Leistungsschutzrecht? Gefällt wohl niemandem.

Meldung aus dem na-Presseportal

Vor genau einer Woche hat der Zeitungsverlegerverband zum Abschluss der Münchner Medientage Google wegen Äußerungen zum Leistungsschutzrecht attackiert – per Pressemitteilung, die auch über „news aktuell“ verbreitet wurde, eine Tochter der dpa.

Dort kann die Zielgruppe – Journalisten und andere Menschen, die aus beruflichen Gründen PR-Texte freiwillig lesen – inzwischen ihr Gefallen via Facebook bekunden. Wie man sieht, gab es in dieser Woche niemanden, der fand: „Gefällt mir.“

Lindlau: „Würde nicht wieder TV-Reporter“

Dagobert Lindlau im Jahr 2006
Dagobert Lindlau (Foto: Ulf J. Froitzheim)

Dagobert Lindlau war einer der ganz großen ARD-Reporter. Anlässlich seines 80. Geburtstags (herzlichen Glückwunsch nachträglich!) hat meine Kollegin Senta Krasser ihn für den BJVreport interviewt:

Sagen Sie mal, Herr Lindlau, warum wollen Sie, wenn Sie noch einmal die Wahl hätten, nicht wieder Fernsehjournalist werden?

Weil die Grenzen zwischen Entertainment und Information immer mehr verschwimmen. Und weil gerade die Fernsehjournalisten dazu übergehen, politisch korrekt zu formulieren. Taktische, ideologische Rücksichtnahme kennt der echte Journalismus aber nicht. Und dann diese Schminkerei! Die ist lästig. Ich komme mir affig vor, wenn ich vor dem Auftritt im Studio angestrichen werde. Auch die Redeweise wird geschminkt und die Auffassung von den Dingen, die man recherchiert. Ich glaube, das hat zugenommen, weil es immer mehr auf Äußerlichkeiten ankommt.

Das ganze Interview gibt es hier als PDF-Download (Ausgabe 5/2010).

Besser Online – Nachlese

Da mein Motto nicht lautet „es ist alles gesagt, aber noch nicht von mir“, mache ich’s kurz und beschränke mich auf eine Anmerkung zum Thema Leistungsschutzrecht für Verleger, das Hubert Burdas oberster Rechtsbeistand Professor Robert Schweizer auf dem DJV-Kongress Besser Online tapfer verteidigte. In einem Punkt zumindest hatte er Recht: Es stimmt, dass nicht nur Burda in Form von Web Traffic von Googles Dienstleistung profitiert, sondern auch umgekehrt, da Google nun mal auf nichts verlinken könnte, wenn da nichts wäre. Es war eine Binsenweisheit, an die zu erinnern man dem Mann zugestehen muss. Aber wehe, man wagt es, ihm spontan zu applaudieren. Dann zischt einen der Vordermann an: „So ein Unsinn.“ So viel von meiner Seite zum Thema Verlegerbashing.

Mehr dazu steht (unter anderem) in den Blogs von Christian Jakubetz, Inge Seibel, Christian Pfaffinger und Stefan Kaufmann.

Google: Das alte Bild der Erde („Besser Online“-Edition)

Gut, dass Daten wenigstens nicht verstauben. Viele der Luft- und Satellitenaufnahmen, mit denen Google ein Abbild der Erdkugel im 21. Jahrhundert bereitzustellen vorgibt, wären sonst schon unter einer dicken Flockenschicht und dichten Spinnweben verborgen.

So aber kommen die Bild scheinbar frisch daher, und nur der Ortskundige verdreht die Augen. Es schaut ja auch nicht jeder bei Google Earth links unten an den Bildrand, wo das vermeintliche Aufnahmedatum eingeblendet ist. Bei uns in der Gegend wurden rein zufällig alle Fotos am ersten Tag mit einer „2“ in der Jahreszahl geschossen: am 1. Januar 2000. Einem Tag, an dem alle Informatiker weltweit sich den Angstschweiß von der Stirn wischten: Sie hatten ihre Systeme noch rechtzeitig vor dem „Millennium Bug“ gerettet und den Untergang der digitalen Welt verhindert.

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Google muss noch viel lernen

Ich weiß ja nicht, warum diese Veranstaltungen des zuständigen DJV-Fachausschusses immer „Besser Online“ heißen. Das ist zumindest missverständlich, denn es klingt wie: „Hätte er besser jemanden gefragt, der sich damit auskennt!“ Also besser online als offline. Eigentlich ist es aber wohl ein Postulat: Im Online-Segment des Journalismus und auch der PR gibt es Vieles, das verbesserungswürdig wäre.

Zum Beispiel die Pressearbeit des angeblich allwissenden, laut Volks- und Medienmeinung buchstäblich alles unter Kontrolle habenden Konzerns Google. Die ließ bisher so schwer zu wünschen übrig, dass ich eher von Presseuntätigkeit oder Heimlichkeitsarbeit reden würde „Google muss noch viel lernen“ weiterlesen