SZ-Wirtschaft lässt sich einwickeln

Gestern traute ich meinen Augen nicht: Da, wo sich in der Süddeutschen sonst der Wirtschaftsteil befindet – also im dritten „Buch“ – fand ich eine dicke, fette Beilage des Kaffeemaschinenherstellers DeLonghi. Mit einem Griff wollte ich den Störfaktor schon ins Altpapier befördern, aber dahinter kam keine Wirtschaft, sondern schon der Sport. Hatte die Druckerei die Bücher in falscher Reihenfolge zusammengeschossen? Nein, denn auch weiter hinten kam keine Wirtschaft. Ungläubig öffnete ich die DeLonghi-Beilage, und siehe da: Die Werbung entpuppte sich als vierseitiger Umschlag. So macht sich die Redaktion der Reklame untertan. Wann finden wir wohl morgens eine Zeitung im Briefkasten, die sich von den Inserenten komplett hat einwickeln lassen?

Erschütternd: Klimawandel in der SZ

Die Versicherer leiden unter den Kosten von Naturkatastrophen. So weit nichts Neues. Die Süddeutsche schafft hierzu aber mal wieder eine klassische Text-Bild-Schere: Die Überschrift und die Unterzeile widmen sich dem Klimawandel, gegen den die Versicherer durch kluge Lobby-Arbeit vielleicht ankämpfen könnten. Das Foto hat aber so-was-von-gar-nichts damit zu tun. Gegen Erdbeben ist jede Regierung und damit jede Assekuranz machtlos. Auch ich bin erschüttert – über so viel Dummheit im Dienst oder auch über diesen „visuellen Analphabetismus“, wie Hans-Eberhard Hess das nennt.

Nicht „Wissen“ macht nichts

„Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts“, sprühten die Spontis in den 80ern an die Wände.

Heute ist „Wissen“ der Titel der Wissenschaftsseite der Süddeutschen. Da macht es auch nichts, wenn man nichts weiß (oder nicht mitdenkt):

SZ vom 26. April 2012, Seite "Wissen"

Wären es nur 38 Masten gewesen, wären 71 Prozent (das ist die Zahl zu „mehr als zwei Drittel“ – warum nicht „fast drei Viertel“?) der Vögel gegen 0,76 Masten gedonnert. „Nicht „Wissen“ macht nichts“ weiterlesen

SZ erfindet neues Porsche-Modell

SZ vom 26. April 2012, Wirtschaftsteil

Wussten Sie schon? Porsche hat einen neuen Flitzer. Laut SZ von heute scheint es sich um ein Modell namens „SE 911“ zu handeln, das in China schon rumfährt und überhaupt nicht porschig ausschaut.

Tja, Ahnung von Autos müsste man haben. Wer die Buchstabenfolge „Porsche SE 911“ googlet, findet rasch eine Bloomberg-Meldung aus China, die tatsächlich mit diesem Foto dekoriert ist. Es steht aber nicht in der Bildunterschrift, es zeige einen Porsche. Nur im Lauftext kommt der String vor. „Porsche SE“ ist dabei der offizielle Firmenname, „SE“ steht für die Europäische Aktiengesellschaft; das erwähnte Auto ist der ganz normale, bekannte Neunelfer. Wie in Teilen der angelsächsischen Wirtschaftspresse üblich, wird die komplette Firma der Typenbezeichnung wie ein Adjektiv vorangestellt, also hieße es analog „Ford Motor Co. Fiesta“, „Daimler AG Mercedes CLS 500“ oder „Volkswagen AG Golf IV“.

Porsche baut übrigens tatsächlich einen neuen Flitzer. Er wird Macan heißen.

Leistung schützen? Welche Leistung?

Die Verleger sollen nach dem Willen der Bundesregierung ein Leistungsschutzrecht für ihre Online-Zeitungen erhalten.

Aber welche Leistung soll geschützt werden? Was bei den News-Aggregatoren landet – Schlagzeile, kurzer Anreißer – stammt doch von dpa.

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Ursula Piëch soll in VW-Aufsichtsrat einziehen

Von Andreas Hoenig, dpa

Augsburger Allgemeine

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Handelsblatt

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