Pfister ist kein Verräter

Es ist schon seltsam, mit welch pathetischem Furor sich Stephanie Nannen über den „Henri“ alias Egon-Erwin-Kisch-Preis für René Pfister ereifert. Die Enkelin, die nach eigenem Bekunden mit ihrem Opa kaum über dessen Arbeit gesprochen hat, schreibt im Hamburger Abendblatt über den „Skandal“:

„Pfisters Text ist ein Betrug an der Wahrheit, ist Verrat dessen, woran Journalisten mindestens zu glauben vorgeben.“

Laut Kress-Autor Christian Meier sehen das die Juroren Kurt Kister, Peter-Matthias Gaede, Frank Schirrmacher und Mathias Müller von Blumencron nicht so eng. Wenn man es nüchtern betrachtet, geht es eigentlich nicht um ein Fehlverhalten des Kollegen Pfister, sondern um die grundsätzliche Frage, ob die klassische Reportage nicht längst den heutigen Arbeitsmethoden und -bedingungen zum Opfer gefallen ist. „Pfister ist kein Verräter“ weiterlesen

Wissen wie: Paid Content for free

Die FTD verlangt – was im Prinzip richtig ist – Geld für gute Arbeit. Aber leider müssen nur die Besucher von ftd.de bezahlen. Bei zwei von Kress-Redakteur Marc Bartl als Beispiel genannten Texten…

„Agenda – Letzte Chance für die Genkartoffel von BASF“

„Übernahme von Hochtief – Spanier blamieren BDI-Chef“.

…kann jeder, der das nötige – ähem – Wissen hat, die Zahlschranke umgehen. Hier kostet Amflora Geld, hier nicht. Hier ist Hochtief Premium Content, hier nicht. Bitte nachbessern, Kollegen! So tue ich mich schwer, für Paid Content zu werben.

STATIONEN EINER KARRIERE

Thomas G. Müller – der junge Kopf hinter der DFJV AG

Er ist Alleingeschäftsführer der Alleinaktionärin sowie Alleinvorstand des stillen Trägervereins. Diese Konstruktion macht den 33-jährigen Thomas G. Müller zur personifizierten Hauptversammlung der AG – zur wichtigsten Figur des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes AG (DFJV).

Noch vor seinem Abitur 1997 versucht sich Müller als Verleger des Jugendmagazins Esprit, bekommt aber Ärger wegen der Namensrechte. Als Mitschüler von ihm den DFJV-Vorläufer AJM gründen, ist sein Kleinverlag ist als Mitglied dabei. 1998 gründet Müller die Agentur MKM. Als Partner mit an Bord ist sein Mentor Torsten Witt, Gründer der Schüler-Verbindung Borussia, Mitglied der Landsmannschaft Thuringia und Mitarbeiter der Jungen Freiheit. Als Firmensitz der MKM dient „STATIONEN EINER KARRIERE“ weiterlesen

Das Zünglein an der Wasserwaage – und andere Pannen

Der Jury-Chef von Pressefoto Bayern, Hans-Eberhard Hess, beklagte sich im Dezember 2010 über die „visuelle Legasthenie“ von Redakteuren, die Texte mit Bildern schmücken, die nichts mit dem Artikel zu tun hätten. Nicht einmal die BU stelle einen Zusammenhang her. Er muss so etwas gemeint haben:

Wenn die Wasserwaage nicht leckt, hat sie auch kein Zünglein

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Korrekturmeldung vom 4. Mai 2011

Da musste es wohl wieder mal schnell gehen. So schnell, dass dem Autor nicht auffiel, dass der als Quelle genutzte Text unter der Rubrik „Wahrheit“ stand, wo bekanntlich alles steht bis auf dieselbe – eine Anspielung auf die Prawda. Die taz bemerkte – oder kommentierte – den Vorfall erst eine gute Woche später: Der auf die Seite Drei gelassene Autor sei „auf die Wahrheit hereingefallen“. Selbst danach ließ sich die SZ noch eine Woche Zeit für das kleinlaute Geständnis, in dem die „Wahrheit“ natürlich nicht vorkommt.

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„Seit mehr als 80 Jahren stellt der niederländische Elektronik-Konzern TV-Geräte her.“

Geheime Erkenntnis der SZ-Redaktion (Wirtschaft, 19.4.2011, „Philips drückt den Ausknopf“). Der Rest der Welt betrieb 1930 jedenfalls noch Grundlagenforschung in der Fernsehtechnik – und auch Philips hat damals noch keine Geräte verkauft.

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„Jeder iPhone-Besucher kann mit einem Computer sein Profil auslesen.“

Behauptung aus der Rubrik „Dolmetscher“, in der die Wirtschaftsredaktion der SZ vermeintliche IT-Fachbegriffe glossiert. Thema am 27.4.2011: „Reality Distortion.“ Diese Wirklichkeitsverzerrung, „Das Zünglein an der Wasserwaage – und andere Pannen“ weiterlesen

Handelsblatt rüstet iMacs auf

Der neue iMac soll vier Intel-Prozessoren des Typs Core i5 haben, behauptet das Handelsbla(tt). Das wäre 16 Prozessorkerne. Ganz so dolle ist es nicht. Es ist EIN Prozessor mit vier Kernen. Also anders gesagt vier Prozessoren in einem Chip.

Kernspaltung?

 

 

 

 

Im übrigen irritiert mich das Wort „ANZEIGE“ über dem Foto.