DJV-Verbandstag 2009 geschrödert

Der allseits für seine investigativen Recherchen aus dem Umfeld der berlinischen und mehr oder weniger brandenburgischen Journalistenverbände sowie für seine Bescheidenheit geschätzte Kollege Burkhard „Burks“ Schröder ließ sich gestern über das jüngste Urteil in der murmeltierhaft sich fortsetzenden Rechtsstreitskaskade zwischen dem DJV-Bundesverband und dem von Berlin-Wilmersdorf aus verwalteten DJV-„Landesverband Brandenburg“ aus:

„Niemand wird darüber adäquat berichten, ausser burks.de – ganz im Gegenteil: Diejenigen, die schon ihres Berufs wegen berichten sollten, werden das Urteil schamhaft verschweigen.“

Von der Seite „DJV-Verbandstag 2009 geschreddert“

Nun, in dieser Wortpresse war die seltsame Angelegenheit schon im Oktober vorigen Jahres ein Thema. Wer mag, kann hier nachlesen, wie absurd die Klage war. Im übrigen überschätzt Burx die Attraktivität des Themas. Wer darüber außerhalb von Journalistenzirkeln berichten wollte, würde seine Leser vermutlich immens langweilen, denn im Mittelpunkt der Kontroverse stehen juristische Spitzfindigkeiten, die mit „ermüdend“ noch freundlich charakterisiert sind, aber sicherlich ergiebig genug wären für eine Summa-cum-laude-Promotion in Jurisprudenz. „DJV-Verbandstag 2009 geschrödert“ weiterlesen

Ehec: Zweite allgemeine Verunsicherung

Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Christian Morgenstern, Die unmögliche Tatsache

Wenn eine Zeitung sich einmal auf die Linie festgelegt hat, die unüberlegten Warnungen vor Gurken, Tomaten und Salat nicht mit der gebotenen Distanz zu behandeln, sondern sie unkritisch wiederzukäuen, dann darf sie Entwarnungen natürlich nicht ernst nehmen. So kann sie gleichzeitig sich selbst treu bleiben und mit etwas Verspätung die kritische Attitüde zeigen, die man von ihr erwartet.

„Ehec und kein Ende: Salat, Gurken und Tomaten sollen plötzlich wieder harmlos sein. Die Unsicherheit bleibt“

So untertitelt die Panorama-Redaktion der SZ heute ihren Bericht, in dem sie die Schuldsvermutung gegen die verdächtigten Gemüsesorten mühsam aufrecht erhält. Die Fotos der Delinquenten kommen mit einer ähnlich zweiflerisch-spöttischen, freilich von keinerlei Recherche gestützten Bildunterschrift daher:

„Drei Unschuldige und eine Täterin? „Ehec: Zweite allgemeine Verunsicherung“ weiterlesen

Quotentop, Quotenflop

Ich hatte mich schon über die Sensationsquote dieser Schwachshow gewundert. Aber noch bevor ich den Link im Kressblitz klickte, hatte die Redaktion den Fehler bemerkt. An der Stelle passt das Komma viiiiel besser!

Fehlerverfertiger und Goldmatratzen

Armer Kollege Reinhard Brembeck: Ein Schlussredakteur bei der Süddeutschen hat die automatische Rechtschreibkorrektur über den Beitrag „Traumklangverfertiger“ laufen lassen und versehentlich die schwachsinnigen Verschlimmbesserungsvorschläge der Software per Mausklick akzeptiert. Aus „kantenlosem Schönklang“, nur so als Beispiel, wurde so der „faltenlose Schönling“.

Die SZ braucht aber keinen überlasteten DAU in der Schlussredaktion, um Unsinn in Druck gehen zu lassen. Aktuelle Beispiele gefällig?

– Schlimm genug, dass 6000 Hektar (also 60 Quadratkilometer) schönen Bayernlandes pro Jahr zubetoniert werden. Aber das ist nicht, wie das Wirtschaftsressort (9.6.) meint, die Fläche einer Stadt wie Augsburg, sondern nicht einmal die Hälfte (von 147 Quadratkilometern).

– Die IP-Adressen bestehen nicht aus 32 oder 128 Ziffern (Wirtschaft, 8.6., „Dolmetscher“), sondern aus 32 oder 128 Einsen und Nullen (Binärzahlen). In Ziffern (Dezimalzahlen) sind es bei IPv4 gerade mal elf bis zu zwölf.

– 32 Jahre sind zum Glück nicht, wie in der Politik (9.6.) zu lesen, die „relativ großzügige Restlaufzeit“, „Fehlerverfertiger und Goldmatratzen“ weiterlesen

Ein Professor mit dem Kontrabass

„Chinesen verklagen Medion“

…schreibt das Handelsblatt lustigerweise über Aldis Computer-Hauslieferanten Medion…

„Der chinesische Technologiekonzern Artificial Life hat den als Aldi-Lieferanten bekannten Elektronikspezialisten Medion auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt.“

Tja, erstens ist Artificial Life kein Technologiekonzern, sondern eine ziemlich kleine Softwarebude, ein kleiner Mittelständler, ein Pennystock. Der Kurs ist von rund 80 auf etwa 30 Cent gesackt – und heute, zufällig nachdem das Handelsblatt „Ein Professor mit dem Kontrabass“ weiterlesen