Wikio: „Experten“, die für 5 Euro schreiben?

Der Zynismus der modernen Ausbeuter kennt keine Schamgrenzen. Die neueste Dreistigkeit kommt aus Frankreich (bzw. Luxemburg) und nennt sich „Wikio Experts“. Der Ableger der Firma Wikio baut eigenen Content auf und sucht gerade Dumme, die für Honorärchen schreiben, für die sich selbst die für ihre Sparsamkeit bekannte Verlegerfamilie des Straubinger Tagblatts in Grund und Boden genieren würde.

Jedes Wort, das sich der schreibende „Experte“ abringt, wird – „je nach Thema und Arbeitsaufwand“, ergo nach Gutdünken des Auftraggebers – mit 0,0125 bis 0,075 € vergütet. „Wikio: „Experten“, die für 5 Euro schreiben?“ weiterlesen

Die Telekom pennt nicht

Soso, Google – das Unternehmen, das ungeniert Landkarten mit zehn Jahre alten Fotos ins Internet stellt und neue Bundesstraßen auch nach zwei Jahren noch nicht zur Kenntnis nimmt, ist wach, aber die Telekom schläft?

Was für ein schönes Vorurteil, Herr SZ-Kollege und Google-Fan! Dummerweise war die Telekom – so wenig man sie mögen muss – schon vor zwei Jahren an dem Thema dran, jetzt kommt die praktische Umsetzung.

Nachzulesen in der brandeins 9/2009: „Die Telekom pennt nicht“ weiterlesen

Es gibt keinen Loha, nur Lohasen

Liebe SZ-Wirtschaftskollegen, ich weiß ja, alle machen das instinktiv falsch: LoHaS ist kein Plural, der für die Freunde des „Lebensstils der Gesundheit und Nachhaltigkeit“ stünde. Darum gibt es den „Loha“ nicht, so gern Ihr auch dem grünsozialen Konsumenten dieses Etikett anhängt. Das wäre nämlich der „Lifestyle of Health and“. And? Und was?

Für mich ist ein Anhänger des LoHaS ein „Lohase“, und davon kann man ganz leicht einen korrekten Plural bilden – Lohasen.

Nix Hurra, Herr Lengsfeld!

Detlev Lengsfeld ist ein Narr. Er scheint nämlich zu glauben, dass es Journalisten gibt, die sich durch solch eine Spam-Mail (ganzer Text unten) angesprochen fühlen und umsonst für ihn arbeiten. Der Mann betreibt „Internet Marketing / Web Design und Entwicklung“ sowie nebenher eine Website namens „ngo-online.de“, ganz so, als spreche er für Deutschlands Non-Governmental Organizations. Er ist sein eigener Partner, hetzt gegen „korrupte Betriebsräte“, „unfähige Gewerkschafter“ und „kriminelle Manager“ bei seinem Ex-Arbeitgeber VW und verfasst ansonsten manches wirre Zeug.

Hier das Spam-Traktat in voller Länge:

Hallo — Hurra! -Wir haben SIE gefunden!
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Springer-Hierarch lobt ARD-Journalisten

Christoph Keese kennt sich mit Journalisten aus, schließlich war er selbst lange einer von uns. Heute ist er aber Chef-Lobbyist eines Unternehmens, das Bibeln, Zahnbürsten und viele andere Produkte unters Volk bringt. Offizielle Berufsbezeichnung: Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG.

Exkollege Keese sieht jetzt Pressevielfalt und Qualitätsjournalismus in Gefahr:

„Mehr als acht Milliarden Euro Jahresbudget der öffentlichen Sender zerrütten den entstehenden unabhängigen Journalismus, wenn sie ungebremst ins Internet vordringen.“

Warum das? Weil die Tagesschau eine Nachrichten-App für iGeräte verschenkt, die laut Keese so „vorzüglich“ gemacht ist, dass seine Leute nichts Besseres bieten können? „Springer-Hierarch lobt ARD-Journalisten“ weiterlesen