Xing-Abteilungsleiter gleichzeitig auch Mitglieder, dann stimmt das immer.
      Jedenfalls beanspruchen die Xing-Aufpasser eine Art Hausrecht auf meiner Xing-Seite, die weit über die AGB hinausgeht. Was im allgemeinen Sprachgebrauch „Kritik“ heißt, scheint dort allzu leicht den Stempel „verleumderisch“ zu erhalten, obwohl letzteres ein strafrechtlicher Vorwurf ist (mit dem die nie und nimmer vor Gericht durchkämen). Eine Verleumdung setzt voraus, dass der Verleumder wider besseres Wissen öffentlich Unwahres behauptet.
      Ich vermute mal, die Aufpasser sehen in jeder noch so sanften Kritik eine potenzielle Geschäftsschädigung durch den unzufriedenen Kunden, und um das abzustellen, schrecken sie nicht vor Eingriffen zurück, die der Kunde seinerseits als geschäftsschädigend empfinden könnte – nämlich ihn aus den Kontaktlisten seiner Kontaktpersonen zu tilgen.

  2. Ich finde den Begriff PeXing ja durchaus ansprechend. Den Wunsch nach Geschäftsführungsbetreuung halte ich aber für vermessen. Viel spannender finde ich die Frage, wie das Zentralkomitee mit Kunden umgeht, die mit einer kleineren publizistischen Keule drohen?

    1. Wo habe ich bitte mit einer publizistischen Keule gedroht? Ich habe mein Netz an bloggenden und twitternden Kollegen genutzt, um den gekappten Kontakt wiederherzustellen. Aber Du hast Recht: Spannend wär’s zu wissen, wie es einem nur mit unwichtigen Menschen vernetzten Kunden erginge. Das mit der Geschäftsführung hast Du übrigens falsch verstanden: Es war lediglich ein Rat an die Manager, sich in Zukunft mal wieder in die Niederungen der Kundschaft zu begeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert