Energiewende kostet – na, was wohl? – Geld

Wenn es nur BILD wäre. Aber nein:

„Energiewende kostet Milliarden“

Süddeutsche Zeitung von heute, Aufmacher Seite 1

Bei dieser Schlagzeile musste ich an Karl Mekiska denken. Der war vor gut 30 Jahren Dozent an der Deutschen Journalistenschule – und Nachrichtenchef der SZ. Von ihm habe nicht nur ich, von ihm hat auch der heutige Chefredakteur der SZ gelernt, was eine gute Headline ist. Meki hätte uns seine Zeitung hingehalten und mit seinem bähmischen Akzent die rhetorische Frage gestellt: „Iiist das eine Nachricht?“ Um selbige dann, während wir noch zögerten, den Meister zu kritisieren, höchstpersönlich in der Luft zu zerreißen.

Also, mit Verlaub, lieber Kurt: Ich weiß ja nicht, wer bei Euch gestern Abend Dienst hatte. Habt Ihr wie einst die taz für einen Tag Kai Diekmann rangelassen? „Energiewende kostet – na, was wohl? – Geld“ weiterlesen

Frischer Wind aus Erfurt

Kleine Sensation im DJV: In Erfurt hatte eine 27-jährige Freie den Mut und die Motivation, sich zur Landesvorsitzenden des Journalistenverbandes wählen zu lassen. Und nicht nur das, sie wurde auch gewählt. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg, Anita Grasse!

So wohnt Berlin nicht…

…liebe Kollegen von SZ-Magazin, die Ihr meintet, Eure gestrige Ausgabe mit der Behauptung „So wohnt Berlin“ aufmachen zu müssen. Nein, so wohnt ein Teil der Berliner Prominenz, zu der übrigens Wolfgang Joop „So wohnt Berlin nicht…“ weiterlesen

Neues aus der Redaktion: Lieblos, witzlos, sinnlos

„Fast 1.000 angemeldete Journalisten, aber wenig Interaktion.“

„963 registrierte Journalisten, aber nur zwei ausgeschriebene Aufträge. Ein belebter Basar funktioniert anders. Gut vier Wochen nach dem Start kommt es noch selten zu Geschäften zwischen den Medienschaffenden auf dem neuen Presseportal, das die Deutsche Post Anfang März ins Leben gerufen hat.“

Zwischenbilanz auf journalist.de

Leider kann man nicht online mitverfolgen, ob – und wenn ja: wieviele – Fertigartikel verkauft wurden. Auf jeden Fall fühle ich mich in meiner Skepsis und Kritik bestätigt. Bis dato ist dieredaktion.de eine Contentschleuder, die vor allem vom Springer-Verlag „Neues aus der Redaktion: Lieblos, witzlos, sinnlos“ weiterlesen

Süddeutsche Seitenschinder

Noch mal zu der opulenten Licht-Doppelseite im Wirtschaftsteil, die die SZ heute auf der Titelseite ankündigt:

Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Substanz eine Qualitätszeitung heute ihre Seiten füllt:

Über fünf Spalten hinweg macht sich eine Regenbogengrafik breit, deutlich größer als ein DIN-A4-Blatt, angeblich ein Foto des bekannten Lichtbildners mit dem Künstlernamen Ohne Honorar, erkennbar an dessen Kürzel „oh“.

Drei Aufmacher-Spalten trägt ein Feuilleton-Kollege bei. Sein Text gehört eigentlich ins Genre „Entertainment für Bildungsbürger“, war also wohl ursprünglich für die Wochenend-Beilage gedacht und ist auf wundersame Weise in der Wirtschaft gelandet. „Süddeutsche Seitenschinder“ weiterlesen