Erbittert pokern die Labels um die Vormacht im Milliardengeschäft Online-Musik.
Zwischen einem Hit der Sugababes und Microsoft Office macht Jonathan Withehead keinen Unterschied. Songs sind Software, technisch wie rechtlich. Wer sie kopiert, ist Produktpirat – und Feind des Justiziars des Verbands der US-Schallplattenindustrie (RIAA). Whiteheads aktuelle Zielscheibe: Open Nap, ein Ring von Internet-Freaks, die das Urteil gegen Napster wegen Copyright-Verletzung nicht akzeptieren und einen Klon der rechtswidrigen Musiktauschbörse ans Netz hängten.
Die erste Runde ging an den RIAA-Anwalt. Mit den Raubkopierern selbst hält sich Whitehead aber nicht auf. Stattdessen erklärte er Ende Februar 50 Providern, über deren Server Open-Nap-Aktivisten illegale Musikangebote verbreiteten, schriftlich die Rechtslage: Wer die Missetäter gewähren lässt, wird nach dem US-Urheberrecht als Komplize behandelt – und haftet. Ex-Branchenschreck Napster ist der Dschihad der Label-Lobby gegen Schwarzhörer aller Art nur recht. Verschwindet die lästige Anarcho-Konkurrenz, wird der reuige Copyright-Sünder mit seinen je nach Schätzung bis zu 64 Millionen aktiven Nutzern als neuer Vertriebskanal für die Fonowirtschaft erst richtig interessant. Auf die aktiven Napster-Konsumenten kämen freilich Abo- oder Download-Gebühren zu. „Tauschbörsen: Es kann nur einen geben“ weiterlesen



