DLD dumm didel-di

Hubert Burda ist ein Fuchs. Er weiß, wie man in andere Medien kommt. Man gibt der Avantgarde der digitalen Parallelwelt eine Bühne für den großen Auftritt, und schon kommen wir Trittbrettfahrer von der Analogpresse angelaufen. (Nun gut, wir stimmt nicht ganz, denn ich habe mir die DLD-„Konferenz“ dieses Jahr verkniffen.)

Die Berichterstattung treibt dann schon mal Blüten wie diese (über Google-Chairman-in-spe Eric Schmidt)…

Eigentlich sagt schon der Name MICROsystems, dass Sun das Gegenteil von Großrechnern baute.

oder jene:

Bei Ray Charles sollte sich Jack auf die Straße (Road) schlagen, nicht auf die Reihe.

Richtig manipulieren

Gerade entdecke ich in meiner PR-Box – dem Mail-Ordner für Waschzettel von PR-Agenten – ein…

ARTIKELANGEBOT

zum Thema

„Wer wirken will, muss wissen wie!“

Der Absender, ein Herr Brockmann, will mir wohl eine Freude machen, indem er mir gratis einen Artikel zum Abdruck anbietet. Leider wusste er nicht, wie er damit auf einen freien Journalisten wirkt, der es grundsätzlich nicht toll findet, wenn Redaktionen ihre Seiten mit kostenlosen „Artikeln“ füllen, die einem PR-Menschen aus der Tastatur gequollen sind, statt mit qualifizierten Texten unabhängiger Journalisten. Der so genannte Artikel trägt den Namen eines Verkaufs- und Körpersprachetrainers mit dem Künstlernamen Jan Sentürk, der eigentlich Hasan Can Sentürk heißt und seit bald fünf Jahren auf einer These herumreitet, die da lautet:

„Fachwissen ist uninteressant“

In den beiden ersten Hörbüchern der so betitelten Reihe maßt sich dieser Herr an, uns über die „Grundregeln erfolgreicher Kommunikation“ zu belehren und uns „professionelle Gesprächsführung“ beizubringen. In Teil drei erklärt er dem Hörer, wie man sein Gegenüber „Richtig manipulieren“ kann. Sorry, aber bei solchen Titeln fallen mir spontan Finanzprodukteaufschwätzer ein, die für eine Provision die eigene Oma über den Tisch ziehen.

Ich habe Herrn Brockmann und seinen Geschäftspartner auf die Schwarze Liste gesetzt, so dass ihre Mails künftig ohne Umweg im Spam-Ordner landen, und Herrn Brockmann über seine Wirkung aufgeklärt. Hier zur Info seine Mail und meine Antwort:

„Richtig manipulieren“ weiterlesen

Babel Phishing

Wenn ein Robodolmetsch zuschlägt, hilft manchmal die wörtliche Rückübersetzung, um der Worte Sinn zu erahnen.

Ich hab’s mal mit diesem Elaborat eines Phishers versucht, bin aber leider gescheitert. Der Urheber spricht vermutlich Französisch als erste Fremdsprache und hat den Text in mehreren Schritten gebabelfischt: Französisch-Lettisch, Lettisch-Rumänisch, Rumänisch-Englisch, Englisch-Albanisch, Albanisch-Deutsch. Oder so.

Vielen Dank an GMX. Hätte der Spamfilter nicht kläglich versagt, gäbe es jetzt nichts zu lachen.

Hier das Protokoll meiner Mühen:

Sequel blocked!

Very honored BezahlKumpel:

Attention! Your BezahlKumpel-Account became limited!

In the frame of our measuretakes at the safety will we rulemeasury „Babel Phishing“ weiterlesen

Samsung-Tabletten im Babelblog

Wer sagt, dass Blogger ihr Mitteilungsbedürfnis nur in ihrer Landes- oder Muttersprache ausleben dürfen? Es gibt doch den freundlich-kostenlosen Dolmetscher Google mit seiner babelfishigen Übersetzungsprosa.

Unter dem seltsamerweise nicht in koreanischem Besitz befindlichen URL samsung-galaxy.de toben sich seit August ein paar vermutlich britische Nichtnativegermanspeaker aus. Dabei kommen faszinierend kryptische Gesamtkunstwerke heraus wie diese Overscriptures, äh… Hauptlinien, ich meine Headlines:

LG’s G-Schiefer, während 4G Nur in den USA, Großbritannien heimsuchen könnten in anderen Geschmacksrichtungen „Samsung-Tabletten im Babelblog“ weiterlesen

SilverSlow: Guten Rutsch in der Service-Eiswüste

SilverFast heißt eine Software, die angeblich ganz toll für die Bearbeitung eingescannter Fotos ist. Meinem neuen Scanner lag sie bei, ich habe versucht, sie zu installieren – erfolglos. Das heißt: Das Holperprogramm mit dem Charme und Chic der Windows-3.1-Ära läuft zwar irgendwann murrend an, ignoriert aber konsequent den Scanner. Vermutlich ist es nicht kompatibel mit Apples Betriebssystem-Release Snow Leopard 10.6.6.

Wäre dieses grandios vermurxte Stück Code nicht im Preis der Hardware enthalten gewesen, ich hätte auf der Stelle mein Geld zurückverlangt. SilberSchnell hat mich eine Stunde meines Lebens gekostet, ohne dass ich ein einziges Bild hätte scannen können.

Da ich nicht einsehe, mich vom Anbieter für dessen eigene Fehler auch noch mit einer Telefon-Abschreckgebühr von 60 Cent pro angefangener Reklamationsminute bestrafen zu lassen, habe ich mich per Mail beschwert – heute, am 18. Januar.

Die prompte Antwort hat mich dann doch überrascht. Hier die vollautomatischen Grüße aus der winterlichen Service-Eiswüste Schleswig-Holsteins (ich wiederhole noch mal das Datum: 18. Januar):

„Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

Aufgrund der Feiertage kann es kurzzeitig zu Verzögerungen  bei der Beantwortung Ihrer Anfrage durch unseren Support kommen.

Hierfür bitten wir Sie um Verständnis und wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit. Gleichzeitig möchten wir uns bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit auch in diesem Jahr bedanken und wünschen Ihnen einen guten Rutsch für 2011. …

… Jede Anfrage an unsere Support-Mitarbeiter wird schnellstmoeglich beantwortet.“