Betriebsunfall beim Crash-Report

Es scheint, als sollte ich mal meine Tageszeitung wechseln, damit ich in der Rubrik „Ja liest denn keiner mehr gegen?“ nicht dauernd  die Süddeutsche erwähnen muss.

Ich hatte mir den gestrigen „Geld“-Teil an mein für stille, nicht dringende Lektüre bevorzugtes Örtchen gelegt, um die Reportage über den „Crash-Kreis“ zu lesen: Autos mit dem Kennzeichen KF, also Kaufbeuren oder landschaftlich „Kaafbaira“, führen die Unfallstatistik der Versicherer an, darum wollte die Geld-Reporterin mal nach dem Rechten sehen.

Irgendetwas kam mir gleich komisch vor: Crash-KREIS? Im Bildtext steht tatsächlich passend dazu: „Seit Jahren belegt der Landkreis Kaufbeuren den ersten Platz.“ Nun liegt Kaufbeuren von hier aus gesehen fast um die Ecke; die meisten Autos, die einem zwischen hier und dort begegnen, tragen mitnichten ein „KF“ auf dem Nummernschild, sondern ein „OAL“ für Ostallgäu. Wo liegt bloß der Landkreis Kaufbeuren?

Klare Antwort: Nirgends. Es gibt ihn nicht mehr. Und zwar schon seit der Gebietsreform von 1972. Damals zog das Landratamt nach Marktoberdorf, Kaufbeuren wurde kreisfreie Stadt.

Der Autorin war das vermutlich klar. In ihrem amüsanten Text kommt kein Landrat vor, nur ein Bürgermeister. Dumm, wenn das am Newsdesk ein Redakteur auf den Schirm kriegt, der nicht ganz up to date ist.

Gewinn ist nicht Umsatz

„Und Google? Der Internet-Konzern hat gerade angekündigt, seinen 23000 Beschäftigten eine zehnprozentige Gehaltserhöhung zu zahlen, weil es ihm so gut geht. Fast 7,3 Milliarden Dollar Gewinn waren es im dritten Quartal dieses Jahres. Schon die Margen sind mythisch.“

Süddeutsche Zeitung, Thema des Tages, 17.11.2010

Na, was ist daran falsch? Genau: Es ist der Umsatz von Google, der „Revenue“. Der Gewinn heißt „Net Profit“ oder auch „Net Income“, und der liegt bei 2,17 Milliarden Dollar. Damit liegt die Marge (Operating Margin) bei 35 Prozent – und das ist vielleicht beeindruckend, aber nicht mythisch. Mich erinnert es an Microsoft: alles schon mal dagewesen. Nebenbei bemerkt sind 2,17 Milliarden nur die Hälfte des – im selben Absatz! – korrekt wiedergegebenen Gewinns von Apple. Der unbefangene Leser muss aber meinen, das Größenverhältnis sei umgekehrt.

„Längst steht hinter Brin und Page ein Mann namens Eric Schmidt. Mit ihm hat der Konzern einen Visionär gefunden, „Gewinn ist nicht Umsatz“ weiterlesen

Edelfeder für Anspruchsvolle

Aber gerne. Ich bitte um eine kurze Erklärung, was ein Schreiberat ist. Ich kenne nur Schreigeräte – auch Flüstertüten oder Megaphone genannt.

Lebendgebärende Kraken?

„Während Paul Brite war und damit aus dem Mutterland des Fußballs stammte, ist sein Nachfolger Franzose: Paul II. wurde nahe der Stadt Montpellier geboren.“

Aus der Society-Rubrik „Tiere“ der SZ-Panoramaseite von heute.


Mordanschlag in der Zukunft

Wenn’s nicht so makaber und das Verbrechen so real wäre, der Skandinavien-Korrespondent der SZ scheint wohl von Mystik-Krimis à Flash Forward inspiriert zu sein, denn er berichtet heute:

„Am Schreibtisch vor dem Fenster saß am 31. Dezember 2010 ein Mitarbeiter der Moschee und verschickte Neujahrsgrüße, als der Schuss fiel.“

Okay, die Jahreszahl muss falsch sein. Aber bemerkenswert ist noch mehr „Mordanschlag in der Zukunft“ weiterlesen