Fair bleiben beim Kandidatencheck

Wer kann‘s am besten? LT-Redakteur Dominic Wimmer (links) fragt die Kandidaten ab

Manche Mitbürger wundern sich, dass ich mich mit Äußerungen zur Bürgermeisterwahl so zurückhalte, während ich beim Thema Rechts-vor-links kein Blatt vor den Mund nehme. Es stimmt auch, dass ich bei der vorigen Wahl keinen Hehl aus meiner Skepsis gemacht habe. Wie diesmal auch, hatten sich fünf Kandidaten auf großem Podium vorgestellt, und ich hatte zu allen eine ordentliche Distanz. Es sprang kein Funke über, vielleicht auch, weil alles so schnell gehen musste, dass niemand in seiner Lebensplanung hatte, 2012 das Bürgermeisteramt in Kaufering zu übernehmen. Zugleich lag der Phantomschmerz eines Klaus Bühler in der Luft, der nach dem Verlust seiner Macht nicht fassen konnte, dass es auch für ihn Grenzen gab. Da fällt das Lästern und Finger-in-die-Wunde-Legen leicht.

Diesmal sieht es ein wenig anders aus. Die Wahl kam nicht aus heiterem Himmel auf uns zu, Bewerber konnten sich darauf einstellen. Ein wenig überraschend war allenfalls, dass Bürgermeister Erich Püttner keine Wiederwahl anstrebt. Wer die Kandidatinnen und Kandidaten sind und warum sie sich für geeignet halten, hat aber Dominic Wimmer vom LT bereits in einer Serie ausführlich und fair dargestellt. Da konnte man sich schon ganz gut ein Bild machen. Nun bin ich ja auch kein Lokaljournalist und das hier ist kein Kaufering-Blog, sondern nur mein persönliches Fenster zum Netz, aus dem ich meist meinen Kollegen, manchmal auch meinen Mitbürgern hier am Ort etwas zurufe. Da ich viel um die Ohren hatte, hielt sich mein Bedürfnis, auch noch zur Wahl meinen Senf dazuzugeben, in Grenzen. „Fair bleiben beim Kandidatencheck“ weiterlesen

Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.

Liebe Kollegen beim Landsberger Tagblatt,

ich höre und lese ja immer wieder, dass Bürger uns Journalisten vorwerfen, wir machten unseren Job nicht richtig. Es heißt, dass wir Themen verpennen, dass wir nicht schreiben, was Sache ist oder dass wir mit Fotos manipulieren. Das schmerzt mich, und als Vorstandsmitglied des Bayerischen Journalisten-Verbandes kann ich dem nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Heute muss ich leider in meiner Eigenschaft als Bürger der Gemeinde Kaufering konstatieren, dass an diesen Vorwürfen manchmal etwas dran ist, und ich muss es Ihnen anlasten. In der Samstagsausgabe berichten Sie unter der Überschrift „Jetzt sind die Schilder da“ über die überstürzte Verwandlung unseres Orts in eine faktisch flächendeckende Rechts-vor-links-Zone völlig verspätet mit einem die Wirklichkeit wissentlich verfälschenden Foto und einem Text, der wesentliche Sachverhalte nicht korrekt rüberbringt.

Der Autofahrer war aufmerksam. Er fuhr langsam genug, um den Text auf dem halb von Bäumen verdeckten Schild rechtzeitig zu lesen. Aus dem Landsberger Tagblatt wusste er nicht, dass hier rechts vor links gilt.

Zur Sache: Ich bin einer von Tausenden Kauferingern, die sich vorige Woche ohne Vorwarnung, im wahrsten Sinn des Wortes über Nacht, in einer Tempo-30-Zone wiederfanden. Am Mittwochmorgen radelte ich durch die Eschenstraße – für Ortsfremde: das ist ein winziges, beschauliches Nebensträßchen – und staunte nicht schlecht, als ein von links kommender Autofahrer meinetwegen anhielt (siehe Foto, ich kam von rechts). Er fuhr auf der Kolpingstraße – für Ortsfremde: das ist DIE Nord-Süd-Verbindung, zugleich DIE Einkaufsstraße mit Supermärkten, anderen Läden und weiterem Gewerbe auf der Ostseite (im Bild links) sowie Wohnhäusern auf der Westseite. Hier gibt es viel Lieferverkehr, auch mit großen Lastzügen. „Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.“ weiterlesen

Tempo 30 – zum Glück haben wir hier keine AfD

Das Land Niedersachsen plant einen Modellversuch mit Tempo 30 auf Hauptstraßen – und liefert mit diesem vermeidbaren Unfug der AfD eine Steilvorlage.

Marken-Spam: Meine schwarze Liste

Soeben haben sich einige nicht ganz unbekannte Markenartikler und Händler dafür qualifiziert, auf meine neue öffentliche Schwarze Liste zu kommen, weil sie mit illegal arbeitenden Spammern gemeinsame Sache machen oder die Augen davor verschließen, wie unseriös ihre Auftragnehmer aus der Direct-Marketing-Industrie arbeiten.

Ich will versuchen, bei diesen Firmen nichts mehr zu kaufen oder zu abonnieren – oder sie zur Rede zu stellen. Und ich werde mich über jeden freuen, der es mir nachtut. Es wird Zeit, dass Marketingverantwortliche und Werbeleiter Verantwortung übernehmen und ein Unrechtsbewusstsein entwickeln. Es gibt Gesetze, doch die werden kaltlächelnd ignoriert. Einverständniserklärungen werden dreist gefälscht.

Was ist passiert?

Die Geschichte reicht zurück zum Samstag, dem 14. Juni 2014, um 22 Uhr. Wie ich gestern auf Anfrage von einem Hamburger Spammer erfuhr, soll ich zu dieser Zeit eine Website namens autogewinn punkt info besucht und meine Haus- und E-Mail-Adresse eingetippt haben, um einen Seat zu gewinnen.

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Kaufering: Vorerst kein schnelles Internet

Im 3. bis 4. Quartal 2017 sollte der VDSL-/Vectoring-Ausbau in Kaufering abgeschlossen sein, hieß es im Frühjahr 2017 im Rathaus. Im 4. Quartal wurden tatsächlich im Trenching-Verfahren Gehwege aufgefräst, um Glasfaserkabel unters Pflaster zu legen, die zu den Kabelverzweigern der Telekom führen – also den Schaltkästen, die jetzt fürs schnelle Internet ausgetauscht werden müssen. Die ersten grauen Kästen der neuen Generation stehen seit ein paar Wochen sinnlos in der Gegend herum.

Heute habe ich im Telekom-Laden in Landsberg nachgefragt, wann es endlich losgeht. Die Auskunft ist ernüchternd: „Am 15. Juli 2018.“

Ich hoffe nicht, dass die Datumsangaben nicht BER-Qualität haben. Dem Dobrindt Alex können wir allerdings erst an Silvester auf den Pelz rücken. Die Bundesregierung hat 50 MBit/s für 2018 versprochen, und da sind ja noch 356 Tage Zeit.