Bin gerade bei Twittwoch gestrandet, bei einer Seite zum Deutschen Social Media Preis 2010.
René Heymann, Chef der Berliner Werbeagentur HBDG AG (Heymann, Brandt, de Gelmini) promotet dort seine bereits anderweitig preisgekrönte Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung. Auf gut Englisch heißt dieses Delikt Female Genital Mutilation oder kurz FGM. Darum nennt sich die Kampagne: „Stop FGM Now!“
Tja, bei Facebook liest sich das leider so:
Da mir die Abk. FGM noch vollk. unbek. war, habe ich natürl. gelesen: „Stopf GM now“. Dass General Motors ein löchriger Socken sei, war sicherlich keine beabsichtigte Assoziation. Vielleicht sollten Werber, die sich für Cracks der „Sozialen Medien“ halten, mal etwas weniger über schickes Design der Websites nachdenken als darüber, wie man möglichst viele Menschen erreicht, die nicht in fremdsprachigen Akronymen denken. Zwei Bindestriche wie in der Web-Domain
wären ein Anfang. Die Leute wüssten zwar immer noch nicht, wofür FGM steht, aber sie wüssten, dass sie etwas stoppen sollen, und würden vielleicht neugierig. Noch besser wäre natürlich, man würde sich die Arbeit machen, statt einer einzigen internationalen Kampagne viele machen, die die Sprachen der Adressaten sprechen.

