Die Zukunft der mobilen Welt

In deutschen Labors arbeiten Forscher weltweit federführend an der Realisierung einer großen Vision: Maschinen verstehen Menschen – wo auch immer, wann auch immer. Tastaturen wollen sie ins Museum bringen, Bedienungsanleitungen überflüssig machen. Multimediale Butler im Westentaschenformat, die uns überall hin begleiten, sehen, hören und fühlen.

 

Alan Turing war seiner Zeit zwei Generationen voraus. Bevor es er zu Lande auch nur Fernsehen gab, erfand der britische Mathematiker bereits den Online-Chat. Und zwar einen mit intellektuellem Anspruch. Via Terminal befragt ein Mensch zwei Gesprächspartner. Einer von ihnen ist ein Computer. Kann der Interviewer aus den Antworten beim besten Willen nicht mehr herauslesen, wer sein humanoider Artgenosse ist und wer der kybernetische Organismus, ist nach Turing’scher Lehre die Ara der künstlichen Intelligenz angebrochen.

50 Jahre später könnten Laien glauben, die Informatiker seien ihrem Ziel, Maschinen die hohe Kunst der Konversation zu lehren, sehr nahe. Elektronische Schaltkreise hören uns zu, lesen uns ziemlich verständlich Texte vor, gewinnen sogar Schachturniere. Software-Robots und virtuelle Agenten im Internet drücken sich gewählter aus als der durchschnittliche Chat-Teilnehmer. „Die Zukunft der mobilen Welt“ weiterlesen

Apple: Die Extrawurst von der Platte

Der Mac wird normal: Das neue Betriebssystem OS X verdaut auch Unix-Programme. Das könnte Apple retten.

 

Frank Steinhoff hat sich für eine echte berufliche Herausforderung entschieden. Der 41-Jährige ließ sich überreden, die seit einem halben Jahr vakante Chefstelle bei Apple Deutschland zu übernehmen – einen Posten, auf dem es die meisten seiner Vorgänger nicht lange gehalten hat.

Zum Einarbeiten ließ ihm sein neuer Arbeitgeber keine Zeit. Als Steinhoff Ende Februar in München-Feldkirchen antrat, platzte er mitten in die Markteinführung eines Produkts hinein, von dessen Erfolg nach Einschät zung von Branchenkennern die Zukunft des kalifornischen Computerherstellers abhängt. Mit Mac OS X, dem neuen Betriebssystem für die Macintosh-Rechner, will Apples Gründer und CEO Steve Jobs sein Unternehmen endlich aus der Exotenecke holen. OS X bricht mit einem alten Tabu: Das 1984 eingeführte, mit keinem anderen System kompatible Mac OS mutiert zu einer grafischen Oberfläche, unter der das bei Computerprofis beliebte, offene Betriebssystem Unix werkelt. „Apple: Die Extrawurst von der Platte“ weiterlesen

Tauschbörsen: Es kann nur einen geben

Erbittert pokern die Labels um die Vormacht im Milliardengeschäft Online-Musik.

Zwischen einem Hit der Sugababes und Microsoft Office macht Jonathan Withehead keinen Unterschied. Songs sind Software, technisch wie rechtlich. Wer sie kopiert, ist Produktpirat – und Feind des Justiziars des Verbands der US-Schallplattenindustrie (RIAA). Whiteheads aktuelle Zielscheibe: Open Nap, ein Ring von Internet-Freaks, die das Urteil gegen Napster wegen Copyright-Verletzung nicht akzeptieren und einen Klon der rechtswidrigen Musiktauschbörse ans Netz hängten.

Die erste Runde ging an den RIAA-Anwalt. Mit den Raubkopierern selbst hält sich Whitehead aber nicht auf. Stattdessen erklärte er Ende Februar 50 Providern, über deren Server Open-Nap-Aktivisten illegale Musikangebote verbreiteten, schriftlich die Rechtslage: Wer die Missetäter gewähren lässt, wird nach dem US-Urheberrecht als Komplize behandelt – und haftet. Ex-Branchenschreck Napster ist der Dschihad der Label-Lobby gegen Schwarzhörer aller Art nur recht. Verschwindet die lästige Anarcho-Konkurrenz, wird der reuige Copyright-Sünder mit seinen je nach Schätzung bis zu 64 Millionen aktiven Nutzern als neuer Vertriebskanal für die Fonowirtschaft erst richtig interessant. Auf die aktiven Napster-Konsumenten kämen freilich Abo- oder Download-Gebühren zu. „Tauschbörsen: Es kann nur einen geben“ weiterlesen

Telekom: Alle vier Eckpfeiler wackeln

Ron Sommer kann die Probleme des rosa Riesen nicht länger kaschieren.

Ungewohnt bescheiden zeigt sich derzeit die Telekom-Führungsriege. Der neue T-Systems-Chef Christian Hufnagl freute sich bei seinem ersten großen Auftritt Anfang des Monats schon darüber, dass dem größten deutschen IT-Dienstleister mit Henkel, Debitel und Viag Interkom drei wichtige Großkunden nicht davongelaufen sind. Genauso kleinlaut gesteht Mobilfunk-Boss Réné Obermann, das erste Jahr mit WAP als „Lernphase“ abzubuchen. Und Marketing-Vorstand Detlev Buchal räumt ein, „der Mobilfunk kannibalisiert teilweise das Festnetz. “

Die Katerstimmung nach dem Kaufrausch der vergangenen zwei Jahre ist kein Wunder: Von den vier Säulen, die nach der Vorstellung des Konzernchefs künftig den Umsatz tragen sollen – Festnetz, Handynetz, IT-Service und T-Online – steht nicht eine auf festem Fundament. Neu ist nur: Ron Sommer & Co. geben es zu, statt weiter große Töne zu spucken.

Besonders prekär ist die Situation im Mobilfunk. „Telekom: Alle vier Eckpfeiler wackeln“ weiterlesen