SZ: Kollegin B. schließt mal wieder von sich auf andere

Ist die gute alte E-Mail „vom Aussterben bedroht“? Mit dieser steilen These erschreckte die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen am Donnerstag ihre Leser. Es ging eigentlich um Microsoft und die Ablösung des – freundlich gesagt – für seine Nutzer peinlichen Webmail-Dienstes Hotmail durch das seriöser wirkende Cloud-Produkt „Outlook.com“. Kollegin B., wie gewohnt eher meinungsfreudig denn treffsicher, verstieg sich dabei zu der Behauptung, dass „ohnehin niemand mehr Mails braucht“.

Muss ich wirklich erläutern, wieso das bodenloser Unsinn ist? Nein, ich glaube, die Arbeit kann ich mir sparen. Auf jeden Fall war das Kompetenzgefälle von sueddeutsche.de 🙂 zur Printausgabe 🙁 vergleichbar mit einer Kamikaze-Rutsche.

 

ACTA und kein Durchblick

„Als die EU-Kommission Acta jedoch während einer Sitzung ihres Ausschusses für Fischerei und Landwirtschaft im vergangenen Dezember neben Fangquoten und Importregeln für Zitrusfrüchten einfach so durchwinkte, schienen alle Befürchtungen bestätigt.“

Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung vom 4. Juli – vor der parlamentarischen Ablehnung des Abkommens

Von der Meinungsseite der SZ hätte ich jetzt etwas mehr Durchblick erwartet. Es war weder ein Ausschuss noch die Kommission, sondern der Rat der Europäischen Union, der auch als Ministerrat bezeichnet wird, weil er sich je nach Bedarf aus Ministerpräsidenten/Kanzlern oder eben aus Ministern zusammensetzen kann. „ACTA und kein Durchblick“ weiterlesen

Kraftwerk, Sabrina Setlur und die Sporadika der Presseverleger

Unglaublich, was für ein absurdes Zeug zur Zeit durch die Medien und die Juristenblogs blubbert – weil der gleiche Unsinn im Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht (LSR) steht. Bevor ich erkläre, warum Journalismus nichts mit Musikfetzen von Kraftwerk zu tun hat und die vermeintliche Analogie keine ist, lesen Sie bitte diese Passage aus dem Anhang zum LSR-Gesetzentwurf (Hervorhebungen von mir):

Das Leistungsschutzrecht schützt bereits kleine Teile des Presseerzeugnisses. Hier kann nichts anderes gelten, als das, was der Bundesgerichtshof mit Blick auf das Leistungsschutzrecht der Tonträgerhersteller in seinem Urteil „Metall auf Metall“ (Urteil vom 20. 11. 2008, Az. I ZR 112/06) ausgeführt hat. Ebenso wie beim Leistungsschutzrecht des Tonträgerherstellers der Schutzgegenstand nicht der Tonträger selbst ist,  „Kraftwerk, Sabrina Setlur und die Sporadika der Presseverleger“ weiterlesen

Keese-Embargo oder User-generated censorship

Es ist manchmal erstaunlich, mit welchen Mitteln Menschen zurückschlagen, die sich von der Bild-Zeitung vergesäßt fühlen. Nein, es ist moralisch nicht besser als Bild-Journalismus, wenn man das Bewertungswerkzeug WOT (Web of Trust) missbraucht, um andere vom Besuch von Websites abzuhalten, auf denen unsympathische Menschen missliebiges Zeug von sich geben.

WOT dient dazu, vor Websites zu warnen, auf denen man Viren oder trojanische Pferde untergejubelt bekommt oder Betrügern ins Netz gehen könnte.

WOT ist nicht dazu da, Christoph Keese oder irgendwem sonst den Mund zu verbieten, und wenn er tausendmal ein Springer-Mann ist. Wer so was tut, hat Zensorenmentalität. User-generated censorship darf nicht einreißen. Zero Tolerance gegen Intoleranz, kann ich da nur sagen.

BMJ: Copyright in Deutschland

Nein, das deutsche Urheberrecht kennt kein Copyright. Falls die Herausgeber der FAZ das nicht wissen, sollte es zumindest die Bundesministerin der Justiz wissen, die ja – wie dem Text, der so…

…unterschrieben ist, zu entnehmen ist – für Urheberrechtsfragen fachlich zuständig ist.