Porträt: Japans Antwort auf Bill Gates

Masayoshi Son ist der Popstar der japanischen Gesellschaft. Der Chef des Internet-Konzerns Softbank herrscht über fast 300 Unternehmen – und ein milliardenschweres Privatvermögen.

 

Die Elite Japans ist nicht mehr das, was sie einmal war. Da lässt sich Nobuyuki Idei, Präsident der Weltmacht Sony, herab, mit einem Emporkömmling Golf zu spielen. Schlimmer: Er rühmt den neureichen Außenseiter sogar als vorbildlichen Unternehmer. Mit seinem Lob steht Idei nicht allein: Die „Business Week“ hebt den Aufsteiger in den Kreis der 25 Topmanager des Jahres. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos hängen hochkarätige Wirtschaftsbosse aus aller Welt an seinen Lippen. Und in Tokio strömen tausende junger Menschen herbei, um von ihrem neuen Idol zu erfahren, wie man Internet-Firmen erfolgreich macht.

Der Gefeierte heißt Masayoshi Son, ist 42 Jahre alt und leitet den globalen Tokioter Internet-Konzern Softbank. „Porträt: Japans Antwort auf Bill Gates“ weiterlesen

ONLINE-EINKAUF: Umständlich.de

Je mehr Kunden, desto mehr Rabatt – das verspricht Power-Shopping. Doch Skepsis ist angebracht. Bizz hat mitgemacht und fünf Produkte im Web geordert.

 

Wer Internet-Shopping für eine praktische Variante des Versandhandels hält, kennt Yeebab noch nicht. Bevor ein Websurfer die Sonderangebote dieser Online-Gemischtwarenhandlung ordern darf, muss er sich einer zwei stufigen Anmeldeprozedur unterziehen. Nach dem ersten Schritt ist er ein Rookie (englisch: Rekrut), der sich Ware reservieren lassen kann. Zum einkaufsberechtigten Yeeb (thailändisch: Wesen) wird er erst im zweiten Schritt, wenn sein Passwort Tage später per Post ins Haus kommt. Mit etwas Glück ist der gewünschte Artikel dann noch nicht ausverkauft.

Umstand per Mausklick. Yeebab ist einer von derzeit fünf Versuchen, deutsche Pfennigfuchser für das aus Schweden und den USA importierte Konzept der Shopping-Gemeinschaft zu begeistern. Die Idee: Verbraucher mit gleichen Produktwünschen verbünden sich via Internet gegen Händler und Hersteller, um ansehnliche Mengenrabatte herauszuschlagen. Je größer die Nachfrage, desto höher die Prozente. „ONLINE-EINKAUF: Umständlich.de“ weiterlesen

Socken und Høgørøk (Author’s Cut)

WIRTSCHAFTSWOCHE NR. 18/27.4.2000

Wirtschaftswoche-Mitarbeiter Ulf J. Froitzheim über einen perfekten Crashkurs für E-Commerce-Einsteiger. (Ungekürzte Fassung)

Etwas anspruchslos ist er ja, der Text auf dem BMW-Werbebanner im Internet: „Brumm… brumm… brumm!“ Aber sonst wirkt alles vertraut: das Logo, der Slogan „Freude am Fahren“, der Blick auf die leere, kurvige Landstraße. Wie es scheint, hat sich die Werbeabteilung des Münchner Konzerns humormäßig perfekt dem skurrilen Umfeld angepaßt – ganz im Gegensatz zu IBM, Siemens, Intershop und Yahoo, deren stinkseriöse Standard-Banner nicht gerade zum Mausklick animieren. Erstaunlich ist die vor hochkarätigen Marken strotzende Link-Liste vor allem deshalb, weil sie einen Online-Shop adelt, der sich augenscheinlich dem Handel mit Scherzartikeln verschrieben hat – vor allem solchen für den eher robusten Geschmack: Der „kleine Kolonialwarenladen“ zelebriert genüßlich ein Sortiment, das von alten Unterhosen über halbe Sockenpaare und das „Einmachglas Scheiße“ bis zum frischen Ebersperma reicht – was wenigstens erklärt, weshalb gleichberechtigt mit dem World Wide Web Consortium die Schweinebesamungsstation Weser- Ems e.V. in Cloppenburg als „Partner“ erwähnt wird. Merkwürdig ist indes, dass deren Internet-Beauftragter Werner Taphorn davon nichts weiß: „Wie war nochmal die Web-Adresse?“

Der norddeutsche Viehzucht-Experte ist nicht der einzige Partner des Kolonialwarenladens, der keine Ahnung hat, wie er zu dieser Ehre kommt. „Socken und Høgørøk (Author’s Cut)“ weiterlesen

Never Answered Questions (3)

Willkommen auf der fiktiven Homepage von Zeitlupe.org!

Haben Sie das Gefühl, dass Sie das weltweite TV-Ticker-Datennetz mit seinem Dauerbeschuss an Nachrichten-Häppchen wieder einmal bis zur völligen Besinnungslosigkeit informiert?

Drosseln Sie doch einmal Ihr Gehirn auf prädigitale Denkgeschwindigkeit!

Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Auto-Testern des ADAC! Die erkennen auf ihren Crashtest-Filmen nur deshalb etwas, weil sie den Aufprall bei der Wiedergabe völlig entschleunigen: Erst wenn sich eine Zehntelsekunde zur Minute dehnt, nimmt das Auge wahr, was wirklich abläuft.

Ähnlich verhält es sich mit dem Sammelsurium unerklärlicher Phänomene, das unter dem Schlagwort New Economy bekannt ist.

Wer die Entwicklungen in Echtzeit verfolgt, sieht nur, dass mit Hilfe neuester Datentechnik alte Wahrheiten reihenweise an die Wand gefahren werden.

Aber wozu dies geschieht, ob es sich um kreative Zerstörung im Sinne des Nationalökonomen Joseph Schumpeter handelt oder um schiere Destruktion, verschließt sich dem flüchtigen Blick des Betrachters.

Darum hat Zeitlupe.org für Sie die wichtigsten Szenen der vergangenen zehn Jahre noch einmal zurückgespult und die Ergebnisse der Auswertung in Form der folgenden Never Answered Questions zusammengestellt.

 

Warum war das Entstehen eines kommerziellen Angebotes im World Wide Web ein Betriebsunfall ?

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