Lederhosen ohne Laptops?

Das Statistische Landesamt hat gestern die neueste Bayern-Empirie publik gemacht. Und was liest man darüber im Bayernteil? (Sie wissen schon, welche Zeitung ich meine.) Seehoferland ist wohl ein wenig rückständig:

„Jeder achte Haushalt hat einen PC.“

Oder auch das Gegenteil. Nämlich keinen. Sonst hätten kaum 70 Prozent Internet, gell?

What a difference a „k“ makes…

Warngebärden

„Industrielobby warnt vor europäischem Vorstoß zum Klimaschutz“

Was die Kollegen vom gedruckten süddeutschen Wirtschaftsteil mit dieser Unterzeile *) wirklich meinen: BDI-Geschäftsführer Werner Schnappauf droht damit, dass (die ?) Mitglieder seines Verbandes ihre Produktion ins Ausland verlagern, sollte sich die Europäische Union erdreisten, strengere CO2--Regeln einzuführen als der Rest der Welt.

Das Verb „warnen“ ist also nicht im Sinne von „seid auch immer schön vorsichtig, Kinder“ gemeint, sondern im Sinne des Machtworts „ich hab‘ Euch gewarnt“.

Hier die Drohgebärde Warngebärde Schnappaufs, wie sie in der SZ zitiert wird:

„Die EU kann dann ihr Treibhausgas-Reduktionsziel auf 30 Prozent aufstocken, wenn sich auch alle anderen Industrie- und Schwellenländer auf ehrgeizige Reduktionsziele und Emissionsobergrenzen verpflichten. Sonst verlieren wir in Europa und vor allem in Deutschland moderne Produktionsanlagen und Jobs.“

Es braucht also nur ein einziges dieser Länder „nö“ zu sagen, und schon machen die Werke reihenweise dicht. Der besondere Gag daran ist, dass wir dann nur „moderne“ Fabriken & Jobs „verlieren“ werden. Unmoderne, also unzeitgemäß CO2--lastige, bleiben uns erhalten.

*) Die Online-Kollegen, die den Artikel übernommen haben, bringen es übrigens deutlich besser auf den Punkt:

„Zugleich wehrt sich die Industrielobby allerdings weiter gegen einen europäischen Vorstoß beim Klimaschutz.“

Alles transparent, Herr Dr. Klenk?

„Längst hat der ehemalige Wikileaks-Mitstreiter John Young mit cryptome.org eine eigene Enthüllungswebsite gestartet.“

Volker Klenk

Klenk ist Herausgeber des FAZ-Buches „Corporate Transparency“. Er betreibt die Themenwebsite transparenz.net und ist Managing Partner von Klenk & Hoursch Corporate Communications.

Hatte Transparenz nicht etwas mit Durchblick zu tun? Dann wäre es nicht verkehrt, zu wissen, dass Young das Projekt Crypto Me zehn Jahre (!) vor Wikileaks startete: 1996. 

Türkische Arbeiter, Udo Ulfkotte will Euch Eure Schwarzgeldkonten in Liechtenstein wegnehmen

Dass der Schriftsteller Udo Ulfkotte seltsame Dinge schreibt, wusste ich. Diese Angewohnheit hatte er auch schon, als er noch als Redakteur arbeitete. Bei ihm muss man beispielsweise darauf gefasst sein, dass er von Immigranten Schadenersatz für die ihnen leider misslungene Integration fordert, die „uns“ Zig- oder auch Hunderttausende gekostet habe. Gegen sein schwarz-weißes Weltbild ist Thilo Sarazzin ein Meister der Grautöne, ja sogar der Farbnuancen.

Auf der befremdlichen Website des Kopp-Verlags habe jetzt ich rhetorische Ulfkotte-Fragen entdeckt, die derart daneben sind, dass man sie für eine Persiflage halten muss. Allerdings sind sie wohl als Reklame für sein im September erschienenes Buch „Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold: Armut für alle im »Lustigen Migrantenstadl«“ gedacht.

Ich versuche mal darauf zu antworten. „Türkische Arbeiter, Udo Ulfkotte will Euch Eure Schwarzgeldkonten in Liechtenstein wegnehmen“ weiterlesen

Altpapier vom Murmeltier

Stellen Sie sich vor, Sie treten aus der Tür und finden in der Zeitungsrolle… die Süddeutsche von gestern. Nicht weil Sie gestern vergessen hatten, sie rauszunehmen, sondern weil der Verlag Ihnen zum zweiten Mal das gleiche Blatt geliefert hat. So ist es heute morgen den Kauferingern passiert.

Eigentlich ist doch Murmeltier-Tag erst wieder im Frühjahr?