BJV: Maulwürfe und Ehrennadeln

Ein guter Berufsverband ist wertvoll. Gut ist ein Berufsverband, wenn er wenig Vereinsmeierei betreibt und seinen Mitgliedern lieb, aber für sie nicht unnötig teuer ist. Also effizient wirtschaftet.

„Mein“ Bayerischer Journalisten-Verband lässt da momentan etwas zu wünschen übrig. Positiv gesagt: Er bietet Raum für Verbesserungen. Sehr viel Raum. Nicht nur auf der Homepage…

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Wer hat’s erfunden, unser schönes Bayern?

oben: Süddeutsche Zeitung, 29.10.2012

unten: Reporterlegende der Süddeutschen Zeitung, 1979

Wir fahren mit der Eisenbank

Überhaupt: wer ist Bankchef Bahn-Chef Weber?

Wie viel ist 1000-mal weniger?

Diese Frage richtet sich stellvertretend an Dr. med. Werner Bartens vom Wissenschaftsressort der Süddeutschen. Der Kollege sollte es wissen, er schreibt von Phänomenen wie der Senkung des Krankheitsrisikos um das 1000-fache.

Ich mit meinen bescheidenen Mathematikkenntnissen steige beim Anblick solcher Formulierungen regelmäßig aus. Für mich ist das 10-fache eine Steigerung um 900 Prozent, das 100-fache eine solche um 9900 Prozent, das 1000-fache gar eine um 99900 Prozent. Bei einer Steigerung um das 1000-fache wiederum bekomme ich 1+1000=1001 mal 100 Prozent, also 100100 Prozent des Ausgangswerts. Soweit noch alles klar?

Wenn ich nun einen Wert um sein 1000-faches, mithin um 100000 Prozent senke, lande ich bei 100000-100 = 99900 Prozent. Wenn das möglich ist, gibt es offensichtlich etwas besseres als das so genannte Nullrisiko, welches man bei bereits einer unspektakulären Senkung des Risikos um das Einfache alias 100 Prozent erreicht: ein Negativrisiko, also eine Chance. Um ein 100-prozentiges Risiko in eine 100-prozentige Chance zu verwandeln, reicht es „Wie viel ist 1000-mal weniger?“ weiterlesen

Was wusste ich über Jobs, das Isaacson noch nicht wusste?

Walter Isaacsons Steve-Jobs-Biografie hatte ich mir nicht geleistet, weil mir das nach dem Tod des Apple-Gründers nicht mehr wichtig war. Jetzt habe ich einen Hinweis darauf entdeckt, dass der Autor (der im Gegensatz zu mir persönlichen Zugang zu Jobs hatte) ein von mir kalt* geschriebenes Jobs-Porträt als Quelle verwendet haben soll – und zwar entnehme ich dies einer Website, die mir wie ein digitaler Raubdruck erscheint. Falls hier jemand das Original hat: Könnten Sie bitte mal im Quellenverzeichnis nachschauen? Laut der Schwarzkopie hätte Isaacson das Medium (die „Capital“) nicht erwähnt; statt dessen steht dort das Ressort („Unternehmen“).

Ich bin da einfach neugierig. Hätte Isaacson mich angemailt, hätte ich ihm natürlich verraten, wo ich meine Information gefunden hatte – in seinem Heimatland USA.

* „Kalt“ heißt vom Schreibtisch aus, also per Telefon und Internet recherchiert. So muss man leider arbeiten, wenn der zu Porträtierende für Journalisten keine Zeit und/oder die Redaktion für große Reisen kein Budget hat.