Sehen wir uns am Samstag in Bonn?

 

Auf der DJV-Tagung Besser online reden wir am kommenden Samstag darüber, was Online-Autoren tun müssen, um von der VG Wort Geld zu bekommen.

Außer mir (als Journalistenvertreter im Verwaltungsrat der VG Wort) sind dabei: Vladimir Simovic a.k.a. Perun, einer der führenden WordPress-Experten in Deutschland, c’t-Redakteur Mirko Dölle und DJV-Vorstandsmitglied Andreas K. Bittner als Moderator.

Tote Meere schwappen nicht

„Ein Salzsee schwappt über“

Headline in der SZ vom 12. September, Panorama

Das Tote Meer wird gemeinhin ebensowenig zu den Weltmeeren gezählt wie das Steinhuder Meer. Es ist zwar salzig und hatte in vorbiblischen Zeiten mal Verbindung zum richtigen Meer, aber „Salzsee“ ist schon die korrekte Bezeichnung. Ergo lagen die dortigen Hotels noch nie – wie im Lauftext behauptet wird – „am Meer“, und das schiefe Bild am Schluss, in dem der Autor Menschen und Meere mehrzahlig-metaphorisch vergleicht, ist auch nur mit dem unbedingten Willen zur Alliteration zu erklären.

Ein besonderer Schlag ins Salzwasser ist die tsunamihafte Überschrift: Das Problem liegt laut Autor darin, dass der Pegel im Südbecken des Salzsees zwar ständig, aber nahezu unmerklich steigt und dass die Anrainer mangels Dramatik nichts gegen die Entwicklung unternommen haben. Demnach schwappt da überhaupt nichts – es sei denn, eines Tages bebt mal die Erde.

Dem Vorgang des Schwappens ist jene Dynamik zu eigen, die in En Bokek ausdrücklich fehlt. 

Lockere Schreibe, äh, Schraube

DM-Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner hat sich laut Süddeutscher Zeitung einmal an einen gläsernen Tresen in einer Filiale gelehnt – und dieser gab nach, „weil sich Schreiben gelockert hatten“.

Die gemeinhin für ihre Sorgfalt geschätzte Korrespondentin, der dieser lustige Lapsus unterlief, gehört zu jenen SZ-Autoren, deren Schreibe(n) man als hinreichend locker bezeichnen darf. Da aber das Gegenlesen im wohl unterbesetzten Wirtschaftsressort (wie so oft) nicht mit hinreichender Gründlichkeit geschah, ist nun nicht klar, was sich in Werners Drogerie gelockert hatte: Scheiben oder Schrauben.

Aber die Hauptsache ist ja, dass bei den lockeren Schreibern alle Schrauben fest sitzen. 😉

Lesability


Lesen Sie auch „in Stillleben…“ und fragen sich, von woher kommend der Text hierher überläuft, obwohl doch der Autorenname suggeriert, dass nun der Anfang kommt? Dann sind Sie ebenso phantasiebefreit wie ich.

Sehen Sie nicht das InitiaXXXXL, das Teil des unbestimmten Artikels „Ein“ ist? Okay, es ist ein wenig nonkonformistisch, das Wort nach dem ersten Buchstaben mitten in der Silbe zu trennen, und es wirkt wahnsinnig kreativ, ein Initial auf Spaltenbreite aufzupumpen.

Aber der Art Director der Weird Wired hat natürlich alles richtig gemacht. Ein Initial ist nichts anderes als ein großes A, B, C, D, E usw. – ähem, ich meine: ein GROSSES a, b, c, d,e…

 

Lieber Thomas Knüwer,

Idee geklaut bei: http://xtrawurst.wordpress.com/2011/09/08/wired-weird/

nachdem ich mir ein bisschen Zeit genommen habe, um die Wired zu lesen, nehme ich mir jetzt welche für eine kleine Blattkritik. Dabei möchte ich ein paar Dinge gerade rücken, die Du in Deinem geekigen Aufmacher-Essay ab Seite 60 für meinen Geschmack etwas schräg darstellst.

*

Fangen wir gleich mal beim Geek an: Das einzige, was für den Begriff spricht, ist, dass er beim unbeleckten Publikum noch nicht besetzt war. Wer etwas tiefer in der Materie steckt als die typische GQ-Zielgruppe, und das darf man bei einem Wired-Leser erwarten, wird gestutzt haben – so wie Michalis Pantelouris und unter anderem auch ich. Im engeren Sinne der IT-Szene gebraucht, ist „Geek“ nämlich durchaus ein Synonym für „Nerd“ oder „Freak“. „Lieber Thomas Knüwer,“ weiterlesen