Nr. 1 lebt!

Steve Jobs, das muss angesichts der vielen Nachrufe mal erwähnt werden, ist noch nicht tot.

Interessant ist, dass es vor allem große Abonnementblätter wie Süddeutsche, Welt und Frankfurter Rundschau sind, die ihre Titelseiten heute riesig und teils gekonnt boulevardesk mit Jobs aufgemacht haben, während die echten Boulevardprofis wohl davon ausgehen, dass das Thema ihrer Zielgruppe ziemlich am allerwertesten… …Windows-PC vorbeigeht.

Den Vogel (lat.: anas gutenbergensis) schießt mal wieder die vom Apple-Virus befallene Redaktion „Nr. 1 lebt!“ weiterlesen

Die Werber vom Trittbrett gestoßen

Die taz macht die Reklame auf Sportfotos unkenntlich und legt damit den Trittbrettfahrern aus der Werbeindustrie das Handwerk. Motto: Wer werben will, soll zahlen. Wäre schön, wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten das bei ihren Fußballdauerwerbesendungen auch so hielten.

Leider gibt es Kollegen, die die Ausrede akzeptieren oder gar weiterverbreiten, Werbung gehöre zu unserem Alltag, unserer Umwelt, unserem Leben. Werbung ist kein Selbstzweck – und dass wir sie anschauen nicht unsere Bürgerpflicht. Wer sie treiben will, muss dafür eine Gegenleistung erbringen. Und wenn diese auch nur darin besteht, uns intelligent zu unterhalten. Wer uns damit nervt und quält, darf sich über eine Abwehrhaltung nicht wundern.

via kress

Netzneutralität, DSL-Tarife, alles bunt gemixt

Viele Köche braucht man nicht, um den Brei zu verderben. Zwei reichen vollends.  Bei der Süddeutschen ist dieser Brei heute das Ergebnis einer Mesalliance zwischen Frankreich-Korrespondent und Wirtschaftsredakteurin – am Ende weiß man nicht, was der „Küchenzuruf“ sein soll (Wirtschaft, Print-Ausgabe, „Digitale Ständeordnung“).  Es geht um französische Internet-Provider, die sich über Heavy Users ärgern, die ihre Flatrates übermäßig ausnutzen. Das „Kartell“, wie die drei in Frankreich geschimpft werden, würde gerne auch im Festnetz eine Bandbreiten- oder  Volumenbegrenzung einführen, wie sie im Mobilfunk üblich ist.

Dieses Sujet vermischen die beiden Breiköche mit dem der Netzneutralität, „Netzneutralität, DSL-Tarife, alles bunt gemixt“ weiterlesen

Computer sterben nicht aus. Noch nicht. (2)

Wenn die SZ mit der heißen Nadel strickt, ist das eine Sache. Das Handelsblatt überzeugt aber auch nicht auf ganzer Linie:

„Nun also die Reorganisation, der vor allem das Geschäft mit Smartphones zum Opfer fällt. Ein Käufer wird gesucht. Kandidaten könnten unter anderem Samsung oder HTC sein. Beide Smartphone-Riesen bauen auf das Betriebssystem Android von Google und sehen sich einer verschärften Konkurrenz gegenüber, seit der Webriese angekündigt hat für 12,5 Milliarden Dollar Motorola Mobility zu übernehmen. Mit webOS, könnten sie sich eine schlüsselfertige Alternative zu Android kaufen. Beide Konzerne haben ganz im Gegensatz zu HP langjährige Erfahrung mit Smartphones.“

Apotheker lässt bei Hewlett Packard keinen Stein auf dem anderen“, Handelsblatt online, 19.8.2011, 02:52 Uhr, aktualisiert 19.08.2011, 06:49 Uhr; Interpunktionsfehler wie im Original

Noch mal zum Mitschreiben: HP kauft also Palm, fällt damit auf die Nase, aber das Betriebssystem soll gut genug sein für zwei erfolgreiche Telefon-Hersteller? Schlüsselfertig kann diese Software auch nicht sein, es sei denn, man nähme an, die Asiaten könnten die existierenden Ladenhüter aus Palo Alto allein dadurch wie geschnitten Brot verkaufen, dass sie ihre Label über die HP-Marken pappen. Dass Google die Hardware-Produktion von Motorola in Eigenregie weiterführen will, ist im übrigen auch noch alles andere als sicher (das Thema Defensiv-Patente ist schon ausführlich diskutiert worden). Hier wird also nur wild spekuliert, ohne Substanz. „Computer sterben nicht aus. Noch nicht. (2)“ weiterlesen

Computer sterben nicht aus. Noch nicht. (1)

Im Wirtschaftsteil der Süddeutschen stand am Freitag (19. August) mal wieder ein fetter Fünfspalter aus der IT-Branche, dessen Informationsgehalt von seiner Oberflächlichkeit mühelos weit übertroffen wird. Man könnte auch sagen: Wozu mühsam Fakten ergründen, wenn man das Blatt mit schnoddrigen Vereinfachungen und archivloser Huschiwuschi-Recherche viel schneller vollkriegt? Es ging um Hewlett-Packard (HP).

„Der weltweit größte Computerhersteller verabschiedet sich vom Computer.“

Fakt ist: HP spaltet die Sparte, die PCs und Notebooks herstellt, ab. Computer sind aber auch die Server, die nicht ausgegliedert werden. Nicht einmal von den PCs verabschiedet sich HP im Moment. Dazu fehlt im Moment ein Käufer. Von einer Einstellung der Aktivitäten ist aber vorerst ebenfalls keine Rede. Korrekt wäre also allenfalls: „Der weltweit größte Computerhersteller würde sich gerne so schnell wie möglich vom PC verabschieden.“ Und zwar deshalb, weil er kein schlüssiges Marketingkonzept mehr dafür hat und auch keine Produkte mit USP. Doch was behauptet die SZ so pauschal wie absurd?

„Der klassische Computer ist ein Auslaufmodell.“

„Computer sterben nicht aus. Noch nicht. (1)“ weiterlesen