Schneller Informationsfluss ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern via Notebook und Funkmodem Zugriff aufs Firmennetz, um sie immer und überall auf dem Laufenden zu halten. Oft sind es hochsensible Informationen, die da von unterwegs abgerufen werden. Experten raten: Nur eine vom Top-Management getragene Sicherheitskultur schützt Firmen davor, dass ihre Daten in die falschen Hände geraten.
In dem Café am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte liegt mehr in der Luft als der Duft von frischem Kaffee. Claudia Eckert braucht nicht lange, um es zu beweisen. Die Darmstädter Informatik-Professorin gibt einige Befehle in ihren PDA ein, der mit einer 2,4-Gigahertz-Antenne versehen ist. Binnen weniger Sekunden erscheinen auf dem Bildschirm geheimnisvoller Buchstabenwirrwarr und diffuse Zahlenreihen: Frau Professorin hat mal eben die Zugangsdaten aller schnurlosen Computernetze der näheren Umgebung aus der Luft gefischt. Ihr Experiment sei eine Kleinigkeit, sagt Claudia Eckert, die neben ihrer Uni-Tätigkeit in Darmstadt das Fraunhofer-Institut Sichere Telekooperation (SIT) leitet: „Die Software gibt es kostenlos im Internet.“ Hacker können sich damit mühelos per Laptop in ein Mini-Funknetz einklinken.
Claudia Eckerts Ziel waren Wireless Local Area Networks (Wireless LAN), über die Firmen per Funk digitale Geräte verbinden und so den lästigen Kabelsalat im Büro abschaffen. Seit Jahren warnen Forscher, dass viele Nutzer dieser Netze es Schnüfflern allzu leicht machen. „Funkstille für Datenschnüffler“ weiterlesen



