Öko-korrekt im Bio-Jet

Simples Flugbenzin ist out. Nun macht nach- wachsendes Kerosin das Fliegen klimafreundlich.

Was das Saarland und seine ganz besonderen Ölquellen angeht, bin ich zwar bekennender Banause. Aber das Selbstbewusstsein der Menschen aus der Heimat von Oskar Lafontaine und Erich Honecker nötigt mir doch Respekt ab: „Im Geschmack mild, voll und rund, aber auch pikant, so wie nur herausragende Öle aus saarländischer Herkunft schmecken können. Ideal zur Anwendung in der kalten Küche, insbesondere für Rohkost und feine Salate.“

Leindotteröl heißt diese Spezerei, und sie hat ihren Preis. Ein 100-Milliliter-Fläschlein davon kostet im Online-Shop, dessen Reklameprosa Sie soeben gelesen haben, drei Euro plus 6,90 Euro Versandpauschale. Damit die Delikatesse halbwegs bezahlbar wird, „Öko-korrekt im Bio-Jet“ weiterlesen

Fitness für Faulpelze

Fühlen Sie sich zu träge? Gönnen Sie sich doch ein bisschen Atemnot!

Für Arbeit am Computer ist der Mensch genetisch nicht ausgelegt. Wenn die einzige Abwechslung, die uns aus dem täglichen Kampf gegen E-Mails und Excel-Tabellen reißt, die vermeintlich lustigen Powerpoint-Anhänge der Kollegen zu Themen wie Blondinen, Alkohol und Autos sind, reagiert ein gesunder Körper auf die Zumutungen mit spontanem Büroschlaf. Leider ist diese segensreiche Untätigkeit sozial noch wenig anerkannt. Deshalb bleiben wir krampfhaft wach und jammern, wenn uns die Müdigkeit übermannt, gern über Sauerstoffmangel. Im fensterlosen Konferenzraum glaubt einem diese Ausrede sofort jeder.

Jeder außer Markus Spiegelhalder. „Fitness für Faulpelze“ weiterlesen

E.T. in der Warteschleife

500 Millionen Erden rotieren im All, doch die USA knausern bei der Alien-Forschung.

Unser Mitgefühl gilt diesen Monat Professor Jill Tarter, der Frau, die Vorbild war für Ellie Arroway, Hauptfigur von Carl Sagans Science-Fiction-Epos „Contact“. Anders als ihrer literarisch-fiktiven Schwester war der echten Professorin bis heute kein Kontakt mit unbekannten Lebensformen vergönnt. Zeit ihres Berufslebens konnte die 67-jährige „Alien-Forscherin“ am kalifornischen SETI-Institut nichts tun, als in einem Gewirr hochfrequenter Wellen zu stöbern. Dummerweise war alles unbelebtes Rauschen, keine Spur einer noch so schüchternen Botschaft (Hallo?) außerirdischer Intelligenzen. Dabei kann doch jeder Erdling im Internet nachlesen, dass es am Himmel über Amerika nur so wimmelt von UFOs. Telefonieren die denn nie nach Hause?

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Bin ich denn blöd?

Vorsicht: Jetzt kommt das schlaue Zuhause, das Energiesparen zur Wissenschaft macht.

Der Energieriese, der bei uns früher das Strommonopol hatte, kann sich nur schwer mit unserer Dummheit abfinden. Wir waren eines Tages so töricht, zu kündigen und unsere Elektrizität bei einem dieser regionalen Energiezwerge mit Hang zu Naturstrom zu bestellen. Obwohl uns hätte eigentlich klar sein müssen, dass so einer uns keine technologische Brücke in eine Zukunft bauen kann, in der es keine Kernreaktoren mehr gibt. Allein schon, weil er jeden Euro in grüne Kraftwerke steckt anstatt in grüne Imagekampagnen. Da der liebe Gott gerade nicht genug Hirn vorrätig hatte, das er auf uns hätte herniederwerfen können, hat sich der Energieriese nun höchstselbst unser erbarmt „Bin ich denn blöd?“ weiterlesen

Nicht ohne einen Cent

Am Handy hängt, zum Handy drängt doch alles. Nur zum Geldbeutel-Ersatz will es partout nicht werden.

Es gibt eine Drogeriemarkt-Kette, die ist den Euro nicht wert, denn sie ehrt den Cent nicht. Die Läden, deren Name an unsere frühere Währung erinnert, ignorieren sogar die Zwei-Cent-Münze. Sämtliche Preise enden deshalb nicht – wie es sich anständigerweise gehört – auf eine Neun, sondern auf eine alberne Fünf. Dahinter steckt schiere Faulheit: Über die Jahre sparen Kassiererinnen Tage und Kunden Stunden, weil das Münzenzählen reduziert wird.

Die Deutsche Bundesbank findet diese schnöde Rationalisiererdenke wohl auch noch toll. Sie verteuert jedenfalls jetzt die Münzrollen dermaßen, dass Aldi, Edeka und Lidl künftig für jeden Cent Wechselgeld, den sie sich liefern lassen, drei Cent bezahlen müssen. Damit drohen uns Centfuchsern in Sachen Zahlungskultur Zustände wie in Finnland oder der Schweiz. „Nicht ohne einen Cent“ weiterlesen