Tote Meere schwappen nicht

„Ein Salzsee schwappt über“

Headline in der SZ vom 12. September, Panorama

Das Tote Meer wird gemeinhin ebensowenig zu den Weltmeeren gezählt wie das Steinhuder Meer. Es ist zwar salzig und hatte in vorbiblischen Zeiten mal Verbindung zum richtigen Meer, aber „Salzsee“ ist schon die korrekte Bezeichnung. Ergo lagen die dortigen Hotels noch nie – wie im Lauftext behauptet wird – „am Meer“, und das schiefe Bild am Schluss, in dem der Autor Menschen und Meere mehrzahlig-metaphorisch vergleicht, ist auch nur mit dem unbedingten Willen zur Alliteration zu erklären.

Ein besonderer Schlag ins Salzwasser ist die tsunamihafte Überschrift: Das Problem liegt laut Autor darin, dass der Pegel im Südbecken des Salzsees zwar ständig, aber nahezu unmerklich steigt und dass die Anrainer mangels Dramatik nichts gegen die Entwicklung unternommen haben. Demnach schwappt da überhaupt nichts – es sei denn, eines Tages bebt mal die Erde.

Dem Vorgang des Schwappens ist jene Dynamik zu eigen, die in En Bokek ausdrücklich fehlt. 

Lockere Schreibe, äh, Schraube

DM-Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner hat sich laut Süddeutscher Zeitung einmal an einen gläsernen Tresen in einer Filiale gelehnt – und dieser gab nach, „weil sich Schreiben gelockert hatten“.

Die gemeinhin für ihre Sorgfalt geschätzte Korrespondentin, der dieser lustige Lapsus unterlief, gehört zu jenen SZ-Autoren, deren Schreibe(n) man als hinreichend locker bezeichnen darf. Da aber das Gegenlesen im wohl unterbesetzten Wirtschaftsressort (wie so oft) nicht mit hinreichender Gründlichkeit geschah, ist nun nicht klar, was sich in Werners Drogerie gelockert hatte: Scheiben oder Schrauben.

Aber die Hauptsache ist ja, dass bei den lockeren Schreibern alle Schrauben fest sitzen. 😉

Ich kann nicht besser klagen…

…sprach der zweitklassige Advokat.

„Der taiwanesische Smartphonehersteller HTC hat Apple vor einem Bundesgericht in Delaware auf vier Patentverletzungen verklagt.“

Handelsblatt online

Liebe Kollegen,

ich kann jemanden AUF Schadenersatz verklagen. Den muss er dann vielleicht leisten. Würde ich jemaden AUF Patentverletzung verklagen, würde ich von ihm verlangen, dass er Patente verletzt. Den Titel wird mir wohl kein Gericht zusprechen.

So sieht es auf Hacker’s Desktop aus?

Für mich sieht das, was das Handelsblatt hier zeigt, eher nach der Werkstatt eines Service-Technikers aus, der sich auf ältere Apple-Geräte spezialisiert hat. Oder braucht man ein Oszilloskop, um in fremde Datennetze einzudringen?

Durchgeknallte Unterzeile

Und wie oft die übrigen zwei Drittel?

Diese Unterzeile auf der Seite „Wissen“ ist erkennbar unsinnig. Vor allem das „einmal im Jahr“. Der Artikel darunter hat dagegen Hand und Fuß, der obige Quatsch kommt nicht darin vor. Nur: Wie kam das ins Blatt? In der Online-Ausgabe liest sich alles recht vernünftig – aber das ist eine andere Geschichte: